Hurrikan Irene wütete in New York

Hurrikan macht Lisicki und Co. zu Couchpotatoes

SID
Sonntag, 28.08.2011 | 17:31 Uhr
Hurrikan Irene wütete über New York und damit auch Flushing Meadows
© Getty
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Der über New York wütende Hurrikan "Irene" gefährdete zeitweise den Start der US Open am Montag. Das Vorbereitungsprogramm auf das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres sah deshalb nicht nur bei Andrea Petkovic und Dallas-Siegerin Sabine Lisicki ungewöhnlich aus.

Hamsterkäufe, Zimmerpartys und Filmmarathons: Hurrikan "Irene" hat auch die Vorbereitung der Tennisprofis auf die anstehenden US Open in New York kräftig durcheinandergewirbelt.

Während die aus Sicherheitsgründen gesperrte Anlage in Flushing Meadows am Sonntag einer Geisterstadt glich, verbrachten Andrea Petkovic, Rafael Nadal & Co. den Tag vor dem geplanten Turnierstart quasi als "Couchpotatoes".

Wimbledon-Halbfinalistin Sabine Lisicki geriet nach ihrem Endspielsieg in Dallas, ihrem zweiten Turniertriumph in diesem Jahr, sogar leicht in Panik. "Alle Flüge nach NYC in den nächsten Tagen wurden gestrichen...Züge, Busse, nichts geht. Wie sollen wir dort hinkommen?", twitterte sie nach dem 6:2, 6:1 gegen Aravane Rezai (Frankreich).

US Open können wie geplant beginnen

Hoffnungsträgerin Petkovic kündigte angesichts der zeitweise angespannten Lage im stellenweise evakuierten Big Apple einen DVD-Marathon auf ihrem Hotelzimmer an.

Entwarnung konnte am Sonntagmittag Ortszeit gegeben werden, nachdem die befürchtete Katastrophe ausgeblieben war. Der Hurrikan sorgte allerdings für Überflutungen und Stromausfälle.

Der US-Verband bestätigte indes, dass das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres wie vorgesehen am Montag (17.00 Uhr/MESZ) mit den ersten Auftaktpartien beginnen kann.

Die an einem Meniskuseinriss laborierende Petkovic hatte ihre Begegnung mit den Vorboten von "Irene" bereits bei ihrer vorerst letzten Trainingseinheit am Samstag. Im hartnäckigen Nieselregen war dabei von ihrer Knieverletzung nichts mehr zu spüren. Trotzdem mahnte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner: "Ich habe natürlich Angst. So eine Knieblessur ist keine Zerrung", sagte Rittner.

Lisicki droht Duell mit Venus Williams

Die Weltranglistenelfte Petkovic, die noch um einen Platz für das Masters der besten acht Spielerinnen Ende Oktober in Istanbul kämpft, trifft in der ersten Runde der mit 23,7 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung auf die Qualifikantin Jekaterina Bytschkowa (Russland). Der formstarken Lisicki droht in der zweiten Runde bereits ein Duell mit Venus Williams (USA).

Die deutschen Männer um den gesetzten Florian Mayer ("Ich habe viele Getränke und genug Essen eingekauft") hatten in Sachen "Irene" indes Rat bei Tommy Haas gesucht.

Der 33-Jährige mit Wahlheimat Florida konnte aber nur bedingt weiterhelfen. "Ich habe zwar schon ein paar tropische Stürme erlebt, aber noch keinen Hurrikan durchgemacht", sagte Haas, der voraussichtlich zum letzten Mal in Flushing Meadows an den Start gehen wird.

Die Davis-Cup-Kollegen Philipp Petzschner und Philipp Kohlschreiber hatten vor dem Hurrikan bereits das Erdbeben in New York in der vergangenen Woche miterlebt. "Das sind auf jeden Fall die außergewöhnlichsten US Open meiner Karriere", meinte Kohlschreiber, während "Petzsche" erklärte: "Ich habe hier alles geboten bekommen." Insgesamt gehen 13 Deutsche an den Start - sieben Männer und sechs Frauen.

Serena: "Ich fürchte mich"

Am Samstag war aus Sicherheitsgründen der traditionelle "Kinder-Tag" mit Hunderten von Teilnehmern und Showteilen abgesagt worden. Der früheren Weltranglistenersten Serena Williams war nicht zum Spaßen zumute. "Die Straßen sind verlassen. Ich habe New York noch nie so gesehen. Ich fürchte mich", teilte die Mitfavoritin vor ihrem Heimspiel mit.

Der spanische Titelverteidiger Rafael Nadal meinte besorgt: "Das wird keine spaßige Erfahrung. Ich werde im Hotel sitzen und Filme schauen."

Andy Murray twitterte: "Wir stecken wegen des Hurrikans im Hotelzimmer fest." Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer sprach von einem "beängstigendem" Gefühl. Für ein wenig Unverständnis sorgte eine Aussage von Wimbledon-Finalistin Maria Scharapowa, die die "Überreaktion" der Menschen nicht verstehen konnte.

Bürgermeister Michael Bloomberg hatte allen Bürgern und Besuchern von New York empfohlen, ab Samstagabend die Häuser für 24 Stunden nicht zu verlassen. Am Samstagnachmittag war der öffentliche Nahverkehr erstmals in der Geschichte gestoppt worden. Die Tennisanlage war am Samstag um 17.00 Uhr bis auf weiteres geschlossen worden.

Die WTA-Weltrangliste

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