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Kölsch, Dänisch, Schwäbisch, Kölsch

Von Sebastian Hahn
Dominique Heintz hat es an Spieltag 8 auf Platz 1 der Rookie Ladder geschafft
© getty

Wer kann sich für die Startelf empfehlen, wem gelingt in dieser Saison endlich der Durchbruch und wer entwickelt sich zum absoluten Knaller-Transfer? Page 2 blickt in der Rookie Ladder wöchentlich auf die Leistungen der jungen Wilden in der Bundesliga. In der achten Ausgabe ist die Leichtungsdichte so hoch wie noch nie, drei Kölner überragen und spielen sich in die Top 5.

1. Dominique Heintz (1. FC Köln)

Wenn das gegnerische Sturmduo Huntelaar und Di Santo heißt, unter der Woche richtig Spaß hatte und vier Tore erzielt hat, dann weißt du als Innenverteidiger, dass du einen stressigen Sonntagnachmittag vor dir hast - eigentlich! Denn Heintz schmiss gemeinsam mit seinem Nebenmann Sörensen den Betonmischer an, gewann über 80 Prozent seiner Zweikämpfe und schaltete das königsblaue Sturmduo nahezu komplett aus. Heintz hat einen großen Anteil daran, dass der Effzeh die Länderspielpause auf einem Europa-League-Platz verbringt.

2. Andreas Christensen (Borussia Mönchengladbach)

Lucien Favre wird sich klammheimlich fragen, wo denn dieser Innenverteidiger herkommt, der in den letzten fünf Spielen seiner Amtszeit bei der Borussia mehr durch Fehler als durch sichere Abwehrarbeit auffiel. Unter Andre Schubert wendete sich das Blatt bei der Chelsea-Leihgabe, gegen den VfL Wolfsburg übernahm er die Rolle als Chef-Bewacher von Bas Dost. Der Niederländer dürfte letztmals so schlechte Laune gehabt haben, als er von Dieter Hecking öffentlich kritisiert wurde,. An Christensen gab es im Borussia-Park kein Vorbeikommen.

3. Arianit Ferati (VfB Stuttgart)

Hat Alexander Zorniger am Samstag vielleicht die Lösung für sein Offensivproblem gefunden? Zumindest schmiss der VfB-Coach den erst 18-jährigen Ferati nach knapp 65 Minuten ins kalte Wasser mit der Aufgabe, den Schwaben gegen 1899 Hoffenheim doch bitte etwas Zählbares zu sichern. Ferati nahm sich der Aufgabe glänzend an, leitete die Offensive um Längen besser als Maxim und legte Werner schließlich den Ball zum Last-Minute-Ausgleich vor. Fortsetzung folgt!

4. Yannick Gerhardt (1. FC Köln)

Nach Vogts Nasenbeinbruch durfte der Youngster nochmal als Ersatz in der Startelf ran - und machte es Peter Stöger unfassbar schwer, ihn für die kommende Partie wieder auf die Bank zu setzen. Der 21-Jährige überzeugte im Zentrum als Spielgestalter und sicherte auch defensiv gut gegen die Schalker Offensive ab. Krönte einen starken Auftritt mit dem 2:0, was die vorzeitige Entscheidung brachte.

5. Frederik Sörensen (1. FC Köln)

Schon der dritte Kölner in den Top 5. Sörensen zeigte sich zwar nicht so effektiv wie Nebenmann Heintz, der Däne hatte aber keineswegs Probleme mit dem Schalker Sturmduo Di Santo und Huntelaar. Es ist beängstigend, wie gut er mit Heintz nach nur acht Spieltagen harmoniert. Im Gegensatz zu den letzten Partien wirkte er zudem weniger zerfahren und hatte die nötige Ruhe im Spielaufbau.

