Simon Ammann und die Vierschanzentournee

Das ewige Warten auf die Bescherung

Von Savas Savidis
Freitag, 31.12.2010 | 12:47 Uhr
Bereits 2002 in Salt Lake City holte Simon Ammann zwei olympische Goldmedaillen
© Getty
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Der Schweizer Simon Ammann hat schon fast alles gewonnen - Weltmeisterschaften, Gesamtweltcup-Siege und Olympische Goldmedaillen. Nur bei der Vierschanzentournee hat es bislang noch nie geklappt. Trotzdem will der 29-Jährige auch in diesem Jahr wieder angreifen.

Simon Ammann und die Vierschanzentournee - ein besonderes Kapitel in der Skisprung-Geschichte. Der 29-jährige Schweizer gewann in diesem Jahr die Skiflug-WM, holte den Gesamtweltcupsieg und noch zwei Olympische Goldmedaillen bei den Einzelspringen in Vancouver.

Die Tournee, das Wintersporthighlight schlechthin, konnte er aber noch nie gewinnen. Ammann und das Zwei-Länder-Event: Werden sie jemals Freunde?

Im vergangenen Winter reichte es für den Mann mit dem Spitznamen "Harry Potter" nur zu Platz fünf in der Tournee-Gesamtwertung. Sein bestes Resultat in der Endabrechnung war ein zweiter Platz in der Saison 2008/2009.

Insgesamt 17 Weltcupsiege stehen für den Toggenburger zu Buche. Eine Goldmedaille bei der Nordischen Ski-WM ist neben dem vielen Olympia-Gold ebenfalls im prall gefüllten Trophäenschrank zu finden.

Der fehlende Tournee-Triumph

Eigentlich könnte Ammann aufhören. Wäre da nicht der fehlende Tournee-Triumph. Vielleicht der einzige Grund, warum der Schweizer seine Karriere im Anschluss an die fast perfekte vergangene Saison überhaupt fortgesetzt hat.

Das Augenmerk richtet "Simi" jetzt voll auf die Zeit zwischen Oberstdorf und Bischofshofen. "Bereits als kleiner Skispringer habe ich die Tournee mitverfolgt und mir erträumt, einmal einer der Sieger zu sein", erinnert sich Ammann, der sich nichts sehnlicher wünscht, als einen krönenden Abschluss einer einzigartigen Karriere.

Dennoch: Auch in diesem Jahr scheint das Glück nicht auf seiner Seite zu sein. Den Auftakt der 59. Tournee in Oberstdorf am Mittwoch gewann Thomas Morgenstern. Ammann wurde nur Vierter und hat schon nach der ersten Sprungstation 30 Punkte Rückstand auf den Überflieger aus Österreich.

Fast schon utopisch, da noch an einen Gesamtsieg zu glauben. Vor allem wegen der Topform von Morgenstern, mit der dieser die Konkurrenz derzeit in Grund und Boden springt.

Goldberger: "In Oberstdorf kann man die Tournee nicht gewinnen"

Andreas Goldberger, ehemaliger Skispringer, wiederholt gebetsmühlenartig: "In Oberstdorf kann man die Tournee nicht gewinnen, aber man kann sie dort verlieren." Das gilt speziell für Ammann. Er reist immer als einer der Favoriten auf den Gesamtsieg an, verliert dann aber immer die Konstanz, die ihn sonst auszeichnet und bei dem Event unerlässlich ist.

Ein Fehler, und der Traum vom Gewinn wird mit einem Schlag zerstört. "Viele verkrampfen beim Versuch, sie unbedingt zu gewinnen, vergessen dabei jedoch, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren", sucht Goldberger nach einer Erklärung.

Das könnte im Fall Simon Ammann zutreffen. Doch auch wenn seine Siegchancen nach dem ersten Springen nicht gut stehen, das Wort "Aufgeben" findet sich nicht im Sprachjargon des Olympiahelden wieder: "Für mich ist es erstmal wichtig, dass ich beim Wettkampf ruhig geblieben bin", sagte er nach dem Wettbewerb in Oberstdorf gegenüber SPOX. "Die Topform fehlt mir allerdings noch". Die ist allerdings notwenig - gemischt mit einer Portion Glück ergibt sie das Patentrezept.

Simon Ammann will nun in Garmisch-Partenkirchen (Springen am Sa. ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) angreifen. Er muss hoffen, dass es das Glück vielleicht diesmal gut mit ihm meint.

Der Skispringen-Kalender zur Saison 2010/11 im Überblick

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