"Konsequenzen zum Nachteil des Vereins"

1860 verlängert mit Führung - Ismaik sauer

Von Felix Götz
Dienstag, 16.04.2013 | 13:10 Uhr
Alexander Schmidt dirigiert auch nächste Saison die Münchner Löwen in der 2. Liga
© getty
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Der TSV 1860 München hat am Dienstag die auslaufenden Verträge mit Trainer Alexander Schmidt und Sportchef Florian Hinterberger verlängert. Der Anwalt von Investor Hasan Ismaik, der sich erst kürzlich für eine Neubesetzung der sportlichen Führung der Sechziger ausgesprochen hatte, droht dem Klub jetzt mit "schwerwiegenden Konsequenzen".

Robert Schäfer zeigte sich derweil zufrieden mit den Vertragsverlängerungen des Trainers und des Sportchefs: "Mit dieser Entscheidung gehen wir unseren vernünftigen Weg konsequent weiter. Wir sind im ersten Jahr unseres Dreijahresplans. Florian Hinterberger hat sich von Anfang an flexibel auf unsere Rahmenbedingungen eingestellt", sagte der Geschäftsführer der Löwen.

"Mit dem Budget, das ihm zur Verfügung stand, hat er einen Kader zusammengestellt, mit dem wir bis zuletzt im Rennen um Platz drei waren. Zudem haben wir 2011/2012 das zweitbeste Saisonergebnis seit dem Abstieg erreicht."

Hinterberger lobt - Ismaik wütend

Sportchef Hinterberger meinte zur Vertragsverlängerung des Trainers: "Alex Schmidt arbeitet akribisch und ehrgeizig an seinen Zielen. Er ist fachlich kompetent und verfolgt eine genaue Philosophie, wie er spielen möchte. Zudem hat er ein gutes Gefühl für die Mannschaft, findet die richtige Mischung zwischen Disziplin und Lockerheit."

Alles andere als begeistert zeigte sich allerdings Investor Hasan Ismaik. Der Jordanier war anscheinend nicht über die Pläne der Vertragsverlängerung mit der, in seinen Augen nicht ausreichend kompetenten sportlichen Führungsetage, in Kenntnis gesetzt.

Noch vor wenigen Tagen sagte der 37-Jährige auf einer Pressekonferenz, dass 1860 einen neuen Sportchef brauche. In der laufenden Saison versuchte er bereits eigenmächtig Coach Alexander Schmidt durch den ehemaligen englischen Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson zu ersetzen.

Auch Geschäftsführer Schäfer soll in den Plänen Ismaiks keine Rolle mehr gespielt haben.

"Konsequenzen von der Vereinsführung zu verantworten"

Das bereits vorher schwierige Verhältnis zwischen Investor und Klubführung scheint jetzt komplett zerrüttet. In der "TZ" meldete sich nun Ismaiks Anwalt Michael Scheele zu Wort. Der Jordanier bitte "nachhaltig zu verstehen und zu akzeptieren, dass die nun unweigerlich auf die Vereinsführung zukommenden Konsequenzen ausschließlich von der Vereinsführung zu verantworten sind".

Der Jurist bezeichnete die eigenmächtige Entscheidung des Vereins als "überflüssige Provokation", die den mehrmals geäußerten guten Willen von Ismaik "im Keim" ersticke. "Es dürfte nicht weiter verwundern, wenn dies schwerwiegende Konsequenzen zum Nachteil des Vereins provoziert."

Auch ein endgültiger Abschied des Investors von den Löwen scheint möglich. Weiter hieß es, dass Ismaik trotz seiner Empörung die Begegnungen mit zahlreichen Mitgliedern und Fans in guter Erinnerung behalten werde. Scheele wird sich in den kommenden beiden Tagen mit Ismaik in Abu Dhabi beraten und will am Donnerstag nach Deutschland zurückkehren.

Alexander Schmidt im Steckbrief

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