Verlieren für Ex-Weltmeister verboten

Alle machen Druck auf Abraham

SID
Freitag, 25.10.2013 | 11:02 Uhr
Arthur Abraham stand zuletzt im August gegen Willbeforce Shihepo im Ring
© getty
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Verlieren verboten: Nur mit einem Sieg gegen den Italiener Giovanni de Carolis kann Ex-Weltmeister Arthur Abraham am Samstag in Oldenburg seine Chance wahren, sich den WBO-Titel im Super-Mittelgewicht gegen Robert Stieglitz zurückzuerobern.

Sein Promoter macht Druck, sein Trainer appelliert an das Ehrgefühl und die Hardrocker Saxon performen live für ihn ihren Hit "Never surrender". Für Ex-Weltmeister Arthur Abraham ist am Samstag in Oldenburg eine Niederlage definitiv verboten.

"Wenn Arthur verliert, dann ist es aus. Er muss gewinnen. Und ich will Dampf sehen", sagte Manager Kalle Sauerland dem "SID". Auf dem Weg zu einem Titelkampf gegen WBO-Supermittelgewichts-Champion Robert Stieglitz kann und darf der 29 Jahre alte Italiener Giovanni de Carolis in der EWE-Arena nicht zum Stolperstein werden.

"Alle sagten ihm, wie toll er ist"

Der mittlerweile 33-Jährige weiß, was man vor seinem 42. Profikampf von ihm hören will und antwortet geradezu artig: "Ich weiß, worum es geht. Mit einer perfekten Einstellung auf den Gegner werde ich den Ring als Sieger verlassen. Nur so kann ich ein Zeichen vor dem entscheidenden Duell mit Stieglitz setzen.

Nicht immer war der gebürtige Armenier so fokussiert, so kam es auch zur überraschenden Niederlage gegen Stieglitz und dem erneuten Verlust des WM-Titels. "Alle sagten ihm damals, wie toll er ist. Er hat daher gedacht, dass er Stieglitz psychisch und boxerisch überlegen sein würde. Es lief anders", erinnert sich Sauerland.

Auch Ulli Wenger gespannt

Eine sportliche Enttäuschung gegen de Carolis, die Nummer 13 der IBF-Weltrangliste aus Rom, würde auch Trainer Ulli Wegner das Herz brechen. Sie wäre wohl auch das Ende einer hochemotionalen Beziehung, die schon mehrfach in den vergangenen Jahren dicht vor dem Aus stand.

"Ich bin bei Arthur in Oldenburg, obwohl auch Karo Murat in Atlantic City um die WM kämpft. Ich denke, das zeigt, was er mir bedeutet", erläutert der altgediente Coach seine komplizierte Gefühlswelt.

Klarer Underdog gegen Hopkins

Eine persönliche Entscheidung, die aber auch dokumentiert, dass der Sauerland-Boxstall den 30 Jahre alten Berliner als Pflicht-Herausforderer von US-Boxlegende Bernard Hopkins auf nahezu aussichtslosen Posten sieht. Der mit 48 Jahren älteste Box-Weltmeister der Geschichte ist in der Boardwalk Hall der Zocker-Metropole der haushohe Favorit.

Auch Sauerland schätzt die Ausgangsposition realistisch ein: "Wir können nur hoffen, dass Hopkins ihn unterschätzt, dann kann eine Sensation passieren. Boxerisch hat fast kein Kämpfer der Erde gegen ihn eine Chance."

Vater und Stallgründer Wilfried Sauerland bleibt ebenfalls nur die Reminiszenz an einen Kampf aus der Vergangenheit: "1995 in Las Vegas kannte Axel Schulz niemand, bis er sich gegen George Foreman in die Herzen der Fans geboxt hat." Aber eben auch mit einer allerdings umstrittenen Niederlage.

Die Weltmeister der vier Verbände

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