Handball-EM

DHB-Team verpasst EM-Finale

SID
Samstag, 26.01.2008 | 19:41 Uhr
Handball, EM, Deutschland, Dänemark
© DPA
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Lillehammer - Ein Siebenmeter-Tor drei Sekunden vor Schluss hat die Hoffnungen der deutschen Handballer auf den zweiten EM-Titel nach 2004 zerstört.

Lars Christiansen verwandelte in Lillehammer im Halbfinale kurz vor Abpfiff den Strafwurf und besiegelte damit die 25:26 (13:10)-Niederlage des Weltmeisters. Trotz eines Kraftaktes und einer überragenden Leistung von Torhüter Johannes Bitter verpasste die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) damit das dritte EM-Endspiel nach 2002 und 2004. "Am Ende war die Niederlage gerechtfertigt, aber es tut trotzdem weh", sagte Bitter.

Im Spiel um Platz drei trifft der Olympia-Zweite nun auf den entthronten Titelverteidiger Frankreich, der zuvor mit 23:24 (9:11) gegen Olympiasieger Kroatien verloren hatte. "Wir werden nun alles versuchen, um gegen die Franzosen zu bestehen. Bronze ist ja auch was", sagte Kapitän Markus Baur. Anschließend bestreiten Dänemark und Kroatien das Endspiel. Vor 6.012 Zuschauern warf Florian Kehrmann (Lemgo/6) die meisten Tore für die DHB-Auswahl.

Brandt: "Niederlagen gehören dazu" 

Trotz der Strapazen von der langen Anreise ließ sich Bundestrainer Heiner Brand jedoch nicht von seiner Zuversicht abbringen, dass seine Mannschaft die Erfolgsserie gegen Dänemark fortsetzt. Denn bereits auf dem Weg in die EM-Endspiele 2002 und 2004 waren die Skandinavier der unterlegene Halbfinal-Widersacher.

Nach dem verlorenen Handball-Krimi stellte Brand fest: "Niederlagen gehören auch dazu, damit muss man umgehen. Wir werden noch einmal alles tun, um ein vernünftiges Spiel hinzulegen."

Wegen der langen Anreise hatte der Weltmeister am Vorabend auf das Training und so auf die Möglichkeit verzichtet, Nachrücker Frank von Behren noch einmal auch spielerisch in die Truppe zu integrieren. "Das Training wäre nicht sinnvoll gewesen. Er war ja beim Supercup dabei und kennt die Abläufe", sagte Brand und vertraute dem Mindener von Beginn an, "wenn er nicht topfit wäre, würde er das mit Kampfgeist wettmachen."

Kraus mit Dynamik 

Doch von Behren präsentierte sich von der ersten Minute an hellwach im Mittelblock, wo er den verletzten Abwehrchef Oliver Roggisch sehr gut vertrat. Der Kreisläufer von den Rhein-Neckar Löwen musste wegen eines Muskelfaserrisses in der rechten Wade auf der Tribüne sitzen und konnte seine Kollegen nur durch Anfeuern unterstützen.

Von dort aus musste er mit ansehen, wie die deutsche Mannschaft bange Minuten zu überstehen hatte. Kehrmann musste wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel lange behandelt werden, Christian Zeitz hatte nach einem rüden Foul Probleme mit dem Rücken.

In dem schon traditionell von den Deckungsreihen bestimmten Spiel hatte der Weltmeister zunächst trotzdem das Nachsehen. Nach ausgeglichenem Beginn geriet die deutsche Mannschaft mit 5:7 (18.) ins Hintertreffen. Als dann nach einer Auszeit der junge Michael Kraus für Kapitän Baur (beide Lemgo) die Spielregie übernahm, zog mehr Dynamik ins Spiel der DHB-Auswahl ein.

Den Faden verloren 

Mit sieben Treffern hintereinander schien das Brand-Team die Partie zu seinen Gunsten drehen zu können und enteilte auf 12:7 (28.), auch weil der Hamburger Schlussmann Bitter in dieser Phase seinen Kasten förmlich vernagelte und kein Gegentor zuließ. "Bei der 12:7-Führung haben wir etwas den Faden verloren. Wir hätten disziplinierter weiterspielen müssen", sagte Brand.

Angetrieben von ihren zahlreichen und lautstarken Anhängern starteten die Dänen im zweiten Durchgang eine Aufholjagd. Der deutsche 13:10-Pausenvorsprung war schnell aufgebraucht und mit dem starken Torhüter Kasper Hvidt als Rückhalt ging Dänemark mit 17:16 (41.) in Führung. "In der zweiten Halbzeit hatten wir Schwierigkeiten, Tore zu erzielen", sagte der Bundestrainer.

Im weiteren Verlauf machte sich der Substanzverlust im deutschen Team im siebten Spiel in zehn Tagen bemerkbar. Unter Aufbietung der letzten Reserven hielt die DHB-Auswahl nach eigener 21:20-Führung (50.) die Partie bis zum Ende offen. Doch es reichte nicht ganz.

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