Head-to-Head-Vergleich: DHB vs. Katar

Halbfinale, wir kommen!

Mittwoch, 28.01.2015 | 11:29 Uhr
Deutschland kämpft gegen Katar um den Einzug ins Halbfinale
© getty
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Showdown in Lusail. Das DHB-Team trifft auf Katars Weltauswahl (16.30 Uhr im LIVE-TICKER). Deutschland ist teilweise klar im Vorteil, mitunter ist es ein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen. Doch in drei Punkten hat der Gastgeber die Nase vorne.

Torhüter

Carsten Lichtlein/Silvio Heinevetter vs. Danijel Saric/Goran Stojanovic

"Mit Stojanovic und Saric verfügt Katar über das beste Torhütergespann aller 24 Teilnehmer." Diese Aussage stammt von einem, der es wissen muss: Henning Fritz. Saric, 37 Jahre alt und eigentlich Bosnier, wurde mit dem FC Barcelona vier Mal spanischer Meister und 2011 Champions-League-Sieger. In den bisherigen Partien glänzte er mit 39 abgewehrten Bällen bei 104 Würfen und einer Quote von 38 Prozent. Saric gehört zu den Torhütern, die alleine ein Spiel gewinnen können.

Gleiches gilt für Stojanovic. Auch wenn der 37-jährige Montenegriner, der den deutschen Fans unter anderem aus seiner Zeit in Pfullingen, Gummersbach und bei den Rhein-Neckar Löwen bekannt ist, bisher für seine Verhältnisse eher mäßig hält. Trotzdem: Stojanovic muss noch immer zugetraut werden, in einem Spiel die Kiste komplett zu vernageln.

Lichtlein: Held, Hexer, Lebensversicherung

Gegenüber diesen beiden Torhüter-Legenden hinken Carsten Lichtlein und Heinevetter dann doch ein wenig hinterher. Obwohl Lichtlein bei seiner Gala beim Sieg gegen Ägypten gezeigt hat, dass er an guten Tagen zur Weltspitze zählen kann. Für Heinevetter läuft es nicht wirklich rund, auch wenn er in der Wüste schon in Ansätzen gezeigt hat, was er kann. An eine plötzliche Leistungsexplosion bei Heine zu glauben, fällt derzeit schwer.

Vorteil: Katar

Linksaußen

Uwe Gensheimer vs. Hamad Madadi

Ohne überheblich zu sein: Man soll nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, also kann man eigentlich auch nicht Uwe Gensheimer und Madadi gegenüberstellen. Der Kapitän ist im deutschen Team absoluter Leistungsträger, mit 30 Toren Topscorer, souveräner Siebenmeterschütze und mit 4:36 Stunden Einsatzzeit der Dauerbrenner.

Madadi hingegen spielt in Doha bei Lekhwiya HT und steuerte bislang gerade einmal vier Tore bei. Über außen geht bei Katar generell wenig, was bei Deutschland definitiv anders ist.

Vorteil: Deutschland

Rückraum links

Paul Drux vs. Bertrand Roine/Rafael Capote

Alle wissen es: Drux kann noch mehr, als er bisher zeigt. Aber es ist das erste große Turnier für den 19-Jährigen, dafür macht er seine Sache gut - und das auf der Königsposition. Immer wieder trägt er mit tollen Aktionen seinen Anteil am deutschen Erfolg bei. So brachte er es bisher immerhin auf zehn Treffer.

Die Pascal-Hens-Kolumne"

Mit dem Kubaner Capote, der die Positionen im Rückraum häufiger wechselt, steht Katar eine Rückraumwaffe zur Verfügung. Der Vorzeige-Athlet muss viele Würfe nehmen, er hat deshalb eine mäßige Quote (55 Prozent), dafür aber 28 Tore auf dem Konto. Auch Roine hat seine Qualitäten. Der frühere französische Nationalspieler war einer der ersten Akteure, die nach der WM-Vergabe in Katar eingebürgert wurden. In Frankreich stand er bei Chambery und Dunkerque unter Vertrag, drei Saisons spielte der 34-Jährige in der Champions League. Seine bisherige WM-Ausbeute: 12 Treffer bei 26 Versuchen. Mit einer Quote von 46 Prozent löst Roine nicht gerade Angst und Schrecken aus.

Vorteil: Katar

Rückraum Mitte

Martin Strobel/Mimi Kraus vs. Mahmoud Hassab Alla/Kamalaldin Mallash

Ruhe, Übersicht und immer mehr Torgefahr: Strobel ist bei dieser WM die bisher vielleicht größte Überraschung beim DHB-Team. "Er hat alles im Griff", lobte auch Bundestrainer Dagur Sigurdsson den Balinger. Strobel erzielte in den ersten sechs Partien 15 Tore und leistete sich nur fünf Fehlwürfe. Aufgrund der starken Leistung des 28-Jährigen kommt Kraus nicht so häufig zum Einsatz. Den Göppinger muss man trotzdem auf dem Zettel haben. Er ist der Kandidat für den einen goldenen Abend.

Doch auch Hassab Alla und Mallash überzeugen bislang im Rahmen ihrer Möglichkeiten und sind insgesamt sogar torgefährlicher als das deutsche Spielmacher-Duo (34 zu 22). Dabei ist vor allem der recht wendige Hassab Alla zu erwähnen, der 20 seiner 28 Würfe versenkte und mit 71 Prozent die beste Quote im katarischen Team vorweist.

Vorteil: Deutschland

Rückraum rechts

Steffen Weinhold vs. Zarko Markovic

Selbst wenn die Gegner an ihm hängen, bekommt Weinhold häufig noch eine gute Aktion hin. Wenn im deutschen Angriffsspiel mal nichts geht, ist der Kieler die erste Option. Mit 13 Toren ist der 28-Jährige von jenseits der neun Meter klar torgefährlichster deutscher Spieler aus dem Rückraum. Ihn zu stoppen, dürfte eine der Hauptaufgaben der katarischen Deckung sein.

Dem gegenüber steht neben den Torhütern eine der schärfsten Waffen Katars. Markovic leistet sich zwar einige Fahrkarten (58 Prozent Trefferquote), ist aber mit 49 Toren zweitbester Werfer der WM. Sein Trainer Valero Rivera verlangt vom früheren Hamburger, viele Würfe zu nehmen. Er wechselt wie Capote teilweise die Position. Laufen Markovic und Capote heiß, wird es schwierig, sie aufzuhalten. Beide zusammen erzielten 77 der 166 Treffer Katars.

Unentschieden

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