Montag, 08.02.2016

Andreas Wolff im Interview

"Der Hype ist nur von kurzer Dauer"

Seit seiner Galavorstellung in Polen hetzt Deutschlands neuer Hexer Andreas Wolff von Termin zu Termin. SPOX traf den frischgebackenen Europameister am Münchner Flughafen und sprach mit dem Torhüter der HSG Wetzlar über den Knackpunkt der EM, das geile Finale gegen Spanien, die Bodenständigkeit von Handballern, den FC Bayern und einen Heiratsantrag von Frank Buschmann.

Andreas Wolff wechselt im Sommer von Wetzlar nach Kiel
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Andreas Wolff wechselt im Sommer von Wetzlar nach Kiel

SPOX: Herr Wolff, Sie waren im Aktuellen Sportstudio zu Gast, beim Ball des Sports, losen das DFB-Pokal-Halbfinale aus, sind nur noch als gefeierter EM-Held unterwegs. Das war vor zwei bis drei Wochen noch nicht wirklich absehbar, oder?

Andreas Wolff: Nein, ganz und gar nicht. Vor allem hätte ich nie gedacht, dass ich so viel in Fußball-Sendungen unterwegs sein würde. Wahrscheinlich wäre ich als Fußballer nämlich in der Kreisliga B gelandet. Aber wir haben in Polen nun mal diesen Hype ausgelöst, den wir jetzt nutzen müssen. Der Fußball ist der beste Weg, das zu vermarkten. Grade war ich ja auch noch im Doppelpass.

SPOX: Konnten Sie Ihre Expertise als Fußball-Fachmann einbringen?

Wolff: Man hat mir mein fundiertes Wissen zu jeder Sekunde angemerkt, finde ich. Gerade was die Hintergründe angeht. (lacht) Jetzt mal ehrlich. Es hat Spaß gemacht, ich hab da ein bisschen rumgelabert. Es war eine angenehme Erfahrung, Expertenmeinungen aus dem Fußball aus nächster Nähe zu hören. Ich zähle mich aber selbstverständlich nicht zu den Experten.

SPOX: Böse Zungen im DHB-Team behaupten, das erkenne man schon alleine daran, dass Sie Bayern-Fan sind.

Wolff: Wer sagt das denn? Naja, egal. Jedenfalls könnten wegen mir die Bayern jedes Jahr Meister werden und Köln Zweiter. Ich hoffe, dass es für die Bayern in dieser Saison mit dem Triple klappt.

SPOX: Sie haben die Bayern-Stars ja kürzlich an der Säbener Straße besucht.

Chuck wer? Hier kommt Andreas Wolff
So nett und harmlos sah er aus vor der Europameisterschaft. Doch SPOX erfuhr aus Final-Kreisen: Der Mann ist der Hammer.
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So nett und harmlos sah er aus vor der Europameisterschaft. Doch SPOX erfuhr aus Final-Kreisen: Der Mann ist der Hammer.
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Was geht einem Gegner von Andreas Wolff als letztes durch den Kopf? Sein Fuß. Grüße an Spanien
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Andreas Wolff haut sich morgens zwei Pfannen in die Eier. Abhärtung eben
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Andreas Wolff kann mit zwei Händen die Zahl 29 zeigen
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Andreas Wolff kann die Faustabwehr mit der flachen Hand
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Der Bart von Andreas Wolff verdeckt kein Kinn, sondern eine weitere Hand
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Wenn Andreas Wolff in den Himmel blickt, schwitzen Wolken vor Angst. Wir kennen das als Regen
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Andreas Wolff hält seine eigenen Siebenmeter
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Wenn man Andreas Wolff fragt, wie viel Liegestütze er schafft, sagt er alle
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Und last but not least: Wenn die Spanier heute schlafen gehen, schauen sie, ob Andreas Wolff unter dem Bett liegt
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Wolff: Genau. Ich konnte kurz mit Thomas Müller sprechen, Sebastian Rode hat seine Glückwünsche überbracht. Das Hauptgespräch hat aber mit Manuel Neuer stattgefunden. Leider konnten wir uns bisher nur recht oberflächlich austauschen. Ich hoffe, wir holen das nach. Zumindest haben wir vereinbart, dass wir uns mal kurzschließen. Leider ist die Zeit relativ knapp.

