Zwischen Zufriedenheit und Nachholbedarf

Bradl erreicht Platzierung im Mittelfeld

SID
Montag, 26.03.2012 | 14:40 Uhr
Bis zum Saisonstart stehen für Stefan Bradl Testfahrten auf dem Programm
© Getty
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Selbst der dominierende Fahrer der Wintertests der Motorrad-Rennserie MotoGP fand lobende Worte für den Rookie Stefan Bradl: "Er ist heute ein sehr gute Runde gefahren", sagte der amtierende Weltmeister Casey Stoner nach dem Ende der letzten Testfahrten im spanischen Jerez de la Frontera am Sonntag.

Dort hatte sich Bradl erneut in die Top Zehn der Zeitentabelle einreihen können und somit das Interesse der etablierten Fahrer auf sich gezogen. Richtig ernst wird es jedoch erst in knapp zwei Wochen beim Saisonstart in Katar. Dann muss der 22 Jahre alte Bayer im einzigen Nachtrennen der Saison beweisen, dass er dort über eine gesamte Renndistanz auf den 1.000er-Rennmaschinen mithalten kann.

"Bevor man keine Rennen fährt und wir tiefer in der Saison stecken, kann man nicht sagen, wie jemand arbeitet", sagte Stoner (Repsol-Honda) im Interview auf der Website des Rennveranstalters weiter. Bradl (LCR-Honda), der in der vergangenen Saison den WM-Titel in der Klasse Moto2 holte, hat sich mittlerweile an die größere Leistung seines neuen Arbeitsgerätes gewöhnt.

"Ich bin jetzt auch geschlaucht, aber wir haben viele Runden abgespult", sagte Bradl, der am letzten Nachmittag wie fast alle Teams ein komplettes Rennen simulierte. "Es stimmt mich sehr positiv, dass ich konstante Rundenzeiten gefahren bin. Ich bin bereit für Katar."

Yamaha und Honda vor Kopf-an-Kopf-Rennen in MotoGP

Dennoch ist der Abstand zur Spitze für Bradl weiterhin sehr groß, aktuell liegt er bei etwa 1,3 Sekunden pro Runde. Dort gab sich Dominator Stoner keine Blöße und war bei allen Ausfahrten im Winter der schnellste Mann. Es scheint jedoch, als könne Jorge Lorenzo, Weltmeister 2010, in diesem Jahr wieder ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden.

"Wir sind nah dran", sagte der spanische Yamaha-Pilot, der in Jerez auf 0,2 Sekunden herankam. Vor den abschließenden Fahrten hatte Lorenzo Bradl ebenfalls gelobt: "Deutschland hat jetzt einen Fahrer, der das Zeug dazu hat, in der Königsklasse den Titel zu holen", sagte er dem Sender Sport1.

Der neunmalige Weltmeister Valentino Rossi hofft, nachdem er in der vergangenen Saison erstmals in seiner MotoGP-Karriere keinen Grand-Prix-Sieg feiern konnte, auf eine bessere Saison: "Ich ziehe ein sehr positives Fazit. Aber wir kennen unsere Probleme. Ich hoffe, wir bekommen sie in den Griff", sagte der 33-Jährige, der als Sechster der letzte Fahrer war, der den Rückstand auf Stoner unter einer Sekunde halten konnte.

Er war in der vergangenen Saison zum italienischen Werksteam Ducati gewechselt und bisher deutlich unter den Erwartungen geblieben. Der Australier Stoner sieht jedoch auch bei sich noch Potenzial nach oben, was sich für die Konkurrenz wie ein Drohung angehört haben dürfte: "Bis zum Saisonstart können wir sicher noch ein wenig am Motorrad verbessern."

Weitere deutsche WM-Piloten mit durchschnittlicher Vorsaison

Neben Bradl fahren in den unteren Klassen fünf weitere Deutsche um WM-Punkte. Dabei hat Max Neukirchner dessen Platz beim Moto2-Team Kiefer Racing eingenommen. Die Ergebnisse waren jedoch bisher enttäuschend, der Sachse hat Probleme sich auf die 600er-Maschine einzustellen und war froh, dass die letzten Tests zumindest ohne Sturz abliefen.

"Wenn man ohne Sturz durchkommt, fährt man doch mit einem wesentlich besseren Gefühl nach Hause", sagt Neukirchner, der sich dennoch bereit für Katar sieht.

In der Moto3-Klasse, der ehemaligen 125er-WM, wird nun mit größeren 250er-Motoren gestartet. Sandro Cortese aus Berkheim zählt nach dem Wechsel zum Team KTM-Werksteam Ajo und überzeugenden Leistungen in der Vorsaison zu den Favoriten auf den Titelgewinn.

"Wir konnten uns erheblich steigern. Jetzt freue ich mich, dass es endlich losgeht." Jonas Folger (Ioda), Marcel Schrötter (Mahindra) und Toni Finsterbusch (Cresto Guide MZ) fanden sich bei allen Ausfahrten im unteren Drittel des mehr als 30 Fahrer umfassenden Starterfeldes wieder und haben vor dem Saisonauftakt noch viel Arbeit vor sich.

Die letzte MotoGP-Saison im Überblick

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