Mittwoch, 18.02.2015

Nordische Ski-WM in Falun

Frenzel und Co. haben Rechnung offen

Deutschland und Norwegen sind in der nordischen Kombination seit Jahrzehnten Rivalen. Auch bei der WM in Falun haben Eric Frenzel und Co. Rechnungen offen.

Eric Frenzel und Co. wollen die Norweger bei der WM in Falun schlagen
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Eric Frenzel und Co. wollen die Norweger bei der WM in Falun schlagen

Fabian Rießle hatte die Nase gestrichen voll. "Der Tag der Abrechnung wird kommen, ich schwöre es", schimpfte der ansonsten als Frohnatur bekannte Schwarzwälder und versprach dem ewigen Rivalen Norwegen vollmundig eine Revanche. Wenige Minuten zuvor hatte Rießle beim Januar-Weltcup in Val di Fiemme wieder einmal einen Zielsprint gegen Jörgen Graabak verloren. Die offene Rechnung war um einen Posten reicher.

Deutschland gegen Norwegen: Was in den 1960er Jahren mit dem Duell zwischen Georg Thoma und Tormod Knutsen begann, führten Mitte der Achtziger der heutige Bundestrainer Hermann Weinbuch und Torbjörn Lökken sowie Anfang des Jahrtausends Ronny Ackermann und Petter Tande fort. Und bis heute ist es eine Rivalität auf höchstem sportlichen Niveau, eine, in der Eric Frenzel und Co. zuletzt überraschend häufig den Kürzeren zogen. Bei der WM in Falun soll sich das endlich ändern.

"Die Norweger sind brutal stark. Die haben sieben Leuten auf dem Stockerl gehabt, sind im Laufen richtig gut. Wir müssen im Springen stärker sein, um sie zu putzen", sagt Weinbuch vor der ersten WM-Entscheidung am Freitag. In der Tat gab es in Graabak, Mikko Kokslien und Magnus Moan in diesem Winter schon drei norwegische Weltcupsieger, aus Deutschland kamen "nur" Eric Frenzel und Johannes Rydzek.

Bittere Niederlage bei Heim-WM 2005

Besonders bitter: Auch zwei der drei Staffeln gewann Norwegen knapp vor Deutschland und weckte damit böse Erinnerungen. Etwa an die Heim-WM 2005 in Oberstdorf, als Schlussläufer Ackermann dem Norweger Kristian Hammer das erträumte Staffel-Gold überlassen musste. Oder an Olympia 2014 in Sotschi, wo Rießle den Zielsprint gegen Graabak um 0,3 Sekunden verlor. Norwegen, immer wieder Norwegen.

Diesmal wähnt sich das deutsche Team besser für die entscheidenden Meter vorbereitet. "Gerade Graabak ist dort sehr ausgebufft, deshalb haben wir diese Situationen geübt. Eric zum Beispiel hat neue Varianten, neue Möglichkeiten, um die Konkurrenz in Schach zu halten", sagt Weinbuch. Kaum zu glauben: WM-Gold hat eine deutsche Staffel zuletzt 1987 - mit Weinbuch - gewonnen, bei Olympia gab es zuletzt 1988 in Calgary Gold.

Mann gegen Mann zählt in Falun

Um diese Durststrecke zu beenden, wird es wohl auch in Falun auf das Duell Mann gegen Mann ankommen. "Natürlich haben wir das trainiert. Blaue Flecken gab es zwar keine, aber man muss sich schon durchsetzen", sagt Johannes Rydzek und glaubt an den deutschen Turbo kurz vor Schluss: "Wir haben immerhin drei starke Endspurtler, vor allem mit Eric und Fabian. Ich denke, da können wir definitiv Paroli bieten."

Abseits von Schanze und Loipe verstehen sich Frenzel, Rydzek und Co. übrigens blendend mit ihren norwegischen Rivalen. Doch sobald es um Siege geht, kennen beide Seiten keine Rücksicht mehr. Auch weil Rießle unlängst laut und deutlich Rache geschworen hat. Der Tag der Abrechnung, er soll endlich kommen. Möglichst schon in Falun.


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