NFL-Check: NFC South

Mit Bushs Hilfe in den Super Bowl

Von Daniel Paczulla
Dienstag, 02.09.2008 | 11:30 Uhr
Reggie Bush, nfc south, nfl, New Orleans Saints
© Getty
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Die Footballlose Zeit ist endlich vorbei! Die NFL ist zurück und startet in die neue Saison. Bevor es losgeht, macht SPOX den großen NFL-Check. Mit allen Divisions, allen Teams und allen Stars.

1. New Orleans Saints

Offense: Quarterback Drew Brees wird in der Liga unterschätzt. Dabei ist der 29-Jährige ein Anführer, der das Spiel gut liest und die richtigen Entscheidungen trifft. Mit Wide Receiver Marques Colston haben die Saints zudem einen absoluten Go-to-Guy, der von David Patten und Robert Meacham gute Unterstützung erhält. Eine Verstärkung ist Jeremy Shockey (Giants), der das Problem auf der Tight-End-Position löst, wenn er nicht für Schlagzeilen neben dem Platz sorgt. Verlassen kann sich Brees wieder auf seine O-Line, die nur 16 Sacks im Vorjahr zuließ. Jedoch muss sie besser für die Runnings Backs blocken (nur 3,7 Yards pro Lauf). Schmerzlich dürfte der Verlust von Führungsspieler Jeff Faine (Bucs) sein. Fraglich ist auch, in welcher Form sich die in der letzten Saison verletzten Running Backs Reggie Bush und Deuce McAllister präsentieren.

Defense: Letztes Jahr hatten die Saints ihre Stärken gegen das Laufspiel, aber Schwächen in der Passverteidigung. Darauf haben die Verantwortlichen reagiert und präsentierten neue Gesichter. DE Bobby McCray (Jaguars), DT Rookie Sedrick Ellis, LB Jon Vilma (Jets) sowie die CBs Randall Gay (Patriots) und Aaron Glenn (Jaguars) sollten die Abwehr weiter stabilisieren. Ziel: Mehr Druck auf den Quarterback ausüben und mehr Turnover provozieren.

Player-to-watch: Reggie Bush. Nach einem starken Rookie-Jahr enttäuschte der Nummer-2-Pick 2006 in der letzten Saison. Dabei ist ein starker Bush enorm wichtig, da McAllister immer wieder Verletzungen stoppen. Nur mit einem starken Laufspiel können die Saints weit in den Playoffs kommen.

Prognose: Die Saints werden sich den Titel in der NFC South sichern. Steigert sich die Defense und überzeugt Bush, ist sogar der Einzug in den Super Bowl möglich. Dafür muss aber alles perfekt laufen.

2. Tampa Bay Buccaneers

Offense: Die Bucs haben vor allem bei den Runnings Backs aufgerüstet. Nachdem sich Cadillac Williams am Knie verletzte (Comeback Mitte der Saison) und Michael Pittman (Broncos) weg ist, wurden mit Warrick Dunn (Falcons) und Michael Bennett (Chiefs) zwei gute Läufer verpflichtet. Das kommt der O-Line zu Gute, die stark im Laufspiel ist und mit C Jeff Faine (Saints) noch zusätzlich verstärkt wurde. Denker und Lenker der Bucs bleibt Quarterback Jeff Garcia. Der 38-Jährige wird zwar nicht jünger, trifft aber gute Entscheidungen und macht wenig Fehler (nur 4 INT). Sein Lieblingsziel bleibt weiterhin Joey Galloway. Doch der 36-Jährige braucht Entlastung. Und da sind Ike Hilliard, Michael Clayton sowie Tight End Alex Smith, der sein Potential ausschöpfen muss, gefragt.

Defense: Die Verteidigung dürfte weiterhin wie eine Mauer stehen (Nummer 2 der letzten Saison). LB Derrick Brooks und CB Ronde Barber gehören zur Extraklasse der Liga. DB Eugene Wilson (Patriots) und Rookie-CB Aqib Talib sollten den Abgang von CB Brian Kelly (Lions) vergessen machen.

Player-to-watch: Warrick Dunn. Nach sechs Jahren in Atlanta kehrt der 33-Jährige zurück nach Tampa Bay. Durch den Ausfall von Williams trägt er die Verantwortung im Laufspiel und soll das Passspiel entlasten.     

