Irland - Deutschland 0:0

Remis reicht zur EM-Qualifikation

SID
Samstag, 13.10.2007 | 22:45 Uhr
Podolski, Carsley, Irland, Deutschland
© Getty
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Dublin - Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr erstes Etappenziel erreicht und kann jetzt das Unternehmen EM-Titelgewinn 2008 planen.

Mit einem schwer erkämpften, aber verdienten 0:0 in Irland löste das Team von Bundestrainer Joachim Löw als erste Mannschaft neben den Gastgebern Schweiz und Österreich das Ticket für die Endrunde der Europameisterschaft im kommenden Sommer.

Zwar geriet der WM-Dritte vor 67.495 Zuschauern im Croke Park von Dublin in der zweiten Halbzeit ein paar Mal in Bedrängnis, blieb aber dank einer disziplinierten Leistung auch im neunten Qualifikationsspiel ungeschlagen und sicherte sich so schnell wie noch nie das EM-Ticket.

Sperre für Lehmann

Im 15. Spiel unter Löw verließ die deutsche Mannschaft erst zum dritten Mal nicht als Sieger den Platz, kann das Versäumte aber schon am Mittwoch gegen Tschechien nachholen und damit Platz eins in der Gruppe D perfekt machen. Fehlen wird in München allerdings Torhüter Jens Lehmann, der seine zweite Gelbe Karte in der Qualifikation sah.

Wie bei den jüngsten Auswärtserfolgen in England und Wales überzeugte die deutsche Mannschaft auch im 16. Vergleich mit den Iren durch Disziplin und Ordnung, doch spielerisch blieben manche Wünsche offen.

Schrecksekunde um Schweini

Dabei musste die Löw-Elf eine schwere Verletzung von Bastian Schweinsteiger nach nur zwölf Minuten wegstecken. Der Münchner prallte bei einem Kopfballduell mit Kevin Kilbane zusammen und zog sich eine drei Zentimeter tiefe und stark blutende Platzwunde zu. Während der Ire nach drei Minuten Behandlung auf den Rasen zurückkehrte, musste Schweinsteigers Blessur in der Kabine mit sieben Stichen genäht werden.

Dennoch scheint einem Einsatz des Mittelfeldspielers am Mittwoch gegen Tschechien nichts im Wege zu stehen. Ersatzmann Simon Rolfes fügte sich aber nahtlos ein und zeigte eine ordentliche Vorstellung.

Sattelfeste Defensive

Die Innenverteidigung mit den starken Christoph Metzelder und Per Mertesacker war gegen die häufig ungestüm angreifenden Iren meist auf der Höhe des Geschehens. Auch ohne Spielpraxis bei seinem Klub FC Arsenal zeigte Torhüter Jens Lehmann eine tadellose Leistung.

Seine stärkste Szene hatte der Keeper in der 30. Minute, als er gegen Robbie Keane geschickt den Winkel verkürzte und einen Rückstand verhinderte. Unnötig jedoch die Gelbe Karte wegen Spielverzögerung an der Seitenlinie. Damit muss Löw für das Tschechien-Spiel einen zweiten Torhüter - vermutlich Robert Enke - nachnominieren.

Unbequeme Gastgeber

Das Spiel in Irland wurde für das DFB-Team zum erwarteten Härtetest. Die um ihre letzte theoretische EM-Chance kämpfenden Iren starteten aggressiv, waren aber nur selten in der Lage, ein druckvolles Angriffsspiel aufzuziehen. Mit einem harten Einsatz gegen Fritz gab Keane schon in der Anfangsphase die Richtung für ein körperbetontes Spiel vor.

In der 17. Minute setzte Marcell Jansen zu seinem ersten Vorstoß über die linke Seite an, doch Gomez konnte die Hereingabe des Münchner Abwehrspielers nicht verwerten.

Metzelder scheitert an Finnan und Latte

In der Schlussphase der ersten Halbzeit bekam die deutsche Mannschaft dank ihrer Kombinationssicherheit das Heft im Mittelfeld allmählich in die Hand. Acht Minuten vor der Pause scheiterte Metzelder nach Ecke von Piotr Trochowski per Kopfball an Steve Finnan auf der Torlinie.

Mehr gelungene deutsche Offensivaktionen gab es in der ersten Halbzeit nicht, weil sich die Angreifer im entscheidenden Moment gegen die bissigen Gastgeber nicht durchsetzen konnten.

Nach Wiederbeginn suchten die Iren noch einmal energisch ihre Chance, weil die deutsche Mannschaft mit weniger Kraftaufwand über die Runden zu kommen glaubte. Glück für die vergeblich auf Abseits spekulierenden Gäste, dass der völlig freistehende Keane im Abschluss Nerven zeigte und Lehmann den harmlosen Heber des irischen Kapitäns herunterpflücken konnte.

Die deutschen Offensivbemühungen endeten in der zweiten Halbzeit meist schon vor dem Strafraum - und wenn sich doch Chancen ergaben, wurden sie vergeben wie beim kuriosen Lattenschuss Metzelders (71.) oder dem Versuch des eingewechselten Podolskis aus 14 Metern (74.).

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