Handball-EM: Deutlich verbessertes DHB-Team unterliegt Dänemark

Sonntag, 21.01.2018 | 19:51 Uhr
Deutschland bekam es im zweiten Spiel der Hauptrunde mit Dänemark zu tun
© getty
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Deutschland hat bei der EM in Kroatien die erste Niederlage kassiert. Trotz einer Leistungssteigerung im Vergleich zu den letzten Auftritten unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop gegen Olympiasieger Dänemark mit 25:26 (9:8). Mit einem Sieg im letzten Hauptrundenspiel gegen Spanien (Mi., 20.30 Uhr im LIVETICKER) ist aber der Einzug ins Halbfinale unter bestimmten Voraussetzungen nach wie vor möglich.

Es war im ersten Durchgang kein Spiel für Feinschmecker, dafür aber eine leidenschaftliche Abwehrschlacht von beiden Seiten. Die Brüder Rene Toft Hansen und Henrik Toft Hansen stellten auf dänischer Seite einen erbarmungslosen Mittelblock. Dem standen Finn Lemke abwechselnd mit Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler in nichts nach. Zudem passten bei beiden Mannschaften die Torhüterleistungen von Niklas Landin und Andreas Wolff.

Dänemark startete etwas besser, es dauerte neun Minuten, bis die DHB-Auswahl nach einem Tempogegenstoß durch Uwe Gensheimer, der bald für den nachnominierten Rune Dahmke auf Linksaußen weichen musste, zu ihrem ersten Treffer kam. Nach 15 Minuten hatten die Fans lediglich sechs Tore gesehen, ein 3:3 leuchtete auf der Anzeigetafel auf.

Nun kam allmählich Schwung in den deutschen Rückraum. Der zuletzt so schwache Julius Kühn spielte dabei mit drei Treffern in der ersten Hälfte eine wesentliche Rolle. In der 25. Minute sorgte Steffen Weinhold mit einer tollen Einzelaktion für das 7:6 und damit für die erste Führung für die Prokop-Truppe.

Drei Minuten später erhöhte Kai Häfner auf 9:7, mit einem 9:8 ging es schließlich in die Kabinen. Bitter: Paul Drux hatte sich in der ersten Hälfte verletzt und konnte nicht mehr mitmischen.

Die zweite Hälfte begannen beide Teams mit wesentlich mehr offensiver Power. Beim DHB-Team klappte nun endlich auch ab und zu mal das Spiel über den Kreis. Aus dem Rückraum machten der hervorragende Weinhold und Kühn weiter Dampf, der Melsunger besorgte in der 38. Minute das 15:13. Sieben Minuten später glich Dänemarks bester Spieler Hans Lindberg zum 17:17 aus. Alles war für eine dramatische Schlussviertelstunde hergerichtet.

Beim Titelverteidiger schwanden nun die Kräfte. Dänemark, das zwölf HBL-Spieler in seinem Kader hat, stellte sechs Minuten vor dem Ende auf 23:20 - auch weil Superstar Mikkel Hansen nach der Umstellung der Dänen auf den siebten Feldspieler immer besser in die Partie fand. Prokop hatte kurzzeitig Silvio Heinevetter (0 von 4) für Wolff (11 von 31, 35 Prozent) zwischen die Pfosten gestellt.

Trotzdem kam das DHB-Team 20 Sekunden vor Schluss noch einmal auf ein Tor heran und kam sogar noch einmal in Ballbesitz. Allerdings reichte es nicht mehr, um zu einem Abschluss zu kommen.

Die Daten zum Spiel:

Anfangsformation DHB: Wolff - Gensheimer, Fäth, Drux, Weinhold, Reichmann, Wiencek

Torschützen Deutschland: Kühn (6), Weinhold (5), Dahmke (4), Wiencek (3), Fäth, Häfner (beide 2), Wolff (1), Gensheimer (1 - 0 von 1 Siebenmeter), Reichmann (1 - 1 von 1 Siebenmeter)

Torschützen Dänemark: Lindberg (9 - 4 von 4 Siebenmeter), Hansen (5), Mortensen, Olsen (beide 3), Lauge Schmidt, Damgaard (beide 2), Rene Toft Hansen, Henrik Toft Hansen (beide 1),

Zwei-Minuten-Zeitstrafen: Deutschland 3 - Dänemark 1

Der Star des Spiels: Hans Lindberg

Großartiger Auftritt des Rechtsaußen von den Füchsen Berlin. Lindberg war mit neun Buden bester Werfer der Partie, verwandelte alle vier Siebenmeter und hatte insgesamt eine Trefferquote von 82 Prozent.

Der Flop des Spiels: Philipp Weber

Der junge Spielmacher wirkte gegen diesen hochkarätigen Gegner zeitweise überfordert, ihm fehlte es diesmal in einigen Situationen an Zutrauen. Weber traf in knapp 20 Minuten Spielzeit keinen seiner drei Würfe.

Die Reaktionen:

Christian Prokop (Bundestrainer): "Wir haben gekämpft, aber einige unglückliche Entscheidungen getroffen. Da waren wir ein bisschen zu naiv."

Rune Dahmke: "Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, das wir es packen können. Wir haben alles reingeworfen."

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