Braunschweigs Ermin Bicakcic im Interview

"Ter Stegen ist doch das beste Beispiel"

Von Interview: Max Marbeiter
Freitag, 24.08.2012 | 10:28 Uhr
Ermin Bicakcic wechselte im Januar 2012 zu Eintracht Braunschweig
© Imago
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Um Spielpraxis zu sammeln, wechselte Ermin Bicakcic im Winter vom VfB Stuttgart zu Eintracht Braunschweig. Dort hat sich der Deutsch-Bosnier mit beständig guten Leistungen zu einem der besten Innenverteidiger der 2. Liga entwickelt. Im Interview spricht der Chuck Norris aus Braunschweig über die Messis und Ronaldos des Basketballs, sein Rendezvous mit Frank Ribery und die Probleme beim VfB.

SPOX: Herr Bicakcic, Sie sind großer Basketballfan und waren 2011 live bei den NBA-Finals dabei. Wie war's denn?

Ermin Bicakcic: Es war ein großes Spektakel. Ich war in den USA im Urlaub und habe dann tatsächlich noch Karten für Spiel 1 damals gegen Dallas bekommen. Ich habe schon immer gern Basketball geschaut. Man braucht auch ein wenig Abwechslung vom Fußball. Ich gehe nicht allzu gern joggen und da ich viele Basketballbegeisterte in meinem Umfeld habe, bin ich dann einfach dazugestoßen.

SPOX: Ihr Lieblingsteam ist aber nicht Dallas, sondern Miami.

Bicakcic: Genau, die haben mich vor Ort richtig beeindruckt. Die Namen LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh stehen für mich für die NBA. Was die drei spielen, ist einfach beeindruckend. Das sind für mich die Messis und Ronaldos des Basketballs.

SPOX: Womit wir auch schon beim Fußball wären. Im vergangenen Winter wechselten Sie vom VfB Stuttgart nach Braunschweig. Inwiefern sind Sie froh, den VfB verlassen zu haben und zur Eintracht gewechselt zu sein?

Bicakcic: Für meine Entwicklung war das extrem wichtig. Wie jeder Spieler hatte auch ich den Punkt erreicht, an dem ich durch Trainingseinheiten allein nicht mehr weitergekommen bin. Ich brauchte Spielpraxis.

SPOX: In Braunschweig haben Sie bereits nach kurzer Zeit Kultstatus erreicht, in Fan-Foren nennt man sie den Chuck Norris von Braunschweig.

Bicakcic: (lacht) Das ist eine tolle Form der Anerkennung. Fans wie in Braunschweig habe ich noch nie erlebt. Sie sind im positiven Sinne fußballverrückt. Wenn man von ihnen dann so akzeptiert wird, freut es einen umso mehr.

SPOX: Durch den Wechsel nach Braunschweig mussten Sie zum ersten Mal Süddeutschland verlassen. Wie schwer fiel Ihnen die Umstellung?

Bicakcic: Das war definitiv ein Riesenschritt. Die ersten beiden Monate habe ich im Hotel gewohnt. Kein richtiges Zuhause zu haben, war nicht einfach. Auf meine sportliche Leistung hat sich das alles jedoch nicht ausgewirkt und mittlerweile habe ich mich auch gut eingelebt.

SPOX: Wie lange haben Sie damals mit sich gerungen, den VfB zu verlassen?

Bicakcic: Emotional war es schon schwer, sich vom Verein zu trennen. Schließlich bin ich als Stuttgarter Junge in den U-Teams des VfB groß geworden. Aus sportlicher Sicht war es aber der absolut richtige und notwendige Schritt.

SPOX: Inzwischen setzt der VfB wieder mehr auf den Nachwuchs. Hätten Sie also vielleicht doch noch ein halbes Jahr mit dem Wechsel warten sollen?

Bicakcic: Nein. Ich bin genau zum richtigen Zeitpunkt gewechselt. Die Eintracht hat mich direkt super aufgenommen, was mir die Situation deutlich erleichtert hat. Ein Wintertransfer ist ja immer ein wenig schwieriger als einer im Sommer.

SPOX: Ein Leihgeschäft stand nicht zur Debatte?

Bicakcic: Alles ging ziemlich schnell. Ich bin aus dem Trainingslager des VfB nur kurz nach Stuttgart und dann direkt weiter nach Braunschweig gereist. Die Vereine und mein Manager haben sich geeinigt und ich habe die Entscheidung angenommen.

SPOX: Ihren ersten Bundesligaauftritt hatten Sie gegen den FC Bayern, Ihr direkter Gegenspieler war Franck Ribery. Welche Erinnerungen haben Sie an das Spiel?

Bicakcic: Abgesehen vom Ergebnis eigentlich sehr gute. Natürlich ist es besonders schwer, im ersten Bundesligaspiel gegen einen solchen Weltstar zu spielen. Ich habe gut angefangen, aber über die gesamte Spielzeit kannst du einen Ribery nicht kontrollieren. Es war aber trotzdem eine Riesenerfahrung.

