Dienstag, 02.09.2008

NFL-Check: NFC North

Ohne Brett zum Division-Titel

Die Tage ohne NFL-Football sind endilch gezählt! Die NFL ist zurück und startet in die neue Saison. Bevor es losgeht, macht SPOX den großen NFL-Check. Mit allen Divisions, allen Teams und allen Stars. Das Power Ranking der NFC North. 

aaron rodgers, green bay packers, NFL
© Getty

1. Green Bay Packers

Offense:  Brett Favre ist weg - doch sein Nachfolger Aaron Rodgers scheint gut gerüstet zu sein. Zwar hat der 24-Jährige in seiner NFL-Karriere noch kein Regular-Season-Game von Beginn an bestritten, doch in seinen drei Jahren unter Favre hat er viel gelernt und ließ sich nicht einmal durch dessen Comeback-Pläne aus der Ruhe bringen. Er ist der "Leader of the Pack" und hat nicht nur mit Greg Jennings, Donald Driver und Zweitrunden-Draft-Pick Jordy Nelson unzählige hervorragende Anspielstationen. Diese Saison kann er den Durchbruch schaffen - er muss es sogar. Denn läuft es bei Rodgers nicht, wird es eng für die Packers. Erfahrenen Ersatz gibt es nicht und das Laufspiel kann trotz des aufstrebenden Running Backs Ryan Grant (2007: 956 Yards, 8 TDs) nicht die Last einer kompletten Saison tragen.

Defense: Die Packers D-Line mit Aaron Kampman (12 Sacks) und Kabeer Gbaja-Biamila (9 Sacks) gehört zu den besten der NFL. Hinzu kommen die starken Linebacker A.J. Hawk (129 Tackles) und Nick Barnett (165 Tackles), sowie die Routiniers Charles Woodson und Al Harris in der Secondary. Doch ein großes Problem wird bereits jetzt deutlich: Verletzungen. Zum Saisonstart sind Biamila (Knie) und Hawk (Brustkorb) angeschlagen. Auch Woodson und Harris sind wegen ihres fortgeschrittenen Alters gefährdet und haben in der vergangenen Saison bereits mehrere Spiele wegen Verletzungen verpasst.  

Player to watch: Klar, alle Augen sind auf Favre-Nachfolger Rodgers gerichtet. Doch in dessen Schatten könnte Grant endgültig den Durchbruch schaffen. Bereits in der vergangenen Saison trug der 25-Jährige den Ball häufiger über 20 oder mehr Yards als die Superstars LaDainian Tomlinson, Willie Parker, Adrian Peterson und Brian Westbrook.

Prognose: Die Packers haben einen talentierten Kader und insgesamt das beste Paket in der NFC North. Läuft es rund bei Aaron Rodgers und bleiben die Packers vom Verletzungspech verschont, sind sie der Top-Kandidat auf Divison-Titel und Playoff-Run.   

2. Minnesota Vikings

Offense: Die Vikings haben alles. Sie haben mit "Rookie of the Year"-Running Back Adrian Peterson (1341 Yards, 12 TDs) und Chester Taylor (844 Yards, 7 TDs) die beste Run-Offense der NFL. Sie haben mit Bernard Berrian (kam von den Chicago Bears) einen absoluten Top-Receiver. Sie haben sich in der Offseason gut verstärkt. Doch eines fehlt dem Team von Head Coach Brad Childress: ein Spitzen-Quarterback. Sie wollten Brett Favre und haben ihn nicht bekommen. Und so muss sich QB Tarvaris Jackson in seinem zweiten Jahr als Starter enorm steigern. 2007 warf der 25-Jährige in zwölf Spielen neun Touchdowns bei zwölf  Interceptions - zu wenig für einen ernsthaften Playoff-Kandidaten.

Defense:  Die Vikings haben nicht nur das beste Offensiv-Laufspiel der Liga, sie haben auch die beste Lauf-Verteidigung. Nur 74,1 Yards ließen sie 2007 im Durchschnitt pro Spiel zu - Liga-Spitze. Und es wurde noch einmal aufgerüstet. Mit Jared Allen kam der beste Sacker der Liga (15,5 Sacks), mit Madieu Williams ein zuverlässiger Mann für die Secondary. Trotzdem: Ist der Ball einmal in der Luft, haben die Vikings Probleme. 2007 stellten sie die schlechteste Pass-Verteidigung der Liga. Das muss sich bessern, sonst sind sie enorm anfällig.  

Player to watch: Adrian Peterson. 2007 kam er wie aus dem Nichts - jetzt muss er beweisen, dass er sich auch gegen speziell auf ihn ausgerichtete Verteidigungen durchsetzen kann. Die Vikings haben das beste Laufspiel, und Peterson ist der Schlüssel zum Erfolg. Kann er seine Rookie-Leistung bestätigen, entlastet er Quarterback Tarvaris Jackson - und ist der Garant für den Erfolg der Vikings.

