Handball

DHB-Team besiegt Schweden 31:29

SID
Donnerstag, 24.01.2008 | 20:59 Uhr
© Getty
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Trondheim - Deutschland hat weiter das Double vor Augen. Der Weltmeister gewann in Trondheim das Endspiel um das Erreichen des Halbfinales gegen Schweden mit 31:29 (16:18) und steht damit erneut in einem EM-Halbfinale.

Am Samstag spielt das deutsche Team dann in Lillehammer gegen den WM-Dritten Dänemark um den Finaleinzug.

Vor 2915 Zuschauern im Spektrum verkraftete der Weltmeister selbst den verletzungsbedingten Ausfall von Oliver Roggisch und Michael Kraus. Beste Werfer im deutschen Team waren Holger Glandorf und Pascal Hens (je 7). Die Auswahl DHB-Auswahl steht damit zum siebten Mal seit 1998 in einem Halbfinale.

"Am Ende war es ein verdienter Sieg für uns. Wir haben heute sehr, sehr stark gespielt. Offensiv haben wir unser bestes Spiel gezeigt. Es wäre sehr bitter gewesen, wenn wir heute ausgeschieden wären", sagte ein sichtlich erleichterter Bundestrainer Heiner Brand nach nervenaufreibenden 60 Minuten. 

Wieder gibt's Hamburger und Pommes 

Um traditionell wie immer einen Halbfinal-Einzug in einem berühmten Schnellrestaurant mit Hamburgern und Pommes Frites feiern zu können, hatten sich die deutschen Spieler am Nachmittag extra noch nach einem solchen Imbiss erkundigt.

Allerdings schien dies zunächst etwas zu voreilig gewesen zu sein. Denn bis zum 5:6 (8.) lief der Weltmeister einem Rückstand hinterher. Als dann aber Holger Glandorf mit seinem Treffer zum 9:7 (13.) die erste Zwei-Tore-Führung für das DHB-Team erzielte, schienen die Deutschen das Spiel in den Griff zu bekommen.

Achterbahnfahrt und starker Fritz

Nach dem schwachen Beginn vor allem in der zuletzt so starken Abwehr fand die DHB-Auswahl allerdings nur kurz zu ihrem Spiel. Einzig dem in der 14. Minute für den zuletzt glücklosen Johannes Bitter gekommenen Henning Fritz war es zu verdanken, dass es zur Halbzeit nur bei einem Zwei-Tore-Rückstand blieb.

Dazu kamen abermals etliche Nachlässigkeiten im Angriff. Vor allem Spielmacher Markus Baur und Christian Zeitz suchten zu oft vergeblich den Weg über den Kreisspieler zum Tor.

Turnier-Aus für Roggisch

Nach Wiederanpfiff glich der Olympia-Zweite schnell zum 18:18 (32.) aus. Nur wirkte das Team um Kapitän Baur weiterhin gehemmt.

Und dann ereilte das DHB-Team erneut das befürchtete Verletzungspech: Abwehrchef Oliver Roggisch verletzte sich in der 38. Minute ohne Fremdeinwirkung und musste mit Verdacht auf Muskelfaserriss vom Feld.

Trotz schneller medizinischer Hilfe konnte er das Spiel nicht fortsetzen. Zudem bekam der ohnehin durch eine Rippenprellung gehandicapte Torsten Jansen einen Schlag auf den Körper und musste behandelt werden.

Wichtiger Schachzug von Brand

Doch plötzlich war der Kampfgeist der deutschen Spieler wieder geweckt. Einen 21:22-Rückstand (39.) verwandelten sie in einen 24:22-Vorsprung (42.). Nur wenig später kam der nächste Rückschlag. Spielmacher Michael Kraus erlitt eine Ellenbogenverletzung und musste das Spiel bis zum Ende von der Bank verfolgen.

Dann der wichtigste Schachzug von Brand: Der Bundestrainer brachte Bitter zurück ins Tor und der Hamburger brachte die Schweden mit etlichen Glanzparaden beinahe zur Verzweiflung. "Ich denke, wir waren am Ende einfach die glücklichere Mannschaft", sagte Bitter. "Die Schweden waren in der Anfangsphase besser, danach sind wir nicht wirklich von ihnen weggekommen."

In der Tat gleichen die Schweden eine Viertelstunde vor Schluss nochmals zum 24:24 aus. Danach stand die Partie bis in die Schlussminuten auf des Messers Schneide. Zwei schnelle Tempogegenstöße brachten den Weltmeister dann aber endgültig auf die Siegerstraße.

Jetzt wartet Dänemark

Im Halbfinale bekommt es Deutschland nun erneut mit Nachbar Dänemark zu tun. Schon in der Vorbereitung auf die Titelkämpfe trafen sich beide Mannschaften zu zwei Testspielen.

"Wir müssen gegen die Dänen wohl einige Leute ersetzen. Heute haben wir vor allem für Oli Roggisch gewonnen", sagte Bitter. Und sein Trainer schielte schon wieder mit einem Auge aufs Finale am Sonntag in Lillehammer. "Die Dänen liegen uns, mehr als zum Beispiel die Franzosen."

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