62. Vierschanzentournee: Favoritencheck

Bricht Stoch die ÖSV-Phalanx?

Von David Wünschel
Samstag, 28.12.2013 | 12:41 Uhr
Kamil Stoch könnte der erste polnische Tournee-Sieger seit Adam Malysz werden
© getty
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Die 62. Vierschanzentournee steht vor der Tür (So., 16.30 Uhr im LIVE-TICKER). Nach einem halben Jahrzehnt der österreichischen Dominanz könnte ein Pole die Serie brechen. Zwei Deutsche wollen dabei ein Wörtchen mitreden. SPOX nimmt die Favoriten unter die Lupe.

Kamil Stoch: Der Weltcupführende

Lange Zeit wurde er als Nachfolger von Adam Malysz gehandelt, diesen Winter kann Kamil Stoch die Fußspuren des polnischen Volkshelden erstmals ausfüllen. Seit fünf Jahren geht es für ihn stetig bergauf, nun kann er sich an der Spitze festsetzen. Bei den letzten vier Wettkämpfen landete Stoch immer unter den ersten Drei, zweimal konnte er gewinnen. In Engelberg stand er sogar mit seinem Landsmann Jan Ziobro auf dem Podest.

"Das war ein großartiges Gefühl. Darauf hat das ganze Team schon lange gewartet", jubelte der 26-Jährige. Mit dem gelben Trikot des Weltcupführenden reist Stoch zum ersten Saisonhöhepunkt. Er ist der Favorit und wirkt stabiler als die Konkurrenz, das bestätigte Jens Weißflog im SPOX-Interview: "Er zeigt als einziger Springer eine Tendenz zur Konstanz." Nach fünf rot-weiß-roten Tournee-Erfolgen könnte ihm die Wachablöse gelingen.

Gregor Schlierenzauer: Der Rekordsieger

Mit erst 23 Jahren ist Gregor Schlierenzauer schon der erfolgreichste Weltcup-Springer aller Zeiten. Mit 52 Siegen wird er die schier unerreichbare Bestmarke von Matti Nykänen (46) pulverisieren, für Coach Alexander Pointner ist im SPOX-Interview selbst die Schallmauer von 100 Erfolgen möglich. Auch bei der Tournee ist er das heißeste ÖSV-Eisen.

Zuletzt zeigte die Formkurve nach unten, der letzte Podestplatz liegt sechs Wettkämpfe zurück. In Engelberg landete er im ersten Springen nur auf dem 27. Rang, tagsdarauf wurde er nach Halbzeit-Führung Vierter. Der Dominator der letzten Jahre konstatierte: "Für den Sieg hat mir die Selbstverständlichkeit gefehlt." Wenn die zurückkehrt, ist dem Überflieger der Hattrick zuzutrauen.

Severin Freund: Die heiße Aktie

Wie schon bei der letztjährigen Ausgabe zählt Severin Freund zu den Favoriten auf einen Podestplatz. Bundestrainer Werner Schuster bezeichnete ihn als "heißeste Aktie" im deutschen Team. Die Generalprobe in der Schweiz versemmelte der Weltcup-Vierte aber: Erst landete er unsanft auf dem Hosenboden, beim zweiten Wettkampf reichte es nur zu Rang 20.

Dennoch ist der Leader der DSV-Truppe zuversichtlich - schließlich muss die Form erst am Sonntag passen. "Es hat letztes Jahr fast geklappt. Da bin ich gut in Fahrt gekommen, aber nicht sehr gut", erklärte Freund. "Bis auf eine Ausnahmesaison gibt es in einer Saison immer Wellen und man muss drauf achten, dass die Welle beim Höhepunkt oben ist." Dann könnte es für ihn weit nach vorne gehen.

Anders Bardal: Die Konstanz in Person

Alles andere als ein Erfolg von Stoch oder Schlierenzauer wäre eine große Überraschung - aber genau die trauen Anders Bardal einige Experten zu. Der Norweger ist die Konstanz in Person. Seit drei Jahren landet er Springen für Springen unter den ersten zehn, in dieser Saison war er bei keinem Auftritt schlechter. Im Gesamtweltcup belegte er in den letzten beiden Wintern Platz eins und zwei.

