Dienstag, 15.07.2008

Chris Kaman im Interview

"Hey, ich komme aus der NBA"

Athen - In der Mixed Zone gab es einen sanften Po-Klaps von Philip Zwiener, quasi als Belohnung für den guten Einstand in der deutschen Nationalmannschaft.

Chirs Kaman, Deutschland, Kapverden
© DPA
F�r Spox in Athen - Haruka Gruber berichtet vom Olympia-Qualifikationsturnier

Mit je 10 Punkten und Rebounds legte Chris Kaman gleich bei seiner Premiere im DBB-Trikot ein Double-Double auf und war damit der Star beim 104:68-Sieg über die Kapverdischen Inseln.

Im Interview spricht der 26-jährige Center der Los Angeles Clippers über die Unterschiede zur NBA, Parallelen zum Fußball und Nachhilfe bei Teamkollegen.

Frage: Vor dem Spiel haben Sie sich einige Minuten mit einem der Schiedsrichter unterhalten. Worum ging es?

Kaman: Ich wollte nur wissen, wie er pfeifen wird. Von wegen 'Hey Ref, wie läuft der Hase? Ich komme aus der NBA.' Er hat mir dann gesagt, auf was ich mich einstellen soll und ein paar Dinge erklärt, die ich vorher nicht so verstanden habe.

Frage: Was war im Vergleich zur NBA der größte Unterschied?

Kaman: Ich habe nicht geahnt, dass die Dreipunktlinie nach FIBA-Regeln tatsächlich so nah zum Korb ist. Da waren einige Dreier dabei, die in der NBA nur ganz normale Jumpshots gewesen wären. Daher musste ich aufpassen, den Gegnern - anders als in der NBA - am Perimeter nicht so viel Platz zu lassen.

Frage: Was war sonst anders?

Kaman: In der NBA geht es nur um Geschwindigkeit und um Scoren, Scoren, Scoren. Im internationalen Basketball sind die Spieler langsamer und weniger athletisch, dafür aber intelligenter. Ich mag das. Auch, dass hier der Mannschaftsgedanke viel mehr im Vordergrund steht und sich die Spieler untereinander viel näher sind. Es erinnert mich an eine College-Fußball-Mannschaft.

Frage: Sie scheinen sich wohlzufühlen.

Kaman: Auf jeden Fall. Es ist eine tolle Zeit. Dennoch werde ich noch eine Zeit brauchen, um in Topform zu kommen. Ich habe seit April nicht gespielt und war gegen die Kapverden dementsprechend etwas eingerostet. Zudem bin ich noch in der Lernphase.

Frage: Das heißt?

Kaman: Ich muss klüger spielen und aufpassen, wie ich meine Ellbogen einsetze, damit es nicht immer gepfiffen wird. Zudem habe ich nicht alle Plays intus. Aber die Mitspieler greifen mir unter die Arme. Wir sind ein richtiges Team.

Frage: Wird es gegen Neuseeland (18.15 Uhr im SPOX-TICKER) ähnlich einfach?

Kaman: Nein, sie beherrschen im Vergleich zu den Kapverden die Basketball-Grundlagen und schießen gefährlich aus der Distanz. Sie haben eine Menge Talent.

Haruka Gruber

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