Mittwoch, 19.02.2014

Verdacht der Steuerhinterziehung

Staatsanwalt ermittelt gegen Barcelona

Die spanische Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch Ermittlungen gegen den FC Barcelona wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem Transfer des Brasilianers Neymar im vergangenen Sommer angekündigt.

Neymars Transfer zu Barcelona wurde bereits Ex-Präsident Sandro Rosell zum Verhängnis
© getty
Neymars Transfer zu Barcelona wurde bereits Ex-Präsident Sandro Rosell zum Verhängnis

Ex-Präsident Sandro Rosell war im vergangenen Monat aufgrund der Ungereimtheiten des Wechsels zurückgetreten, nachdem bereits Ermittlungen gegen ihn als Privatperson aufgenommen worden waren.

Diese hatte Vereinsmitglied Jordi Cases in angestoßen. Er hatte Transparenz in der Causa Neymar gefordert und denn Fall letztendlich vor Gericht gebracht.

Rosell tritt zurück: Flucht aus dem Zwielicht

Doch nun hat die spanische Staatsanwaltschaft auch gegen den Verein Barcelona Ermittlungen in Gang gesetzt. Der Vorwurf: Barca habe in den Neymar-Verhandlungen mit Hilfe von Scheinverträgen rund 9,1 Millionen Euro am spanischen Fiskus vorbeimanövriert.

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Drakonische Strafe droht

Darin war Präsident Rosell als oberster Vereinsvertreter und als federführende Verhandlungspartei involviert. Die Ziffer setzt sich aus Einzelbeträgen aus den im Jahr 2011 gezahlten 10 Millionen Euro, die Neymar als Handgeld für einen zukünftigen Wechsel zu Barca erhalten hatte, sowie aus einem 27,9 Millionen schweren Anteil der 2013 abgetretenen Transfersumme.

Die Konsequenzen für den Verein könnten drastisch werden. Laut "Marca" drohen im Fall einer Verurteilung eine Strafe, die etwa doppelt, schlimmstenfalls sogar viermal so hoch sein könnte wie die hinterzogene Summe an Steuergeldern. Es droht als im Worst Case ein Bußgeld in Höhe von etwa 36 Millionen Euro.

Gleichzeitig wird auch weiterhin gegen die Privatperson Rosell ermittelt, dem Unterschlagung vorgeworfen wird.

Die Zahlen des Neymar-Vertrags laut "El Mundo"
Die Zahlen des Neymar-Vertrags laut "El Mundo"
© el mundo

Unklarheiten bei Neymar-Ablöse

Um die Ablösesumme für Neymar gab es lange Unklarheiten. Ursprünglich sollte der brasilianische Superstar 57,1 Millionen Euro kosten, am Ende stellte sich heraus, dass sich die tatsächlichen Kosten für Neymar auf insgesamt 86,2 Millionen Euro belaufen hatten.

Neymar selbst kassierte zehn Millionen für die Unterschrift, 2,5 Millionen gab es für seine Stiftung. Sogar von der Ablöse kassierte die Firm N&N der Familie Neymar den größten Teil, nur 17,1 Millionen gingen an seinen Ex-Klub.

Sogar das Jahresgehalt von Neymar gab der neue Vereins-Präsident Josep Maria Bartomeu unlängst offiziell bekannt: 11,3 Millionen Euro per annum. Neymar da Silva Santos, der Vater des Spielers und dessen Berater, hatte erklärt, er habe 2011 einen Betrag in Höhe von zehn Millionen Euro erhalten, um den Transfer nach Barcelona zu garantieren.

Glaubwürdigkeit verlorengegangen

Neymar ist so oder so einer der teuersten Spieler aller Zeiten, aber nicht der teuerste. Cristiano Ronaldo (94 Millionen) und Gareth Bale (91 Millionen/beide Real Madrid) waren noch kostspieliger als der 21-jährige Neymar, der vom Pelé-Klub Santos in die Primera Division gewechselt war.

Die neue Klubführung von Barca versucht, für mehr nötige Transparenz zu sorgen. Deshalb wurden alle Zahlen auf den Tisch gelegt. Die Staatsanwaltschaft will den Neymar-Deal aber genauer unter die Lupe nehmen. Unter Rosell ist viel Glaubwürdigkeit verloren gegangen.

Neymar im Steckbrief


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