FIFA-Entscheidung wirft Fragen auf

Infantino hat schon Ärger

SID
Samstag, 14.05.2016 | 13:17 Uhr
Gianni Infantino benannte bereits die erste weibliche Generalsekretärin der FIFA
© getty
Advertisement
Scottish Premiership
Sa13:00
Rangers - Celtic: Das 409. Old Firm steht an!
Copa Libertadores
Live
River Plate -
Jorge Wilstermann
Copa Libertadores
Lanus -
San Lorenzo
CSL
Guoan -
Shanghai SIPG
Ligue 1
Nizza -
Angers
Ligue 1
Lille -
Monaco
Primeira Liga
Porto -
Portimonense
J1 League
Kashima -
Gamba Osaka
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Atletico Madrid -
Sevilla
Premiership
Rangers -
Celtic
Premier League
West Ham -
Tottenham
CSL
Tianjin Teda -
Tianjin Quanjian
Serie A
AS Rom -
Udinese
Premier League
Man City -
Crystal Palace
Championship
Derby -
Birmingham
Primera División
Alaves -
Real Madrid
Ligue 1
Montpellier -
PSG
Serie A
SPAL -
Neapel
Premier League
Leicester -
Liverpool
Primera División
Malaga -
Bilbao
Championship
Aston Villa -
Nottingham
Ligue 1
Bordeaux -
Guingamp
Ligue 1
Caen -
Amiens
Ligue 1
Lyon -
Dijon
Ligue 1
Metz -
Troyes
Premier League
Stoke -
Chelsea (Delayed)
Primera División
Girona -
Barcelona
Serie A
Juventus -
FC Turin
Primeira Liga
Benfica -
Ferreira
Premier League
Everton -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Swansea -
Watford (Delayed)
Premier League
Burnley -
Huddersfield (Delayed)
Premier League
Southampton -
Man United (Delayed)
Serie A
Flamengo -
Avaí
Primera División
Espanyol -
La Coruna
Eredivisie
Utrecht -
PSV
Serie A
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Sheffield Wed -
Sheffield Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
Saint-Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Club Brugge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk Split -
Lokomotiva Zagreb
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Primera División
Sevilla -
Malaga
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton (Delayed)
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Premier League
Arsenal -
Brighton
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Primera División
Barcelona -
Las Palmas
Ligue 1
Angers -
Lyon
Primera División
Real Madrid -
Espanyol
Ligue 1
Nizza -
Marseille
WC Qualification South America
Bolivien -
Brasilien
WC Qualification South America
Venezuela -
Uruguay
WC Qualification South America
Kolumbien -
Paraguay
WC Qualification South America
Chile -
Ecuador
WC Qualification South America
Argentinien -
Peru

FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte die Krise für endgültig beendet, die Pressestelle verkündete eine "neue Ära". Doch eine unscheinbare, wenn auch einfach nur ungeschickte Entscheidung während des FIFA-Kongresses in Mexiko-Stadt stellt den gesamten Reformprozess schon wieder infrage.

Statt sich für die historische Ernennung einer afrikanischen Generalsekretärin feiern lassen zu können, hat sich die FIFA in die Bredouille manövriert.

In einer ein paar Minuten dauernden Abstimmung gaben die FIFA-Verbände im Banamex-Kongresscenter der mexikanischen Metropole dem neuen FIFA-Council die Erlaubnis, bis 2017 selbst die Ernennung und Abberufung der fehlenden Mitglieder der teils komplett, teils zur Hälfte unabhängigen Kommissionen durchzuführen.

Ohne Wahl durch den Kongress. "Chefaufseher" Domenico Scala verließ im Anschluss aus Protest den Saal - der Schweizer Vorsitzende der Audit- und Compliance-Kommission, die durch das Reformpaket alle Prozesse des Weltverbands überwacht, war offensichtlich stinksauer.

Grindel als Kandidat

"Es geht hier nur um die Flexibilität für das kommende Jahr", erklärte Infantino (46) im Anschluss an den Kongress die Entscheidung. Nach SID-Informationen haben gleich mehrere (!) Bewerber aus der "Fußballfamilie" den vorgeschriebenen Integritätscheck nicht bestanden. Deshalb konnte das Council dem Kongress nicht genügend Kandidaten für eine Wahl präsentieren.

