Das Power-Ranking zu den US Open

Djokovic vs. Djokovic

Von Liane Killmann
Montag, 29.08.2011 | 11:07 Uhr
Novak Djokovic hat 2011 57 von 59 Matches gewonnen
© Getty
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In New York beginnen die US Open. SPOX nimmt die Favoriten für das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres unter die Lupe und verrät, wer das Zeug hat, den Arrivierten ein Bein zu stellen. Wer kann Novak Djokovic stoppen? Was machen Roger Federer und Rafael Nadal? Und wie stehen die Chancen für Andrea Petkovic und Sabine Lisicki? Das Power-Ranking.

1. Novak Djokovic

Der Serbe ist und bleibt der überragende Mann der Saison, daran hat auch der Wechsel auf die Hartplätze nichts geändert. In Montreal gewann er im Finale gegen Mardy Fish seinen fünften Masters-Titel des Jahres - Rekord! Damit hängte er Rafael Nadal und Roger Federer ab, die 2005 bzw. 2005 und 2006 jeweils vier der neun Turniere der 1000er Kategorie gewonnen hatten.

Nick Bollettieri exklusiv: "Djokovic ist der kompletteste Spieler aller Zeiten"

Eine Woche nach dem Triumph folgte eine Schrecksekunde: Djokovic musste im Endspiel von Cincinnati beim Stand von 4:6, 0:3 gegen Andy Murray die Waffen strecken. Grund war eine Blessur in der rechten Schulter. "Ich konnte nicht aufschlagen und keine Vorhand spielen", erzählte Nole im Anschluss. Eine gute Erklärung für die erst zweite Niederlage des Jahres - bei 57 Siegen!

Prognose: Djokovic kann nur der eigene Körper stoppen.

Blog-Vorschau zu Djokovic und Federer

2. Andy Murray

Murray ist der einzige der Big Four, der noch keinen Grand-Slam-Titel auf dem Konto hat. In den entscheidenden Momenten, da sind sich Experten wie Nick Bollettieri und Boris Becker einig, fehlt ihm die mentale Stärke. Sein Angriffsspiel ist häufig nicht aggressiv genug.

Vor New York jedoch sind die Vorzeichen andere: Der Schotte ist wohl der Fitteste der Big Four. Nach seinem blamablen Aus in Montreal (3:6, 1:6 gegen den Südafrikaner Kevin Anderson) berappelte sich der lange Schlacks und gewann Cincinnati. Die Aufgabe des Djokers im Endspiel ist nicht das Entscheidende: Murray spazierte durch dieses hervorragend besetzte Vorbereitungsturnier, schlug David Nalbandian, Alex Bogomolov Jr., Gilles Simon sowie Mardy Fish und gab dabei keinen einzigen Satz ab.

Prognose: Kann der Schotte den Schalter auf Angriff umlegen und seinen Bällen zielstrebiger nachgehen, ist das Finale drin.

3. Mardy Fish

Finale Montreal (mit Satzgewinn gegen Djokovic), Halbfinale Cincinnati (gegen Murray) - der US-Amerikaner ist der klare Aufsteiger der Hartplatzsaison. Früher meist als Highschool-Kumpel von Andy Roddick belächelt, hat der starke Aufschläger sein Repertoire erweitert.

Einen Nadal mit drei und vier in einem Viertelfinale heimzuschicken - keine Kleinigkeit! Fish kann man ernsthaft zutrauen, ein Halbfinale der Big Four zu sprengen.

Prognose: Fish muss konstant an sein Limit gehen, aber dann erreicht er die Semis.

4. Roger Federer

Gerade 30 geworden, hat der Schweizer in den letzten Wochen oft die Frage beantworten müssen, wie lange er denn noch weiterspielen will. Höflich lächelnd wie immer referierte der Rekord-Grand-Slam-Champ daraufhin über seine Olympia-Pläne mit Martina Hingis und Turnier-Teilnahmen über den Sommer 2012 hinaus.

Nach dem überraschend frühen Aus in Wimbledon spielte Federer ein paar ordentliche Hartplatzmatches, bei Jo-Wilfried Tsonga (Achtelfinale Montreal) und Tomas Berdych (Viertelfinale Cincy) war aber Endstation. Doch Flushing Meadows ist sein Ding, 2004 bis 2008 gewann er die US Open, 2009 war er im Finale, letztes Jahr verlor er in den Semis einen Fünf-Satz-Krimi gegen Djokovic.

Prognose: Abschreiben darf man den Rekord-Mann nie, ein Finaleinzug wäre aber schon eine kleine Überraschung.

5. Rafael Nadal

Der Spanier ist in diesem Sommer nicht er selbst. Die Schmerzen an der Ferse sind vielleicht ein Grund. Entscheidend aber ist: Nadal hat während der unheimlichen Siegesserie von Djokovic seine Ruhe und Dominanz verloren. Der Serbe hat ihn in dieser Saison zum ersten Mal abgehängt, und das gleich deutlich - es scheint, als könne Nadal den Verlust der Nummer eins nach 57 Wochen seiner Regentschaft schlecht verknusen.

Blog-Vorschau zu Rafael Nadal

Fünf Wochen nach seiner Finalniederlage gegen Djokovic in Wimbledon kehrte Nadal auf die Tour zurück, um gleich gegen Ivan Dodig den Kürzeren zu ziehen. In Cincinnati quälte er sich gegen Julien Benneteau und Fernando Verdasco - Fish war einfach zu stark. Der "alte" Nadal hatte eine Breakball-Verwertungsquote zum Fürchten, gegen Fish vergab er alle vier und kassierte im siebten Spiel gegen den US-Profi die erste Niederlage.

Prognose: Für den Spanier wird es schwer, seinen Stammplatz unter den letzten Vier einzunehmen.

Man to watch: Jo-Wilfried Tsonga

Eine Wundertüte: Der Franzose pendelt zwischen Weltklasse und Leichtsinnsfehlern. In dieser Hartplatzsaison schlug er Roger Federer, Marin Cilic und Bernard Tomic, unterlag allerdings auch einem Alex Bogomolov Jr.

Der Viertelfinalsieg gegen Federer in Wimbledon hat dem 26-Jährigen zweifellos Selbstvertrauen verliehen, doch sein altes Problem mit der fehlenden Konstanz ist er noch immer nicht ganz los.

Prognose: Minimiert Tsonga seine Fehler, ist alles möglich.

Blog: Noch ein Man to watch: Juan Martin del Potro

Aussichten der Deutschen: Mies

Der Achtelfinal-Einzug von Philipp Kohlschreiber in Cincinnati (nach starken Auftritten gegen Andy Roddick und Feliciano Lopez) kann nicht darüber hinweg täuschen, dass die DTB-Herren auf Hartplatz noch nach ihrer Form suchen. Es hagelte Erstrundenniederlagen.

Florian Mayer kann davon ein Lied singen: In New York immerhin an Position 26 gesetzt, scheiterte der Mann mit der Riesen-Vorhandfelge in Cincinnati und Montreal jeweils an der Auftakthürde - sie hießen immerhin Ivo Karlovic und Richard Gasquet.

Philipp Petzschner kappte seine schwarze Serie nach vier Pleiten in Runde eins erst in Montreal, nur um das nächste Match zu verlieren. Überraschende Erfolgsmeldungen von Tobias Kamke, Michael Berrer oder Matthias Bachinger sucht man ebenso vergebens.

Prognose: Nur mit viel Glück erreicht ein Deutscher die dritte Runde, dass einer die zweite Woche erlebt, ist illusorisch.

Seite 2: Das Power-Ranking zu den Damen

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