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Jonas Jerebko im Interview

"Ich will starten und ich will scoren"

SID
Freitag, 07.09.2012 | 16:09 Uhr
Die Detroit Pistons bauen auf Jonas Jerebko als einer der zukünftigen Stars
© Getty
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LeBron James sieht in ihm einen "strahlenden Star". Und für Schwedens Nationaltrainer ist er der "Zlatan Ibrahimovic des Basketballs." Die NBA blickt gespannt auf Jonas Jerebko - und darauf, was bei den Detroit Pistons entsteht. Der 25-Jährige über die Vorzüge der EM-Qualifikation, die Flut an schwedischen Journalisten und der Wild Wild East.

SPOX: Schweden galt vor dem Beginn der EM-Qualifikation als schwerster Gegner für Deutschland - und verlor das Hinspiel in Ulm mit 66:81. Ist der Leistungsunterschied doch so groß?

Jonas Jerebko: Nein. Vor dem Rückspiel am Samstag müssen wir uns bewusst machen, dass wir nicht so schlecht sind, wie es anfangs in Deutschland aussah. Wir waren einfach nicht bereit für die Herausforderung und verschliefen die erste Halbzeit. Im letzten Viertel spielten wir schon ganz anders, legten einen Run hin und verhinderten immerhin eine 20-Punkte-Klatsche. Wenn wir an das letzte Viertel anknüpfen, wird es Deutschland im Rückspiel nicht so einfach haben.

SPOX: Sie stechen als einziger NBA-Profi aus einer international zweitklassigen Mannschaft heraus. Provokant gefragt: Warum tun Sie sich das an?

Jerebko: Weil es mir immer Spaß macht, mein Land zu vertreten. Ich bin in diesem Sommer glücklich und stolz. Daher kann ich mich bei den Detroit Pistons nur bedanken, dass sie mir keine Steine in den Weg gelegt haben. Für mich ist es sehr wichtig, vor der NBA-Saison echten Wettkampf zu erleben.

SPOX: Der schwedische Nationaltrainer Brad Dean beschreibt Sie als den "Zlatan Ibrahimovic des Basketballs" und richtet die Taktik komplett auf Sie aus. Sie sind die erste, zweite und dritte Option und organisieren als Spielmacher sogar die Offensive - wie Ibrahimovic bei der Fußball-EM.

Jerebko: Ich nehme den Vergleich nicht ganz so ernst, ich finde es eher lustig. Zlatan ist der beste Fußballer Schwedens und vielleicht der Welt und ich bin nun mal der einzige schwedische NBA-Profi, das war's. Zumal es für mich anders als für Zlatan nichts Neues ist, als Spielmacher zu agieren. Ich war in der Jugend immer der Point Guard und weiß seitdem, dass ich mit dem Ball in der Hand umgehen kann. Daher ist die EM-Qualifikation die perfekte Gelegenheit, um das Talent wieder zu entdecken.

SPOX: Sie sind in Wahrheit mehr als ein harter Arbeiter sondern ein Point Forward im Stile eines Scottie Pippen?

Jerebko: Im Nationalteam: ja. In Detroit: keine Ahnung. (lacht) Mal schauen, wie Coach Lawrence Frank mich in Detroit einsetzen will - aber ich stehe bereit.

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SPOX: Fehlt Ihnen als Point Forward nicht ein zumindest ordentlicher Dreier?

Jerebko: Ich höre die Frage nach meinem Dreier immer wieder, dabei wissen die meisten gar nicht, dass früher der Dreier zu meinem Repertoire gehört hat. Nur in der NBA ist er in den Hintergrund getreten, weil ich immer vor allem als Arbeiter und Rebounder gefragt war. Deswegen bin ich sicher, dass der Dreier zurückkommt. Und deswegen bin ich sicher, dass ich überall spielen kann, wo mich der Trainer sieht: als Power Forward, als Small Forward - oder sogar als Shooting Guard.

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SPOX: Wie sieht Ihr nächster Karriereschritt in der NBA aus? Nach einer vielversprechenden Rookie-Saison verpassten Sie verletzt das komplette Jahr 2010/11. Die Vorsaison verlief durchwachsen mit 8,7 Punkten und 4,8 Rebounds.

Jerebko: Ich will in Detroit starten und ich will mehr scoren. Letztes Jahr stand nur unter dem Motto: Bloß gesund bleiben. Ich wollte das Vertrauen in meinen Körper wieder finden und mich wohl fühlen.

SPOX: In der Vorsaison schwankten Sie extrem zwischen starken und unscheinbaren Leistungen.

Jerebko: Die Konstanz kommt mit der Fitness. Ich fühle mich jetzt hundertprozentig bereit, jede Nacht Bestleistungen zu bringen.

SPOX: LeBron James sagte bei den Olympischen Spielen über Sie: "Jonas ist schon jetzt ein strahlender Star in Detroit und er wird besser und besser." Kennen Sie das Zitat?

Jerebko: LeBron ist einfach ein guter Typ. Er wurde von schwedischen Journalisten nach mir gefragt und er wurde gezwungen, etwas Nettes zu antworten. (lacht)

SPOX: Ganz so weit hergeholt sind James' Aussagen nicht. Weil in der Heimat ein derartiger Hype um Sie herrscht, geben Sie schwedischen Journalisten keine Interviews mehr. Stimmt das?

Jerebko: Es kommen schon sehr viele Anfragen rein. Und ehrlich gesagt sehe ich es nicht ein, warum ich den schwedischen Journalisten den Gefallen tun soll. Sie kommen nie in die USA, um mich vor Ort zu interviewen. Auch wenn ich es schade finde, ist es okay - aber dann dürfen sie sich nicht wundern, dass ich nicht jeden Tag für Interviews bereits stehen kann, wenn ich paar Tage im Jahr in Schweden verbringe.

SPOX: Zeigt Pistons-Präsident Joe Dumars die von Ihnen erhoffte Wertschätzung? Angeblich reist er sogar eigens wegen Ihnen nach Europa, um Sie in der EM-Quali zu beobachten.

Jerebko: Richtig, er kam Ende August nach Schweden. Zum einen sind wir sehr eng befreundet, zum anderen sind die Pistons eine großartige Franchise, die mir das Gefühl geben will, dass sie sich um mich kümmert. Das schätze ich sehr.

SPOX: Bei aller Harmonie: Was ist für Detroit nach drei Jahren mit Siegquoten unter 40 Prozent und dem Verpassen der Playoffs in dieser Saison möglich? Es fehlen die Superstars, doch dafür scheint die Mannschaft ausgeglichen besetzt zu sein mit Ihnen, Greg Monroe, Tayshaun Prince, Rodney Stuckey, Corey Maggette oder Rookie Andre Drummond.

Jerebko: Das Ziel heißt ganz klar: Playoff-Teilnahme. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir die Playoffs erreichen werden - und dort kann alles passieren.

SPOX: Woher kommt die Zuversicht?

Jerebko: Natürlich gibt es Teams mit größeren Namen. Miami ist die Mannschaft, die es zu schlagen gilt. Aber hinter ihnen sehe ich niemanden, mit dem wir nicht auf Augenhöhe sind. Die Brookyln Nets sind gut besetzt, allerdings werden sie sich erst finden müssen. In Orlando ist nach dem Howard-Trade alles neu. Chicago wird die komplette Saison ohne Derrick Rose auskommen müssen. Daher glaube ich, dass in der Eastern Conference alles möglich ist.

Der NBA-Spielplan der Detroit Pistons

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