Nach Sieg gegen Tschechien: "Schwachsinn! Mist! Hört auf!" Bad Boys keilen zurück

Samstag, 20.01.2018 | 10:00 Uhr
Silvio Heinevetter ist von verschiedenen Medienberichten alles andere als begeistert
© getty
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Nach dem 22:19-Sieg gegen Tschechien zum Auftakt der Hauptrunde bei der EM in Kroatien ist Silvio Heinevetter aufgrund von Medienberichten der Kragen geplatzt. Und der Torhüter hat Unterstützung von seinen Mitspielern erhalten. Bundestrainer Christian Prokop setzt auf den Zusammenhalt und fordert eine Leistungssteigerung gegen Dänemark (So., 18.15 Uhr im LIVETICKER).

Die vergangenen Tage hatten auf und abseits des Spielfeldes Spuren hinterlassen. Das wurde nach dem mühsamen Sieg gegen Tschechien deutlich, als Spieler und Journalisten in den Katakomben der Arena Varazdin aufeinandertrafen.

Dabei ging es weniger um die kritischen Berichte rund um die zuletzt überschaubaren Leistungen der Bad Boys. Manchen Akteur nervte es vielmehr gewaltig, dass immer wieder von atmosphärischen Störungen zwischen dem Team und Bundestrainer Christian Prokop geschrieben wurde.

"Mir geht das tierisch auf den Zeiger", polterte Torhüter Silvio Heinevetter los: "Von wegen wir entscheiden alles alleine und lassen den Trainer außen vor. So ein Schwachsinn. So einen Mist will ich nicht mehr hören."

Andreas Wolff stimmte Heinevetter ausdrücklich in jedem Punkt zu. "Hört auf, irgendwelches Zeug zu schreiben", sagte der 26-Jährige und ergänzte: "Wobei ich eigentlich eh nie lese, was ihr schreibt."

Zu guter Letzt äußerte sich auch noch der sonst eher zurückhaltende Steffen Weinhold zu der Thematik: "Wenn man das Spiel gesehen hat, kann man doch nicht sagen, dass irgendetwas zwischen Mannschaft und Trainer nicht passen würde."

Gensheimer: "Es ist eine gewisse Verunsicherung zu spüren"

Von atmosphärischen Störungen war gegen Tschechien auf dem Spielfeld in der Tat nichts zu sehen. Dafür strahlten einige der Bad Boys über weite Strecken der Partie eine Unsicherheit aus, die besorgniserregend war.

In der ersten Halbzeit lag die Trefferquote bei 43 Prozent, selbst erfahrene Akteure wie Kapitän Uwe Gensheimer ließen beste Möglichkeiten liegen. Die Angriffsleistung war schlecht, ein Punktverlust oder gar eine Niederlage absolut im Bereich des Möglichen.

"Es ist eine gewisse Verunsicherung zu spüren", räumte Gensheimer ein. Prokop erklärte: "Wir haben uns Chancen erarbeitet, diese aber nicht verwertet. Die Erwartungshaltung ist groß, weshalb der Druck, wenn man einem Rückstand hinterherläuft, nicht kleiner wird."

Und der Bundestrainer weiter: "Ich kann nochmal dran erinnern, wen Tschechien geschlagen hat. Wir konnten nur bestehen, weil wir eine tolle Abwehr gespielt haben, diszipliniert geblieben sind und am Ende endlich mehr Durchschlagskraft hatten und bessere Entscheidungen getroffen haben."

Christian Prokops genialer Zug mit Andreas Wolff

Bis zwölf Minuten vor Schluss war es der Abwehr um Finn Lemke, Heinevetter (12 von 29, 41 Prozent) und dem mit acht Toren besten Werfer Steffen Fäth zu verdanken, dass Deutschland gegen die aufgrund ihres Spielermaterials limitierten Tschechen noch nicht den Anschluss verloren hatte.

"Er war der Spieler, auf den wir uns verlassen konnten. Er ist mit enormem Druck zum Tor gegangen", lobte Prokop den Berliner Fäth, der in den ersten beiden Partien so gut wie gar nicht zum Einsatz gekommen war, diesmal aber von Beginn an ran durfte.

Dennoch lag der Titelverteidiger nach 48 Minuten mit 16:18 zurück, das Nervenkostüm flatterte. Schließlich hatte Prokop einen genialen Einfall: Obwohl Heinevetter überzeugend hielt, schickte der Mann aus Sachsen-Anhalt Wolff zwischen die Pfosten. Der kassierte danach nur noch ein Gegentor (3 von 4 gehaltene Bälle), die Partie kippte komplett zugunsten der deutschen Mannschaft.

"Ich hatte das Gefühl, dass ein Wechsel noch einmal einen Schub bringen kann. Gerade von der Rechtsaußenposition war in dieser Phase der eine oder andere Ball zu viel drin. Wolff sollte uns mit seiner Spannweite und Größe noch einmal neue Kraft geben. Nachdem Heinevetter zuvor eine sehr gute Leistung zeigte, hat Wolff die tschechischen Spieler zur Verzweiflung getrieben."

Die Erleichterung über den Sieg war anschließend greifbar. "Wir gehen jetzt das ein oder andere Bier trinken und essen so viel ungesundes Fleisch wie möglich", kündigte beispielsweise DHB-Vizepräsident Bob Hanning an.

Gegen Dänemark muss deutliche Leistungssteigerung her

Unter dem Strich bleibt festzuhalten: Die Leistung des DHB-Teams war wie schon bei den beiden Unentschieden gegen Slowenien und Mazedonien überschaubar. Nichtsdestotrotz besteht die Möglichkeit, unter Umständen sogar mit nur einem Sieg aus den beiden verbleibenden Spielen gegen Dänemark und Spanien ins Halbfinale einzuziehen.

Um aber überhaupt eines der beiden Schwergewichte niederzuringen, muss eine deutliche Leistungssteigerung her. "Um bei diesem Turnier etwas zu reißen, muss jeder Spieler zwischen 90 und 100 Prozent seines Levels abrufen. Mindestens. Sonst kannst du gegen Dänemark und Spanien nicht bestehen", bekräftigte Weinhold.

Abwehrchef Lemke erwartet gegen Dänemark ein Duell auf Augenhöhe. Der Melsunger hofft, dass es mehrere Spieler wie Fäth machen: "Steffen hat bislang nicht viel gespielt. Diesmal hat er angefangen und der erste Wurf ging genau in den Knick. Wenn so etwas passiert, dann baut sich ein Momentum auf, dann läufst du mit breiter Brust durch die Gegend. Alle, die hier sind, haben die Qualität. Sie brauchen nur dieses positive Erlebnis."

Prokop: "Entscheidend ist der Zusammenhalt"

Auch die Dänen wirken bei dieser EM nicht unschlagbar. Zwar bezwang der Olympiasieger Spanien und am Freitag auch in souveräner Manier Slowenien. Doch anders als das DHB-Team setzte es für die Mannschaft von Trainer Nikolaj Jacobsen gegen Tschechien eine Niederlage.

"Wir brauchen zu unserer starken Abwehr eine höhere Effektivität im Wurf und ein besseres Entscheidungsverhalten. Wir möchten mit Dampf gegen Dänemark antreten", sagte Prokop.

Die Grundbedingung dafür, erklärte der frühere Leipzig-Coach am Ende und lenkte noch einmal den Blick auf die Vorkommnisse der vergangenen Tage, sei aber nicht die Taktik oder die Leistung von einzelnen Spielern: "Im Handball ist der Zusammenhalt das Entscheidende."

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