Prognose: Alleine wegen des herausragenden Laufspiels sind die Vikings ein ernsthafter Gegner für die Packers, wenn es um den Titel in der NFC North geht. Klappt es nun auch noch mit dem Quarterback, ist noch viel mehr drin. Die Playoffs rufen.

Hier geht's zum Spielplan der neuen NFL-Saison 

3. Chicago Bears

Offense: Für die meisten Schlagzeilen der Bears-Preseason sorgte das Quarterback-Duell zwischen Rex Grossman und Kyle Orton. Coach Lovie Smith ließ beide in der Saisonvorbereitung offen gegeneinander antreten und fand in Orton am Ende seinen Starter.  Doch sicher ist dessen Job nicht: Misslingt der Saisonstart, könnte schon bald Grossman (mit dem die Bears 2006 in den Super Bowl einzogen) wieder die Nummer eins sein. Und die Diskussion hat noch einen weiteren Nachteil: Sie lenkt von den übrigen Offensiv-Problemen in Chicago ab. Die Bears verloren mit Bernard Berrian ihren besten Receiver an die Vikings, Star-Returner Devin Hester schwächelt als Pass-Empfänger und im Laufspiel ruhen fast alle Hoffnungen auf Rookie-Running Back Matt Forte. Das ist zu wenig für die Playoffs.   

Defense: Von einer Top-5-Verteidigung im Super-Bowl-Jahr 2006 zu einer der fünf schlechtesten Defensiv-Reihen in 2007. Der Loser-Blues hatte die Bears nach der Super-Bowl-Niederlage im vergangenen Jahr komplett im Griff. Ein Ausrutscher, hoffen die Verantwortlichen - und das mit Recht. Denn noch immer steht das Abwehr-Grundgerüst der einstigen Erfolgstruppe. Bleiben Tackle Tommie Harris, Middle Linebacker Brian Urlacher and Safety Mike Brown in diesem Jahr von Verletzungen verschont, könnte das einstige Prunkstück der Bears wieder glänzen und die schwache Offensive entlasten.  

Player to watch: Devin Hester. Der 25-Jährige ist bereits jetzt der gefährlichste Kick-Returner der NFL. Unvergessen sein 92-Yard-Kickoff-Return-Touchdown im ersten Spielzug von Super Bowl XLI. Gegnerische Teams kickten den Ball im vergangenen Jahr sogar mit Absicht ins Aus, nur um Hester aus dem Weg zu gehen. Sechs Mal trug er dennoch einen Return in die Endzone. In dieser Saison soll er sich endlich auch als Wide Receiver durchsetzen.

Prognose: Nach der schlechten Saison 2007 kann es für die Bears eigentlich nur besser werden. Stimmt die Moral und bleibt die Defense gesund, ist eine ausgeglichene Bilanz möglich. Doch auf Chicago warten harte Gegner - die Playoffs sind außer Reichweite.

4. Detroit Lions

Offense: Wenn die Lions eins haben, dann ist es Erfahrung - und zwar in Form von Jon Kitna, einem der produktivsten Quarterbacks der NFL. Er warf 2007 Pässe für insgesamt 4068 Yards. Das bedeutet Platz sechs in der Liga - vor Superstars wie Peyton und Eli Manning oder Ben Roethlisberger. Doch die Zeiten scheinen vorbei. Denn Kitna hat ein Problem: Er produziert zu wenig Touchdowns. Nur 18 Mal fand er einen Empfänger in der Endzone; Platz 15 in der Liga-Statistik. Und deshalb will Coach Rod Marinelli auch weg vom passlastigen Spiel. Zwar soll besonders Wide Receiver Calvin Johnson weiter für Big Plays sorgen, doch die großen Hoffnungen liegen auf dem Laufspiel und Rookie-Running Back Kevin Smith.

Defense: Die Lions stellten 2007 die schlechteste Defense der gesamten NFL. Sie erlaubten die meisten Yards (im Durchschnitt 377,6) und die meisten Punkte (insgesamt 444). Außerdem konnte der Gegner nirgendwo seine Pässe so sicher ins Ziel bringen wie in Detroit. Mehr als 70 Prozent der gegnerischen Würfe fanden ihr Ziel. Doch das soll sich in diesem Jahr ändern. Die träge Defensive Live hat abgespeckt, die Secondary wurde mit drei neuen Spielern verstärkt. Gelingt die Runderneuerung, können die Lions überraschen.

Player to watch: Kevin Smith. Um erfolgreich zu sein, brauchen die Lions eine grandiose erste Saison des Liganeulings. Das Potential hat der 21-Jährige allemal. Bis er zur klaren Nummer eins im Offensiv-Team wird, scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein. Doch kann er dem Druck und den großen Erwartungen in seiner Debüt-Saison standhalten?

Prognose: Gelingen den Lions die Umstrukturierung der Defense und ein ausgeglicheneres Angriffsspiel, so ist eine deutliche Verbesserung zur Vorsaison möglich. Dennoch: Das Team steckt mitten im Umbruch, die Playoffs sind in weiter Ferne.

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Jan-Hendrik Böhmer

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