Aber: Während Bardal in der Breite gute Leistungen zeigt, fehlt die Spitze. Er springt nur ganz selten bis ganz nach vorne. Erst fünf Siege stehen in seiner langen Karriere zu Buche. Dennoch könnte er der lachende Dritte werden. Sollte die Konkurrenz überraschend patzen, stünde Bardal wohl dankend bereit.

Taku Takeuchi: Japans Leader

Er gehört mit 26 Jahren dem jüngeren Lager der japanischen Mannschaft an. In dieser Saison war er vor Oldie Noriaki Kasai und Daiki Ito der bislang konstanteste und beste Springer seines Landes. Höhepunkt war Platz zwei in Lillehammer, als er sich einzig Schlierenzauer geschlagen geben musste.

Der Sieger meinte im Nachhinein: "Taku ist ein gefährlicher Gegner, seine Technik ist gut und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er ganz oben auf dem Podest steht." Lob von höchster Stelle. Ein Weltcup-Sieg fehlt Takeuchi nach wie vor. Während ihm ein Platz unter den Top 3 auf jeden Fall zuzutrauen ist, käme der ganz große Wurf einer Sensation gleich.

Andreas Wellinger: Der Shootingstar

In der Vorsaison schoss Andreas Wellinger aus dem Nichts in die Weltelite, mittlerweile hat sich der Shootingstar im Skisprung-Zirkus etabliert. Die Erwartungen von der Öffentlichkeit sind gestiegen, davon lässt sich er nicht beeindrucken: "Wenn ich bei der Tournee mit den Sprüngen zufrieden sind, ist die Platzierung zweitrangig."

Dennoch traut ihm DSV-Cheftrainer Schuster die Überraschung zu. "Er ist definitiv weiter, konnte sich vom Niveau noch einmal steigern", betonte der Entdecker des erst 18-Jährigen. "An einem guten Tag kann er alle schlagen, auch wenn die extreme Leichtigkeit des Vorjahres weg ist."

ÖSV-Trainer Alexander Pointner geht sogar noch weiter: "Andreas Wellinger könnte einen Hype lostreten. Er wäre so ein Typ Spitzensportler, der neue Dimensionen erreichen könnte." Bei der Tournee muss der Sieger des Sommer-Grand-Prix beweisen, dass er auch unter Druck funktioniert.

Jan Ziobro und Thomas Morgenstern: Die Außenseiter

Ähnlich wie Wellinger im Vorjahr schoss Ziobro in Engelberg wie Kai aus der Kiste nach ganz oben. Während er zuvor bei einer Vielzahl an Wettkämpfen den zweiten Durchgang verpasste, landete er bei der Generalprobe zum Verblüffen der Experten auf den Plätzen eins und drei. Ist der 22-Jährige in der Lage, die Hochform zu konservieren, könnte er bei der Tournee zum Dark Horse avancieren.

Auch Thomas Morgenstern will bei der Tournee wieder angreifen. Nach dem schweren Sturz in Titisee-Neustadt, bei dem sich der Sieger von 2010/11 schwere Prellungen und Schnittwunden im Gesicht zuzog, wird er vermutlich rechtzeitig zum Auftakt in Oberstdorf wieder fit sein. Ob ihm der Satz vom Krankenbett auf das Podium gelingt?

Gespannt sein dürfen wir auch auf zwei Oldies: Martin Schmitt und Rekordsieger Janne Ahonen kehren nochmal auf das große Parkett zurück. Angesichts der bisherigen Saisonleistungen scheint ein vorderer Platz außer Reichweite. "Auch sie können das Rad der Zeit nicht zurückdrehen", so Weißflog. "Der Spaß treibt sie an, deshalb nehmen sie Strapazen sowie Kritik auf sich. Ich glaube allerdings nicht, dass sie jemals wieder die Spitze aufmischen werden."

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