Der ewige Mitläufer

Von Andreas Inama
Donnerstag, 14.05.2015 | 15:01 Uhr
Ausgleich für Dnipro: Seleznyov trifft zum 1:1 gegen den SSC Neapel
© getty
Advertisement
PDC World Championship
Do14.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Die Darts-WM auf DAZN
Bundesliga
DiJetzt
M05 - BVB: Die Highlights des Stöger-Debüts
Super Liga
Partizan -
Roter Stern
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Real Madrid
Eredivisie
Groningen -
PSV
Coupe de la Ligue
Rennes -
Marseille
Coppa Italia
AC Mailand -
Hellas Verona
Eredivisie
Feyenoord -
Heerenveen
Premiership
Hibernian -
Rangers
Premier League
West Ham -
Arsenal
Coupe de la Ligue
Straßburg -
PSG
Premier League
Liverpool -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Everton (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Man United -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Man City (DELAYED)
Premier League
Tottenham -
Brighton (DELAYED)
Copa Sudamericana
Flamengo -
Independiente
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)

Dnipro Dnipropetrovsk ist die Überraschung der diesjährigen Spielzeit der Europa League. In einer schwachen Gruppe hat man sich nur knapp als Zweiter durchgesetzt, um dann in der K.o.-Phase mit Olympiakos Piräus und Ajax Amsterdam zwei Champions-League-Absteiger auszuschalten. Nun steht das Rückspiel gegen den SSC Napoli (21.05 im LIVE-TICKER) an. Ein Spiel, das richtungsweisend für den ukrainischen Fußball werden kann.

Es war ein schwaches Spiel im Stadio San Paolo zu Neapel. Napoli dominierte das Spiel, konnte aber keine zwingenden Aktionen kreieren. Die Gäste aus der Ukraine standen dicht gestaffelt in der Defensive und lauerten auf Fehler der Neapolitaner. Schließlich fiel das Tor doch, die Partenopei führten, dem Spiel wurde in den letzten vierzig Minuten Leben eingehaucht.

Die Europa League geht in die heiße Phase - Jetzt bei Tipico wetten!

Leben, das Dnipro schließlich zu einem Achtungserfolg brachte: In der 80. Minute erzielte der 60 Sekunden zuvor eingewechselte Evgen Seleznyov den unverhofften Ausgleich für den krassen Außenseiter, wenn auch klar aus Abseitsposition.

Dnipro im Freudentaumel, das sonst so laute San Paolo totenstill. Mit dem ersten positiven Ergebnis auf italienischer Erde der Vereinsgeschichte öffnete sich auf einmal das Tor zum ersehnten Finale einen Spalt weit.

Es wäre ein Höhepunkt für einen Verein, der trotz seiner langen Tradition in der Ukraine nie aus dem Schatten der Großen Schachtjor Donezk und Dynamo Kiew treten konnte und dem in den letzten Jahren auch fast vom Erzrivalen Metalist Charkiw der Rang abgelaufen wurde.

Gründung und Nachkriegszeit

Gegründet wurde die Mannschaft in der damaligen Sowjetunion im Jahr 1918. Wie für viele Klubs in der UdSSR üblich, war man kein Verein im eigentlichen Sinne. Die Spieler waren Schüler einer Ausbildungsstätte für Metallarbeiter. Darum geht auch der erste Vereinsname auf die Schule zurück: BRIT, Brianskyi Robitnychyi Industrialnyi Tekhnikum.

Die Vorgängervereine von Dnipro fielen zwei Mal den Wirren der Weltkriege zum Opfer. Es gab drei Neugründungen und Namensänderungen. 1945 kehrten einige Spieler von der Front zurück und man stieg in die sowjetische Meisterschaft ein, wenn auch mit anfänglichen Schwierigkeiten.

Der Trainer damals, Ivan Lukin, hielt fest: "13 Spieler kamen zum ersten Training. Deren Zustand ließ zu wünschen übrig, aber die Lust Fußball zu spielen loderte in ihren Augen. Die Jungs liefen zwei Runden und waren danach am Ende. Keiner beschwerte sich. Aber die Männer waren an ihre Grenzen gestoßen; ich musste das Training abbrechen und gab ihnen zwei Tage frei."

Die post-sowjetische Stagnation

Mit diesen Worten beginnt die Geschichte des Vereins erst richtig. Man steigt in die sowjetische Liga ein. Nach einer Fusion mit Dynamo Dnipropetrovsk wird die Mannschaft 1949 in Metalurh umbenannt. Dennoch kann man sich nicht etablieren, der größte Erfolg bleibt eine Halbfinal-Teilnahme im Pokal.

