Mittwoch, 02.07.2008

Entscheidung vor Gericht

Rasmussen zurecht entlassen

Kopenhagen - Zwei Jahre Sperre wegen trickreich geschwänzter Doping-Kontrollen und als Trostpflaster 715.000 Euro für die nicht ganz saubere Kündigung durch den Arbeitgeber: Für den dänischen Radsportprofi Michael Rasmussen (34) beginnt die Tour-Woche mit einem Urteil.

Radsport, Tour de France, Rasmussen
© Getty

Drei Tage vor dem Start ist der Bergspezialist wieder nachdrücklich an seinen dramatisch verpassten Gesamtsieg im letzten Sommer erinnert worden. Dabei hatten den eigenwilligen Dänen noch kurz zuvor in der Heimat ganz andere Gedanken bewegt: "Ich bin in Topform.

Wenn ich am Samstag mit an den Start gehen könnte, würde es wieder wie bei der letzten Tour werden. Die anderen dürften um die Plätze hinter mir kämpfen."

715.000 Entschädigung an Rasmussen

Daraus wird definitiv nichts, nachdem der für Rasmussen zuständige Radsportverband von Monaco den Bergspezialisten für zwei Jahre gesperrt hat, rückwirkend gerechnet ab seinem Rauswurf von der Tour am 25. Juli 2007.

Damals wurde bekannt, dass Rasmussen sich um fällige Dopingkontrollen mit der Behauptung gedrückt hatte, er sich in Mexiko nicht erreichbar. In Wirklichkeit aber trainierte er in Italien.

Diese Enthüllung kostete den damals praktisch uneinholbar führenden Star der niederländischen Rabobank-Mannschaft den Gesamtsieg beim wichtigsten Radrennen der Welt. Dass ihn sein angeblich unwissender Arbeitgeber postwendend kündigte, befand ein Gericht in Utrecht für grundsätzlich rechtens.

Allerdings hätte Rabobank seinen Star nicht fristlos entlassen dürfen und muss ihm deswegen eine Entschädigung von 715.000 Euro zahlen.

Rückkehr nach Sperre bleibt offen

Rasmussen ließ über seinen Anwalt mitteilen, dass er dies als "moralischen Sieg" bewerte. Das Gericht wies die von Rasmussen per Klage geltend gemachte Forderung auf Zahlung von 5,5 Millionen Euro als Ersatz für zahlreiche Prämien in der Folge des erwarteten Toursieges ab.

Es hielt Rabobank vor, man habe spätestens zum 3. Juli wissen können, dass Rasmussen nicht in Mexiko war. Der Ex-Arbeitgeber muss dem Dänen unter anderem die Prämie für den sehr wahrscheinlichen Toursieg in Höhe von 400.000 Euro bezahlen.

Ob Rasmussen nach Ablauf der Sperre im nächsten Sommer noch mal im Profi-Radsport antreten will, blieb offen. Er hatte am Wochenende als Zuschauer bei den dänischen Straßenmeisterschaften erklärt: "Ich finde ganz bestimmt einen neuen Arbeitgeber. Die Interessenten warten nur auf eine Entscheidung."


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