SPOX: Vor allem momentan. Hatten Sie bei all dem Trubel überhaupt schon Gelegenheit zu begreifen, was Sie und das ganze Team in Polen geschafft haben?

Wolff: Ich war seit meiner Rückkehr aus Polen kaum zu Hause, habe mein Bett erst zwei Mal gesehen. Trotzdem mache ich das alles gerne mit. Wir müssen versuchen, den deutschen Handball insgesamt in den Medien präsenter zu machen. Was aktuell auf uns zukommt, ist natürlich ein riesiges Pensum, das in der Art und Weise eigentlich überhaupt nicht mit dem Sport zu vereinbaren ist. Ich hatte bisher nicht die Zeit, mich in aller Ruhe hinzusetzen, das alles sacken zu lassen und wirklich zu realisieren, was da passiert ist. Ich kann den Wahnsinn noch nicht ganz fassen.

SPOX: Zumal sich der Siegeszug der deutschen Mannschaft nicht ansatzweise angekündigt hat. Das Auftaktspiel gegen Spanien war zwar ordentlich, trotzdem entstand der Eindruck, dass es gegen absolute Topnationen wohl nicht reichen wird. Es folgte die erste mäßige Halbzeit gegen Schweden. Dann kam der Knackpunkt mit der Aufholjagd und dem Sieg in den zweiten 30 Minuten.

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ein anderes Team

Wolff: Wir haben die Gegner damit ganz klassisch angefüttert, dann abgeschossen. (lacht) Nein, Sie haben natürlich Recht. Es hat am Anfang etwas gefehlt, meiner Meinung nach war es das Selbstvertrauen. Dann haben wir in der Halbzeit gegen Schweden die Deckung umgestellt und plötzlich hat es funktioniert. Da hat jeder von uns gemerkt, was eigentlich in uns steckt. Ab diesem Moment war es fast ein Selbstläufer. Eine Welle, die wir erwischt haben, wie Dagur Sigurdsson immer sagt. Das Selbstbewusstsein ist anschließend natürlich von Spiel zu Spiel immer größer, das Team in sich immer gefestigter geworden.

SPOX: Der ganze Wahnsinn gipfelte in einem Finale, in dem die deutsche Mannschaft Spanien regelrecht auseinandergenommen hat.

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Wolff: Was wir im Finale gezeigt haben, war schon geil. Das hat sich unwirklich angefühlt. Und auch für mich persönlich lief es ziemlich gut.

SPOX: Das ist eine ziemliche Untertreibung.

Wolff: Klar freue ich mich über meine Leistung. Ich hoffe, ich habe meine Position in der Nationalmannschaft gefestigt und bin auch in Zukunft dabei. Aber bei der EM ging es doch nicht um mich, sondern eindeutig um die Mannschaft und den Teamerfolg. Wir alle können stolz sein, was wir als echte Mannschaft erreicht haben.

Seite 1: Wolff über die Bayern, den EM-Knackpunkt und das Finale

Seite 2: Wolff über Lichtlein, Buschi und Rio

Interview: Felix Götz

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Felix Götz(Redaktion)

Felix Götz, Jahrgang 1982, kehrte nach einjährigem Zwischenstopp bei Sport1 im März 2013 zurück zu SPOX, wo er bereits zuvor sein Volontariat absolvierte. Geboren und aufgewachsen in Ehingen an der Donau, studierte er in Freiburg an der Pädagogischen Hochschule, ehe es ihn 2008 nach München zog. Aktuell kümmert er sich als verantwortlicher Redakteur um den Sportsbereich mit dem Schwerpunkt Handball, die NFL und die Newsredaktion bei Perform Deutschland. Für SPOX berichtete Götz unter anderem von der Handball-WM in Katar, der Handball-EM in Polen und den Olympischen Spielen in Rio.

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