SPOX: Wie undankbar war es, damals auf der ungewohnten Position des Rechtsverteidigers spielen zu müssen?

Bicakcic: Das war schon alles etwas ungewohnt und sicher nicht optimal. Aber wenn dich der Trainer aufstellt, musst du bereit sein. Egal auf welcher Position.

SPOX: Nach dem Spiel prasselte die Kritik auch ein wenig auf Sie ein. Wie sind Sie damit umgegangen?

Bicakcic: Das war zwar das erste Mal, dass ich öffentlich etwas härter kritisiert wurde, aber ich habe mir darüber keinen Kopf gemacht. Auf einmal ist ja dann eh jeder Fußballexperte. Kritik von engen Vertrauten und insbesondere dem Trainer nehme ich mir sehr zu Herzen und versuche, mich dann auch zu verbessern. Als Fußballer muss man auch mit schlechten Spielen abschließen können, sich nicht davon verunsichern lassen und es im nächsten Spiel einfach besser machen.

SPOX: Wie groß war denn damals der Sprung zu den Profis für Sie?

Bicakcic: Das Tempo, auch im Training, ist schon deutlich höher. Da habe ich anfangs zwei Wochen gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. Ich bin natürlich kein Trainer, aber denke schon, dass man junge Spieler grundsätzliche so schnell und früh wie möglich bringen und an die erste Mannschaft heranführen sollte. Das muss zwar gut durchdacht sein, aber wie soll ein Spieler ohne Einsätze die nötige Erfahrung sammeln? Auf der Bank wird er das nicht tun.

SPOX: Man muss sich jedoch erst einmal im Training beweisen, oder nicht?

Bicakcic: Selbstverständlich, aber nur Training reicht auch nicht aus. Bestes Beispiel ist doch Marc-Andre ter Stegen, inzwischen ist er ein Top-Torhüter. Und warum? Weil er das Vertrauen bekommen hat und durch die Spiele immer mehr gereift ist.

SPOX: Für Sie war es in Stuttgart ja auch deswegen nicht leicht, weil Sie zwischen erster und zweiter Mannschaft pendelten.

Bicakcic: Stimmt. Ich war zwar überwiegend bei der ersten Mannschaft dabei, aber in Absprache mit Bruno Labbadia sollte ich die Spielpraxis in der zweiten sammeln. Wenn man ständig mit den Profis trainiert und nur für die Spiele zur zweiten kommt, fällt die Integration allerdings schwer. Man ist eben nicht eingespielt. Eine andere Lösung gab es aber nicht.

SPOX: Haben Sie zu dieser Zeit Ihr Potenzial auch in Frage gestellt, nachdem Sie nicht nachhaltig bei den Profis bleiben konnten?

Bicakcic: Ich mache mir manchmal tatsächlich mehr Gedanken als nötig, auch damals war es so. Ich habe ständig darüber nachgedacht, was ich verbessern könnte und ob ich immer alles richtig mache. Etwas mehr Lockerheit hätte mir da sicher nicht geschadet. Inzwischen weiß ich, dass ich meinen Weg gehen werde. Andere beginnen direkt in der Bundesliga, ich gehe eben über die 2. Liga.

SPOX: Hat Bruno Labbadia Ihnen explizite Gründe genannt?

Bicakcic: Eigentlich muss man sich nur den Kader des VfB anschauen. Zu Spielern wie Matthieu Delpierre oder Serdar Tasci kam mit Maza auch noch ein mexikanischer Nationalspieler hinzu. Man hat einfach auf Erfahrung gesetzt. Da war mich schnell klar, dass es schwer wird.

SPOX: Haben Sie nach Ihrem Abgang noch Kontakt zum VfB?

Bicakcic: Mit Serdar Tasci stehe ich regelmäßig in Kontakt. Er ist für mich einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga, bei dem ich mir im Training einiges abschauen konnte. Auch zu Sami Khedira besteht noch Kontakt. Er ist ein Supertyp, der sich trotz seines Wechsels zu einem Weltverein kein Stück verändert hat.

SPOX: In Braunschweig setzt man auch in der neuen Saison auf Sie. Nach zwei Spielen in Liga zwei stehen sechs Punkte zu Buche. Wo soll das hinführen?

Bikakcic: Wir haben einen super Start hingelegt und wollen nun so weiter machen und uns auf keinen Fall auf diesen ersten beiden Ergebnissen ausruhen oder zurück lehnen.

SPOX: Hinzu kommt das Weiterkommen im Pokal, damit steht die Eintracht bei drei Pflichtspielsiegen ohne Gegentor in Folge.

Bikakcic: Mit dem 3:0 gegen Lübeck haben wir souverän die nächste Runde erreicht. Wir sind nun bereit für die 2. Runde und haben uns als Ziel gesetzt, diese positiv zu gestalten - egal, wie der Gegner heißt, der uns zugelost wird.

Ermin Bicakcic im Steckbrief

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