Nach der Übernahme durch Yugmash, einer Maschinenfabrik, und der daraus folgenden Namensänderung zu Dnepr (russische Form von Dnipro) im Jahr 1961 dauert es noch zwei Dekaden, bis man sich auf nationaler Ebene - unter anderem mit dem legendären Trainer Valery Lobanovsky - einen Namen macht: 1983 und 1988 werden die ersten und letzten Meistertitel gewonnen.

Der Zerfall der Sowjetunion bedeutet einen Rückschritt für Dnipro. Bis auf 1992, als Tawrija Simferopol die gerade neu gegründete Premjer-Liha vor Dynamo Kiew gewinnt, wechseln sich bis heute Dynamo und Schachtjor im Kampf um die Meisterschaft ab. Für den ersten Profiklub der Ukraine sind zwei zweite Plätze das höchste der Gefühle (1993, 2014).

Auch in diesem Jahr wird es mit der Meisterschaft nichts: Drei Spieltage vor Schluss steht Dnipro auf Platz drei in der Premjer-Liha, neun Punkte hinter Spitzenreiter Dynamo Kiew. Umso mehr setzt man auf die Karte Europa League.

Das Spiel des Lebens

"Jeder stellt sich auf das Spiel seines Lebens gegen Napoli ein. Wir müssen erfolgreich sein, um unsere Reise nach Warschau fortzusetzen. Wir gehören nun zu den besten vier Teams der Europa League, schon das ist großartig. Aber nun können wir den ganz großen Coup landen."

Artem Fedetsky spricht für seine Mannschaftskameraden und deutet an, dass dem Favoriten aus Süditalien ein schwer zu knackender Gegner bevorsteht.

Im Sechzehntel- und Achtelfinale wurden Olympiakos Piräus und Ajax Amsterdam ausgeschaltet, zwei Mannschaften, die frisch aus der Champions League kamen. Überhaupt hat Dnipro von seinen letzten 25 Spielen nur drei verloren, darunter gegen Kaliber wie Schachtjor oder eben Ajax im Achtelfinalrückspiel.

Trotzdem ist man sich in Dnipropetrovsk seiner Außenseiterrolle bewusst, will sich darauf aber auf keinen Fall ausruhen. Es gibt keine Stars, die ein Spiel alleine entscheiden könnten. Die Mannschaft jedoch ist beflügelt ob der letzten Erfolge und im Team herrscht eine Jetzt-erst-Recht-Stimmung.

"Keiner hatte uns auf dem Radar. Jetzt fehlen uns nur noch wenige Schritte zum Finale und Europa sieht uns in einem anderen Licht. Wir haben vor niemandem Angst, auch nicht vor den Stars aus Napoli", stellte Dnipros Valeriy Fedorchuck klar.

Auch Napoli-Trainer Rafa Benitez weiß um die Stärke der Ukrainer: "Wenn du unter die letzten Vier kommst, heißt das, dass du eine Top-Mannschaft bist. Die Siege, die sie gegen Olympiakos, Ajax und Brügge geholt haben, sind dafür der beste Beweis."

Paradigmenwechsel in der Ukraine?

Seit der Einführung der Premjer-Liha in der Ukraine hat man in Dnipropetrovsk keinen Titel mehr feiern können. Dynamo Kiew und Schachtjor Donezk bleiben das Nonplusultra in der ehemaligen Sowjet-Republik. Auf nationaler Ebene muss man sich seit der Auflösung der Sowjetunion mit der Rolle der dritten Kraft abgeben.

Nun hat man die Chance, der Stadt was Großes zu schenken: "Dieser Klub ist einzigartig. Wir haben großartige Fans und Dnipropetrovsk liebt den Fußball. Das und unser Teamgeist sind die Garanten für unseren Erfolg", so Ausgleichs-Torschütze Seleznyov nach dem Halbfinal-Hinspiel.

Das Team von Myron Markevych hat die große Chance, sich nicht nur einen Platz in den ukrainischen Sportgeschichtsbüchern und Unsterblichkeit in den Herzen der eigenen Fans zu sichern. Dnipro könnte auch ein Signal an die beiden Großen aus Kiew und Donetzk: Der ewige Mitläufer ist auf bestem Wege, ein ernst zu nehmender Gegner zu werden.

Dnipro Dnipropetrovsk im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung