Merkampf-Meister landet auf Platz zwei

Hambüchen mit toller Aufholjagd

SID
Sonntag, 01.12.2013 | 18:44 Uhr
Defizite am Seitpferd zwangen Hambüchen zu einer Leistungssteigerung am Reck
© getty
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Knapp geschlagen, aber vom Publikum gefeiert: Nach einer mitreißenden Aufholjagd ist Fabian Hambüchen dank einer spektakulären Flugshow am Reck beim Weltcup in Stuttgart doch noch der Sprung aufs Siegertreppchen geglückt.

Der WM-Dritte aus Wetzlar kam mit 90,264 Punkten hinter Oleg Wernjajew aus der Ukraine (92,165) auf den zweiten Platz.

"Fabi, rock die Bude!", forderte ein Fan-Transparent in der Arena, und der 26-Jährige lieferte am Königsgerät ein Feuerwerk der Höchstschwierigkeiten, konnte aber den großen Rückstand zu Wernjajew nicht mehr ganz wettmachen. Aber es reichte immerhin mit 15,966 Zählern zur Tageshöchstnote. Rang drei ging an Daniel Purvis aus Großbritannien (89,931).

"Ich weiß ja, dass ich am Reck immer noch gut etwas aufholen kann. Der Rückstand war noch nicht zu groß. Aber es war auch nicht das ganz volle Risiko wie bei den Weltmeisterschaften", sagte Hambüchen, der gleich das erste Türchen eines Adventskalenders öffnete, den er bei der Siegerehrung überreicht bekommen hatte.

Unsicherheiten am Seitpferd und Barren

Die bekannten Defizite am Seitpferd zwangen Hambüchen nicht zum ersten Mal zu einer Aufholjagd. Zwar blieb der Wahl-Kölner ohne Absteiger, dennoch fand er sich nach dem Durchgang an seinem "Zittergerät" auf Rang fünf wieder. Aber mit sauberen Übungen an den Ringen und beim Sprung kämpfte sich der Sportmanagement-Student immer dichter an die Spitze heran. Kleine Unsicherheiten am Barren warfen ihn wieder ein wenig zurück.

Im Windschatten des deutschen Mehrkampf-Meisters absolvierte auch Andreas Toba einen bemerkenswerten Wettkampf. Der Hannoveraner war auch bei der Teamchallenge gleich zweimal im Einsatz, hielt vor 6000 Zuchauern dennoch konditionell glänzend durch und durfte mit Rang sechs und 86,864 Punkten mehr als zufrieden sein. Nur am Reck leistete sich der EM-Siebte einen Absteiger.

Mit Rang drei im Finale der Teamchallenge endete der DTB-Pokal für die deutschen Kunstturnerinnen. Der Sieg ging an China vor Russland, die Riege aus der Schweiz belegte den vierten Platz.

Nguyen mit Comeback

Bereits am Samstag hatte sich der Olympia-Zweite Marcel Nguyen nach siebenmonatiger internationaler Wettkampfpause mit einem soliden Comeback zurückgemeldet. Der 26 Jahre alte Lokalmatador führte die deutsche Riege ins Finale der Teamchallenge, wo es für die Gastgeber dann aber nur noch zu Rang vier hinter China, Japan und Großbritannien reichte.

"Ich habe die große internationale Turnbühne schon vermisst. Aber ich spüre auch meine Müdigkeit und merke, dass ich konditionell noch arbeiten muss", sagte der ehemalige Barren-Europameister. Nguyen hatte seine Teilnahme an den Weltmeisterschaften im Oktober in Antwerpen abgesagt, um an neuen Übungsteilen zu arbeiten.

Elisabeth Seitz aus Mannheim hatte in der vergangenen Saison knapp 25.000 Euro an Prämien eingesammelt. Dies zu wiederholen dürfte nun schwierig werden, denn ein Jahr nach Rang zwei in Stuttgart reichte es diesmal nach zwei Stürzen am Stufenbarren und am Schwebebalken nur zu Rang sieben - und einem kleinen finanziellen Trostpflaster von rund 1600 Euro.

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