6. Mitchell Weiser (Hertha BSC)

War im ersten Durchgang gegen den HSV der beste Mann auf dem Platz und spielte Ostrzolek über rechts schwindelig. Die Belohnung war die starke Vorlage auf Kalou, die die Hertha schon früh auf die Siegerstraße brachte. Nach der Pause war er dann in der Vorwärtsbewegung oft glücklos, sicherte dafür aber nach hinten gegen zugegeben harmlose Hamburger gut ab.

7. Yoshinori Muto (FSV Mainz 05)

Hätten seine Kollegen ein wenig mehr Abschlussstärke gezeigt, würde der Japaner wohl weiter oben in der Rookie Ladder stehen. Immerhin legte Muto das 2:0 für Malli auf und war von den Darmstädtern im ersten Durchgang nahezu nicht zu stoppen. Ließ im zweiten Durchgang dann aber doch deutlich nach, was aber auch an dem fehlenden Vorwärtsdrang des FSV lag.

8. Mahmoud Dahoud (Borussia Mönchengladbach)

Christoph who? Dahoud scheint nach acht Spieltagen die interne, wenn auch etwas offensivere Nachfolgelösung für Christoph Kramer zu sein. Der 19-Jährige ist nach zwei Jahren, in denen er unter Favre die Sitze auf der Bank im Borussia-Park ganz genau erkunden konnte, endlich dem Durchbruch nahe und hat sich in der Startelf der Gladbacher festgespielt. Gegen Wolfsburg überzeugte er mit einem starken Zweikampfverhalten und den richtigen Ideen im Spielaufbau. Er kann nur hoffen, dass der neue Trainer ihm auch eine Chance gibt.

9. Kenan Karaman (Hannover 96)

Mittlerweile hat Michael Frontzeck eingesehen, dass am Youngster kein Weg vorbeiführt. Im Nordderby fand sich Karaman zum zweiten Mal in der Startelf wieder und überzeugte mit starkem Offensivdrang, den die Bremer nie wirklich stoppen konnten. Harmonierte zudem gut mit Kiyotake und rückte nicht selten ins Zentrum, um dem Japaner Platz auf der linken Außenbahn zu schaffen. In einer eher durchwachsenen 96-Saison ist der 21-Jährige eines der Gesichter des aktuellen Aufschwungs.

10. Timo Baumgartl (VfB Stuttgart)

Gegen Hoffenheim der beste VfB-Verteidiger. Baumgartl leistete sich im Gegensatz zu Nebenmann Sunjic keine größeren Fehler und wirkte deutlich sicherer als der erfahrenere Rüdiger-Ersatz. Unter Zorniger scheint der 19-Jährige gesetzt und wächst mit jeder Partie in die Rolle als souveräner Bundesliga-Innenverteidiger herein, auch wenn ihm in seinem Alter fast logischerweise gelegentlich noch Fehler unterlaufen.

Auf den Plätzen: Pavel Kaderabek (1899 Hoffenheim), Maximilian Eggestein (SV Werder Bremen), Max Christiansen (FC Ingolstadt)

Die Rookie Ladder wird nach jedem Spieltag über zwei Hauptkriterien erstellt. Zum einen wird der generelle Eindruck, den der Spieler durch positive/negative Ereignisse im Spiel hinterlässt, bewertet. Zum anderen werden die Statistiken des Spielers herangezogen. Beides wird miteinander abgewogen und so entsteht das Top-10-Ranking. Dabei werden nur Spieler bewertet, die folgende Kriterien erfüllen:

1. Der Spieler darf nicht vor dem 1.1.1992 geboren sein, sprich zum Ende des Jahres 2015 nicht älter als 23 Jahre sein.

2. Der Spieler darf vor Saisonbeginn nicht mehr als 25 Spiele in der Bundesliga absolviert haben. Im Laufe der Spielzeit darf der Akteur diese Marke aber überschreiten, ohne aus dem Ranking zu fallen. Spieler, die unter 23 sind, aber schon mehr als 25 Spiele in der Bundesliga absolviert haben (z.B. Mario Götze), werden nicht bewertet.

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