Prognose: Die Bucs werden wieder eine gute Saison spielen. Zwar reicht es nicht für den NFC-South-Titel, aber ein Wild-Card-Ticket geht an Tampa Bay.

Hier geht's zum Spielplan der neuen NFL-Saison

3. Carolina Panthers

Offense: Die O-Line wurde komplett umgekrempelt. Mit G Mike Whale (Seahawks) und C Justin Hartwig (Steelers) haben zwei Starter den Klub verlassen. Im Gegenzug kamen mit Keydrick Vincent (Cardinals), Toniu Fonoti (Falcons), Milford Brown (Rams) und Rookie-RT Jeff Otah vier neue Leute. Es bleibt abzuwarten, wie schnell sich die neue Formation findet. Fraglich ist auch die Besetzung der Running Backs. DeAngelo Williams und Rookie Jonathan Stewart, der Klasse besitzt, werden den gegnerischen Abwehrreihen keine große Angst machen. Dagegen sind die Panthers bei den Passempfängern stark besetzt. Steve Smith ist ein absoluter Top-Mann, der jetzt noch Unterstützung von Mushin Muhammad (Bears) und D.J. Hackett (Seahawks) bekommt. Bleibt noch der Quarterback und die alles entscheidende Frage: Bleibt Jake Delhomme fit?

Defense: Viel wird von DE Julius Pepper abhängen, der nach einer ganz schlechten Saison wieder zur alten Form finden muss. Zudem wäre es ein Vorteil, wenn LB Jon Beason an seine starke Rookie-Saison anknüpfen könnte. Das Problem in der Secondary wurde allerdings nicht gelöst.

Player-to-watch: Jake Delhomme. Wie fit ist der 32-jährige Quarterback? Wegen einer Ellenbogenverletzung konnte er in der letzten Saison nur drei Spiele absolvieren. Nun ist Delhomme zurück und die Hoffnungen ruhen auf ihm. Bereitet ihm die Verletzung keine Probleme mehr, ist er genau der richtige Mann für den Angriff.

Prognose: Die Playoffs sind für die Panthers kein Thema. Dafür sind die Fragezeichen in allen Mannschaftsteilen zu groß. Bis auf die Wide Receiver sind die Panthers eine Wundertüte.

4. Atlanta Falcons

Offense: Der Rookie hat sich für den Rookie entschieden. Head Coach Mike Smith schickt Nummer-3-Pick Matt Ryan als Starting-Quarterback ins Rennen. Kein leichtes Unterfangen für den 23-Jährigen. Viel Schutz von der O-Line darf er nicht erwarten. 47 Sacks mussten Atlantas Quarterbacks in der letzten Saison einstecken. Hoffnung gibt dagegen Wide Receiver Roddy White, der sein starkes Jahr nun bestätigen muss. Dahinter tummeln sich mit Laurent Robinson und Michael Jenkings zwei junge Passempfänger. Mit Alge Crumpler (Titans) haben die Falcons einen guten Tight End ziehen lassen. Als Ersatz kam der Backup der Titans Ben Hartsock. Für ein wenig Entlastung könnte das Laufspiel sorgen. Allerdings muss Michael Turner (Chargers) erst beweisen, dass er nach vier Jahren als Backup von LaDainian Tomlinson auch ein guter Starter ist.

Defense: Die Verteidigung ist dünn besetzt. Jedoch haben die Falcons junge Spieler, die athletisch sind und den gegnerischen Quarterback unter Druck setzen können. Das Hauptaugenmerk der Verantwortlichen lag in der Secondary. Zwar verlor man mit DeAngelo Hall (Raiders) einen guten Mann, sorgte aber für guten Ersatz: DB Erik Coleman (Jets), DB Von Hutchins (Texans) und Rookie-CB Chevis Jackson kamen nach Atlanta.

Player-to-watch: Matt Ryan. Der junge Quarterback wird in seinem ersten Jahr direkt ins kalte Wasser geworfen und soll als Franchise-Spieler aufgebaut werden. Erste Vergleiche mit Tom Brady wurden bereits gezogen. Er könnte eine neue Ära einleiten, braucht aber Zeit, um sich zu entwickeln

Prognose: Die Falcons stehen vor einem weiteren schweren Jahr. Es ist der zweite Neuanfang innerhalb der letzten beiden Jahre. Atlanta wird Lehrgeld bezahlen und muss aufpassen, nicht das schlechteste Team der Liga zu werden.

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