Es geht neben Scalas Kommissionen um die neue Governance- sowie die Rechtskommissionen. Gewählt wurden vom Kongress nur die unabhängigen Mitglieder, die vom Council vorgeschlagen wurden - und zwar im Schnellverfahren en bloc, ohne Nachfragen.

Der Einfachheit halber will nun das Council das Auffüllen der Kommissionen bei der nächsten Sitzung im Oktober eigenverantwortlich nachholen, ehe der Kongress die Entscheidungen im Frühjahr 2017 bestätigen kann. Ein Kandidat für die Governance-Kommission, die zur Hälfte aus unabhängigen Mitglieder besteht, ist dann DFB-Präsident Reinhard Grindel (54), der seinen rasanten Aufstieg in der Fußballpolitik damit fortsetzen würde. Der CDU-Politiker hat seinen Check wohl schon bestanden.

Das Kuriose: Weil die FIFA-Führung mit ihren Integritätschecks alles richtig gemacht, und nicht vorschnell zwielichtige Gestalten zugelassen hat, steckt sie nun in einem Dilemma. Eine Berufung ohne Kongress-Wahl ist kein Zeichen für Unabhängigkeit - auch, wenn die Verbände die vom Council vorgeschlagenen Kandidaten kaum ablehnen würden.

"Abwarten, sehen, dann urteilen"

Beispiel Scala: Der Schweizer ist in seiner Funktion der Aufseher, der die kompletten Prozesse in der FIFA, also auch im Council überwacht (siehe Reformpaket). Würde der frühere Manager nun (aus Frust) zurücktreten, wäre das Council gezwungen, im Herbst einen neuen Vorsitzenden zu bestimmen. Die Überwachten würden dann ihren Überwacher selbst auswählen.

Soweit muss es nicht kommen - könnte es aber, was für Scala, dessen Motive allerdings etwas undurchsichtig sind, offenbar schon reichte. "Abwarten, sehen - und dann urteilen", sagte Infantino auf entsprechende Fragen: "Wir werden die richtigen Personen mit hoher Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit berufen." Im neuen Council sitzen allerdings auch noch viele Mitglieder des alten, krisengeschüttelten Exekutivkomitees. "Wir können uns die Fehler der Vergangenheit nicht erlauben", sagte Infantino.

Erste Generalsekretärin

Ohne jeden Zweifel bestätigte das Council den Vorschlag des Präsidenten, die Senegalesin Fatma Samoura (54) zur Generalsekretärin zu berufen. Die Diplomatin der Vereinten Nationen (UN), die vier Sprachen spricht und in zahlreichen Krisenherden Erfahrungen gesammelt hat, hat einen "beeindruckenden Lebenslauf", sagte der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (65), der im Council sitzt.

Die "Nummer 2" der FIFA, die Mitte Juni ihre Arbeit aufnehmen soll, bekommt deutlich mehr Macht, zumindest auf dem Papier hat Samoura mehr Einfluss als Infantino. Das FIFA-Generalsekretariat überwacht alle Einnahmen - eine Frau an der Spitze des operativen Geschäfts hat es in der über 100-jährigen Geschichte des Weltverbandes noch nicht gegeben.

"Ich will dem Fußball helfen, sein durch die Skandale angekratztes Image wiederherzustellen", sagte Samoura: "Ich bringe meine 21 Jahre Erfahrung in den Vereinten Nationen im Hinblick auf Regierungsführung, Transparenz und Rechenschaftspflicht in die FIFA ein."

Präsident Infantino ist von ihren Fähigkeiten überzeugt. "Sie ist für mich die kompetenteste Person, um die Geschäfte der FIFA zu führen", sagte Infantino: "Ihr Lebenslauf spricht für sich. Es war einfach zu der Überzeugung zu kommen, dass sie die Richtige ist. Außerdem liebt sie den Fußball - wie ihr Ehemann auch." Die Council-Entscheidung für Samoura, die unmittelbar vor dem Kongress gefallen ist, war einstimmig - vorbehaltlich, dass die Diplomatin den Integritätscheck besteht.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung