FIFA-Entscheidung wirft Fragen auf

Infantino hat schon Ärger

SID
Samstag, 14.05.2016 | 13:17 Uhr
Gianni Infantino benannte bereits die erste weibliche Generalsekretärin der FIFA
© getty
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FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte die Krise für endgültig beendet, die Pressestelle verkündete eine "neue Ära". Doch eine unscheinbare, wenn auch einfach nur ungeschickte Entscheidung während des FIFA-Kongresses in Mexiko-Stadt stellt den gesamten Reformprozess schon wieder infrage.

Statt sich für die historische Ernennung einer afrikanischen Generalsekretärin feiern lassen zu können, hat sich die FIFA in die Bredouille manövriert.

In einer ein paar Minuten dauernden Abstimmung gaben die FIFA-Verbände im Banamex-Kongresscenter der mexikanischen Metropole dem neuen FIFA-Council die Erlaubnis, bis 2017 selbst die Ernennung und Abberufung der fehlenden Mitglieder der teils komplett, teils zur Hälfte unabhängigen Kommissionen durchzuführen.

Ohne Wahl durch den Kongress. "Chefaufseher" Domenico Scala verließ im Anschluss aus Protest den Saal - der Schweizer Vorsitzende der Audit- und Compliance-Kommission, die durch das Reformpaket alle Prozesse des Weltverbands überwacht, war offensichtlich stinksauer.

Grindel als Kandidat

"Es geht hier nur um die Flexibilität für das kommende Jahr", erklärte Infantino (46) im Anschluss an den Kongress die Entscheidung. Nach SID-Informationen haben gleich mehrere (!) Bewerber aus der "Fußballfamilie" den vorgeschriebenen Integritätscheck nicht bestanden. Deshalb konnte das Council dem Kongress nicht genügend Kandidaten für eine Wahl präsentieren.

Es geht neben Scalas Kommissionen um die neue Governance- sowie die Rechtskommissionen. Gewählt wurden vom Kongress nur die unabhängigen Mitglieder, die vom Council vorgeschlagen wurden - und zwar im Schnellverfahren en bloc, ohne Nachfragen.

Der Einfachheit halber will nun das Council das Auffüllen der Kommissionen bei der nächsten Sitzung im Oktober eigenverantwortlich nachholen, ehe der Kongress die Entscheidungen im Frühjahr 2017 bestätigen kann. Ein Kandidat für die Governance-Kommission, die zur Hälfte aus unabhängigen Mitglieder besteht, ist dann DFB-Präsident Reinhard Grindel (54), der seinen rasanten Aufstieg in der Fußballpolitik damit fortsetzen würde. Der CDU-Politiker hat seinen Check wohl schon bestanden.

Das Kuriose: Weil die FIFA-Führung mit ihren Integritätschecks alles richtig gemacht, und nicht vorschnell zwielichtige Gestalten zugelassen hat, steckt sie nun in einem Dilemma. Eine Berufung ohne Kongress-Wahl ist kein Zeichen für Unabhängigkeit - auch, wenn die Verbände die vom Council vorgeschlagenen Kandidaten kaum ablehnen würden.

"Abwarten, sehen, dann urteilen"

Beispiel Scala: Der Schweizer ist in seiner Funktion der Aufseher, der die kompletten Prozesse in der FIFA, also auch im Council überwacht (siehe Reformpaket). Würde der frühere Manager nun (aus Frust) zurücktreten, wäre das Council gezwungen, im Herbst einen neuen Vorsitzenden zu bestimmen. Die Überwachten würden dann ihren Überwacher selbst auswählen.

Soweit muss es nicht kommen - könnte es aber, was für Scala, dessen Motive allerdings etwas undurchsichtig sind, offenbar schon reichte. "Abwarten, sehen - und dann urteilen", sagte Infantino auf entsprechende Fragen: "Wir werden die richtigen Personen mit hoher Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit berufen." Im neuen Council sitzen allerdings auch noch viele Mitglieder des alten, krisengeschüttelten Exekutivkomitees. "Wir können uns die Fehler der Vergangenheit nicht erlauben", sagte Infantino.

Erste Generalsekretärin

Ohne jeden Zweifel bestätigte das Council den Vorschlag des Präsidenten, die Senegalesin Fatma Samoura (54) zur Generalsekretärin zu berufen. Die Diplomatin der Vereinten Nationen (UN), die vier Sprachen spricht und in zahlreichen Krisenherden Erfahrungen gesammelt hat, hat einen "beeindruckenden Lebenslauf", sagte der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (65), der im Council sitzt.

Die "Nummer 2" der FIFA, die Mitte Juni ihre Arbeit aufnehmen soll, bekommt deutlich mehr Macht, zumindest auf dem Papier hat Samoura mehr Einfluss als Infantino. Das FIFA-Generalsekretariat überwacht alle Einnahmen - eine Frau an der Spitze des operativen Geschäfts hat es in der über 100-jährigen Geschichte des Weltverbandes noch nicht gegeben.

"Ich will dem Fußball helfen, sein durch die Skandale angekratztes Image wiederherzustellen", sagte Samoura: "Ich bringe meine 21 Jahre Erfahrung in den Vereinten Nationen im Hinblick auf Regierungsführung, Transparenz und Rechenschaftspflicht in die FIFA ein."

Präsident Infantino ist von ihren Fähigkeiten überzeugt. "Sie ist für mich die kompetenteste Person, um die Geschäfte der FIFA zu führen", sagte Infantino: "Ihr Lebenslauf spricht für sich. Es war einfach zu der Überzeugung zu kommen, dass sie die Richtige ist. Außerdem liebt sie den Fußball - wie ihr Ehemann auch." Die Council-Entscheidung für Samoura, die unmittelbar vor dem Kongress gefallen ist, war einstimmig - vorbehaltlich, dass die Diplomatin den Integritätscheck besteht.

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