Debüt im Nachtrennen für Weltmeister Stefan Bradl

Bradl: "Ich bin bereit für Katar"

SID
Donnerstag, 05.04.2012 | 11:43 Uhr
Im letzten Jahr Weltmeister in der Moto2, jetzt in der MotoGP unterwegs: Stafan Bradl
© Getty
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Neuland für "Rookie" Bradl: 152 Tage nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft in der Motorrad-Rennserie Moto2 startet Stefan Bradl am kommenden Sonntag erstmals in der Königsklasse MotoGP. Im Nachtrennen beim Großen Preis von Katar geht er als einziger deutscher Fahrer an den Start.

Die spannende Frage: Wo wird er sich einordnen bei den "Großen"? Bradl selbst sieht sich leistungsmäßig unmittelbar hinter den sechs Werksfahrern der Teams Ducati, Honda und Yamaha. "Platz sieben ist durchaus ein realistisches Ziel", sagte der Bayer der Nachrichtenagentur "dapd".

Bei den Tests im Winter konnte er überzeugen und reihte sich regelmäßig im Mittelfeld der Zeitentabelle ein. Der Favorit auf den Gesamtsieg steht für den 22-Jährigen fest: "Das ist nur einer, Casey Stoner", sagte Bradl im Interview mit dem Magazin "kicker".

Seine Umstellung auf das deutlich leistungsstärkere Zweirad war erfolgreich: "Einzig körperlich ist es deutlich anstrengender als im Vorjahr in der Moto2."

Neues Reglement erhöht Spannung unter den Top-Fahrern

Nicht nur Bradl betritt in der Saison neues Terrain. Nach der Anhebung des Hubraum-Limits auf 1.000 Kubikzentimeter hat noch kein Team im Rennen Erfahrungen mit den mehr als 250 PS starken Maschinen machen können. Bei den drei mehrtägigen Testrunden in der Winterpause präsentierte sich der amtierende Champion Stoner (Repsol-Honda) erneut weltmeisterlich, Rivale Jorge Lorenzo (Yamaha) konnte den Abstand jedoch deutlich verkürzen.

"Wir werden erst nach einigen Rennen aussagekräftige Ergebnisse haben", sagte ein zurückhaltender Stoner im Interview auf der Website der Rennserie. Der neunmalige Weltmeister Valentino Rossi steht nach durchwachsenen Testergebnissen auch in seinem zweiten Jahr bei Ducati vor einer schwierigen Saison.

Bradl in Tests 1,3 Sekunden hinter der Spitze

Bradl, der durch intensives Krafttraining im Winter deutlich an Statur gewonnen hat, war bei den letzten Tests im spanischen Jerez de la Frontera Ende März 1,3 Sekunden hinter der Spitze. "Ich bin bereit auf Katar und freue mich drauf", sagte der gebürtige Augsburger danach.

Es dürfte jedoch schwierig werden, diesen Abstand zu halten oder gar zu verkürzen. Im Laufe der 18 Rennen andauernden Saison kommen die Werksfahrer in den Genuss der Entwicklungsteile, Bradls "Satellitenteam" LCR-Honda wird je nach Punktausbeute mit dem neusten Material bedacht. "Da ist man knallhart", sagt Bradl.

Teamchef Lucio Cecchinello fand in einem Interview mit dem Sender "Sport1" viel Lob für Neuzugang Bradl: "Jeder war positiv überrascht. Nicht nur von seiner Performance, sondern vor allem davon, wie er seine Verbesserungswünsche den Ingenieuren gegenüber beschreiben konnte."

Auch den Spitzenfahrern sind die Leistungen des einzigen Deutschen im 21-köpfigen Fahrerfeld nicht verborgen geblieben. "Deutschland hat jetzt einen Fahrer, der das Zeug dazu hat, in der Königsklasse den Titel zu holen. Definitiv", sagte Jorge Lorenzo, MotoGP-Champion 2010.

Deutsche in den unteren Klassen mit schmalen Aussichten

Neben Bradl fahren in den unteren Klassen fünf weitere Deutsche um WM-Punkte. Dabei hat Max Neukirchner Bradls Platz beim Moto2-Team Kiefer Racing eingenommen. Der Sachse fuhr bei den Testfahrten jedoch meist hinterher.

Er hatte Probleme, sich auf die 600er-Maschine einzustellen und war froh, dass er die letzten Tests in Jerez Ende März zumindest heil überstand: "Wenn man ohne Sturz durchkommt, fährt man doch mit einem wesentlich besseren Gefühl nach Hause", sagt Neukirchner. Für Bradl steht Neukirchner vor einer wichtigen Saison: "Er hat jetzt Top-Voraussetzungen und kann zeigen, was in ihm steckt."

In der Moto3-Klasse, der ehemaligen 125er-WM, wird nun mit größeren 250er-Motoren gestartet. Sandro Cortese aus Berkheim zählt sich nach dem Wechsel zum Team KTM-Werksteam Ajo und überzeugenden Leistungen in der Vorsaison zu den Favoriten auf den Titelgewinn: "Vom Fahrerischen bin ich auf jeden Fall bereit, um den Titel zu kämpfen."

Jonas Folger (Ioda), Marcel Schrötter (Mahindra) und Toni Finsterbusch (Cresto Guide MZ) haben aufgrund ihres unterlegenen Materials nur geringe Erfolgschancen.

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