Serbien - Schweiz 1:2: Last Minute! Xhaka und Shaqiri retten schwache Eidgenossen

Von Jonas Rütten
Freitag, 22.06.2018 | 22:01 Uhr
Xerdan Shaqiri wurde mit seinem Last-Minute-Treffer zum Matchwinner für die Schweiz.
© getty
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Die Schweiz hat sich mit einem 2:1 (0:1)-Sieg gegen Serbien eine glänzende Ausgangsposition vor dem letzten Gruppenspiel verschafft. Gegen aggressive Serben waren die Eidgenossen über weite Strecken das deutlich schwächere Team, doch ein Geniestreich von Xhaka und Shaqiris Last-Minute-Treffer ließen am Ende die Schweizer jubeln.

Die Serben überließen den Eidgenossen zwar zu Beginn den Ball, erwischten in der Offensive aber den deutlich besseren Start ins Spiel und gingen schon früh durch Mitrovic in Führung (5.). Die Schweiz war in der Folge um die direkte Antwort bemüht, doch es war die Mannschaft von Trainer Kristajic, die weiter gefährlich blieb. Das simple Konzept, im 4-2-3-1 lange Bälle auf den kopfballstarken Mitrovic zu schlagen, der Bälle festmacht und für die Nachrücker ablegt, fruchtete.

Die Eidgenossen leisteten sich hingegen in den ersten 20 Minuten 30 Ballverluste und kamen überhaupt nicht ins Spiel - auch, weil Serbien mit ihrer giftigen Zweikampfführung und dem aggressiven Pressing auf Xhaka den Spielaufbau der Nati empfindlich störte. Nach einer halben Stunde kam die Nati dann mal gefährlicher vor dem Kasten der Serben auf, jedoch mangelte es besonders Dzemaili an der nötigen Nervenstärke.

Ein Geniestreich von Xhaka nach einem Konter stellte die Uhren kurz nach Wiederbeginn auf Null (53.). Die Schweiz blieb allerdings spielerisch limitiert und fand kein Mittel gegen lauf- und kampfstarke Serben, die auf den erneuten Führungstreffer drückten. Trainer Kristajic ging das Wagnis ein und wechselte noch einmal offensiv. Ein Fehler, wie sich kurz vor Schluss herausstellen sollte, als Shaqiri einen Konter zum 2:1 vollendete (90.).

Der Siegtorschütze und auch Xhaka formten bei ihren Torjubeln mit ihren Händen einen Doppeladler, der das Wappen Albaniens symbolisieren sollte. Xhaka und Shaqiri sind neben Valon Berahmi und Blerim Dzemaili albanisch-stämmige Spieler im Schweizer WM-Kader. Und zwischen Serbien und Albanien herrscht seit Jahren eine erbitterte Rivalität. Viele Beobachter deuteten dies als Provokation gegenüber dem serbischen Gegner.

Die Daten des Spiels Serbien - Schweiz

Tore: 1:0 Mitrovic (5.), 1:1 Xhaka (53.), 1:2 Shaqiri (90.)

  • Granit Xhaka ist erst der dritte Schweizer, dem bei mehreren WM-Turnieren ein Treffer gelang.
  • Die Schweiz kassierte im dritten WM-Spiel in Folge einen Gegentreffer.
  • Aleksandar Mitrovic war in den vergangenen 15 Spielen an 15 Toren der Serben direkt beteiligt (13 Tore, 2 Vorlagen).

Der Star des Spiels: Manuel Akanji (Schweiz)

War einer der wenigen Schweizer, die mit dem körperlichen Spiel der Serben mithalten konnte. Entschied 70 Prozent seiner Zweikämpfe für sich und war auch in Kopfballduellen auf Augenhöhe. Darüber hinaus in der Spieleröffnung extrem passsicher und unaufgeregt.

Der Flop des Spiels: Dusko Tosic (Serbien)

Wollte den Konter kurz vor Schluss über Shaqiri mit einer Abseitsfalle unterbinden, obwohl dieser aus der eigenen Hälfte startete. Kam dann nicht mehr hinterher und leistete Shaqiri nur noch Geleitschutz. Verlor darüber hinaus die deutliche Mehrzahl seiner Zweikämpfe.

Der Schiedsrichter: Felix Brych (Deutschland)

Hatte aufgrund der aggressiven Zweikampfführung der Serben alle Hände voll zu tun und folgte einer klaren, wenn auch harten Linie. Die Verwarnungen für Milinkovic-Savic, Milivojevic und Matic noch im ersten Durchgang gingen allesamt in Ordnung. Hätte in der zweiten Halbzeit durchaus auf Elfmeter für Serbien entscheiden können, als Schär und Lichtsteiner Mitrovic beim Kopfballduell in die Zange nahmen, doch das war keine klare Fehlentscheidung und somit blieb VAR Zwayer richtigerweise stumm.

Reaktionen zu Serbien gegen Schweiz

Mladen Kristajic (Trainer Serbien): "So ist der Fußball. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Wir wollten in der zweiten Halbzeit attackieren, doch der Ausgleich hat unsere Bemühungen zerstört. Und dann haben wir ein dummes Tor erhalten. Jetzt brauchen wir den Sieg gegen Brasilien. Sie sind der Favorit, aber wir werden alles versuchen. Nichts ist unmöglich."

Vladimir Petkovic (Trainer Schweiz): "Ich habe keine Emotionen mehr, ich bin wie eine Flasche leer. Nach der ersten Halbzeit hat niemand mehr geglaubt, dass wir das Spiel noch drehen können. Zu der Aktion von Xhaka und Shakiri kann ich nur sagen, dass man den Sport nicht mit der Politik mischen sollte, man soll Respekt haben und fair bleiben."

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