Stephan fordert Regeländerung

Katars "Einkaufspolitik" umstritten

SID
Dienstag, 27.01.2015 | 12:07 Uhr
Zarko Markovic ist einer von zehn eingebürgerten Spielern im Kader von Katar
© getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
AEGON International Women Single
SoLive
WTA Eastbourne: Tag 1
AEGON Classic Women Single
SoLive
WTA Birmingham: Barty -
Kvitova (Finale)
Mallorca Open Women Single
So17:00
WTA Mallorca: Görges -
Sevastova (Finale)
AEGON International Women Single
Mo12:00
WTA Eastbourne: Tag 2
AEGON International Women Single
Di12:00
WTA Eastbourne: Tag 3
Boodles Challenge
Di13:30
The Boodles -
Tag 1
AEGON International Women Single
Mi12:00
WTA Eastbourne: Tag 4
Boodles Challenge
Mi13:30
The Boodles -
Tag 2
National Rugby League
Do11:50
Eels -
Bulldogs
AEGON International Women Single
Do12:00
WTA Eastbourne: Viertelfinals
Boodles Challenge
Do13:30
The Boodles -
Viertelfinals
National Rugby League
Fr11:50
Broncos -
Storm
AEGON International Women Single
Fr12:00
WTA Eastbourne: Halbfinals
Boodles Challenge
Fr13:30
The Boodles -
Halbfinals
AEGON International Women Single
Sa13:15
WTA Eastbourne: Finale
FIBA U19 World Cup
Sa15:15
Argentinien -
Frankreich
FIBA U19 World Cup
Sa17:30
Iran -
USA
FIBA U19 World Cup
Sa17:45
Deutschland -
Litauen
National Rugby League
So08:00
Rabbitohs -
Panthers
FIBA U19 World Cup
So15:30
Frankreich -
Neuseeland
FIBA U19 World Cup
So16:00
Spanien -
Kanada
FIBA U19 World Cup
So17:45
Puerto Rico -
Deutschland
FIBA U19 World Cup
Di13:45
Spanien -
Mali
FIBA U19 World Cup
Di16:00
Italien -
USA
Shanghai Darts Masters
Do13:00
Shanghai Darts Masters -
Tag 1
National Rugby League
Fr11:50
Roosters -
Rabbitohs
Shanghai Darts Masters
Fr13:00
Shanghai Darts Masters -
Tag 2
National Rugby League
Sa09:30
Panthers -
Sea Eagles
National Rugby League
Sa11:30
Storm -
Eels

Vor dem deutschen Viertelfinale gerät die "Einkaufspolitik" der mit zahlreichen internationalen Stars gespickten katarischen Gastgeber massiv in die Kritik. Experten und Spieler fordern eine Regeländerung.

Gekaufte Fans, umstrittene Pfiffe und eine höchst fragwürdige Einbürgerungspraxis: Trotz seines historisch erfolgreichen Abschneidens steht Gastgeber Katar bei seiner Heim-WM im Kreuzfeuer der Kritik. Ausgerechnet vor dem Viertelfinale gegen die deutsche Mannschaft am Mittwoch (16.30 Uhr im LIVE-TICKER) kocht die Debatte um die skurrile "Einkaufspolitik" der mit zahlreichen internationalen Stars gespickten katarischen Mannschaft hoch. Experten und Spieler fordern eine Änderung des Reglements.

"Wenn man ein A-Länderspiel für eine Nation absolviert hat, sollte man den Verband nicht mehr wechseln dürfen", sagte der frühere Welthandballer Daniel Stephan dem "SID": "Die bestehende Regel muss vom Weltverband geändert werden. Da wäre der Fußball ein gutes Vorbild."

Die aktuellen Statuten der Internationalen Handballföderation IHF, nach denen jeder Spieler nach drei Jahren ohne Länderspiel den Verband wechseln kann, hält der Europameister von 2004 für "mehr als grenzwertig". Deswegen hätten die Erfolge der mit zahlreichen internationalen Stars gespickten katarischen Nationalmannschaft einen "faden Beigeschmack".

Kritik kommt von verschiedenen Spielern

Gerade mal vier Spieler im Kader des Asienmeisters sind echte Einheimische, der Rest wurde in den vergangenen Jahren aus Frankreich, den Balkanländern oder Nordafrika zusammengekauft. "Es tut mir im Handballherzen weh, dass so etwas möglich ist", sagte Schwedens Kapitän Tobias Karlsson im schwedischen Fernsehen.

Spaniens EM-Torschützenkönig Joan Cañellas vom THW Kiel pflichtete ihm bei: "Das Problem ist, dass es keine Regel gibt, die so etwas verbietet." Und während sich der Deutsche Handballbund (DHB) vor der brisanten Partie am Mittwoch mit einer öffentlichen Stellungnahme zurückhielt, würde es auch Österreichs langjähriger Bundesliga-Profi Viktor Szilagyi "gut heißen, wenn es dort eine Änderung gäbe. Da könnte der Fußball ein großes Vorbild sein."

Im Fußball gilt die Regel, dass ein Spieler A-Länderspiele nur für eine Nationalmannschaft absolvieren darf. Sofern er schon in einem Junioren-Länderspiel eingesetzt worden ist, muss er sich laut FIFA-Statuten bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres für ein Land entscheiden.

Katar-Torhüter Stojanovic: "Handball ist unser Job"

Torhüter Goran Stojanovic steht beispielhaft für das Heer der vielen kurzfristig eingebürgerten Spitzenkräfte, die das katarische Handball-Märchen überhaupt erst möglich machen. Der langjährige Bundesliga-Profi und gebürtige Montenegriner hat mit der von vielen als "Söldnertum" verspotteten Praxis kein Problem. "Handball ist unser Job. Wir müssen versuchen, so viel wie möglich damit zu verdienen", sagt der 37-Jährige.

Seine Aussagen verwundern kaum, denn nach der WM werden Stojanovic und seine Kollegen wohl ausgesorgt haben. So sollen die Spieler, die überwiegend bei katarischen Klubs unter Vertrag stehen, neben ihrem fürstlichen Grundgehalt von monatlich über 30.000 Euro eine Siegprämie von 100.000 Euro für jeden WM-Erfolg einstreichen. Pro Mann, versteht sich.

Bisherige Vorstöße, der höchst umstrittenen Verfahrensweise einen Riegel vorzuschieben, scheiterten. "Die Europäische Handball-Föderation und ich haben im Herbst 2013 einen Antrag eingereicht, dass Spieler nach dem 21. Lebensjahr nicht mehr die Nationalmannschaft wechseln dürfen. Der sollte bearbeitet werden", klagte der schwedische Spitzenfunktionär Arne Elovsson jüngst in der Tageszeitung "Aftonbladet", "aber seitdem haben wir nichts mehr gehört".

Die Handball-WM in der Übersicht

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung