Blatter wegen Südafrika im FBI-Visier

SID
Sonntag, 20.09.2015 | 11:23 Uhr
Sepp Blatter steht offenbar stärker unter Verdacht als bisher vermutet
© getty

Im FIFA-Korruptionsskandal soll Weltverbands-Chef Joseph S. Blatter (Schweiz) stärker als bisher bekannt im Visier der US-Bundespolizei FBI stehen. Das berichtete die Welt am Sonntag unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Quellen.

Die mutmaßlichen Untersuchungen sollen in Zusammenhang mit Südafrikas ominöser Zehn-Millionen-Dollar-Zahlung an den karibischen Regional-Verband CFU stehen.

Laut WamS untersuchen die FBI-Fahnder mögliche Verstrickungen Blatters in den Deal der Südafrikaner mit dem unter massivem Korruptionsverdacht stehenden Ex-CFU-Boss Jack Warner (Trinidad und Tobago). Die Ermittler gehen der Annahme nach, dass Blatter die Zahlung als Überzeugungshilfe für Südafrikas Bewerbung um das WM-Turnier 2010 angeregt haben könnte und mithin letztlich auch davon gewusst haben müsste.

Südafrika hat die Zahlung als Förderung von Fußball-Entwicklungsprojekten deklariert. Die US-Justiz hingegen hält die Summe für Schmiergeld als Gegenleistung für Stimmen der CFU-Nationalverbände für die WM-Premiere auf dem afrikanischen Kontinent.

Blatter bisher nicht "verdächtigt" genannt

Blatter soll im Vorfeld der WM-Vergabe Südafrikas damaligen Staatspräsidenten Thabo Mbeki und seinen damaligen FIFA-Vorstandskollegen Warner zusammengebracht und damit den Weg für die mutmaßliche Manipulationsabsprache geebnet haben.

Die Summe wurde einige Zeit nach dem Zuschlag für die Kaprepublik vom inzwischen aus anderen Gründen suspendierten FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke (Frankreich) von einem Verbandskonto an die CFU überwiesen. Als offizielle Begründung für den Umweg der Geldanweisung wurde die Verwaltung von Südafrikas WM-Budget durch die FIFA angeführt.

In sämtlichen Ermittlungen der Justizbehörden zum FIFA-Skandal sowohl in den USA als auch in der Schweiz ist Blatter bisher nicht als Beschuldigter oder auch nur als Verdächtiger genannt worden. Zuletzt jedoch hatte US-Justizministerin und -Generalbundesanwältin Loretta Lynch eine intensivere Überprüfung der Rolle des 79-Jährigen nicht mehr dementieren wollen.

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