Mann mit Panzer sucht

Mittwoch, 06.07.2016 | 16:05 Uhr
Olivier Giroud erzielte 20 Tore in 53 Spielen für Frankreich, die Hälfte davon in den letzten elf
© getty
Advertisement
League Cup
So25.02.
Bohnen-Alarm! Rocket Beans kommentieren das Finale
Bundesliga
SoJetzt
Schau dir jetzt die Nordderby-Highlights an!
J2 League
Live
Fukuoka -
Gifu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Villarreal -
Getafe
Eredivisie
Ajax -
Den Haag
Serie A
Crotone -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Tottenham
Eredivisie
Feyenoord -
PSV
Premiership
Aberdeen -
Celtic
Super Liga
Partizan -
Zemun
Ligue 1
Bordeaux -
Nizza
Serie A
Florenz -
Chievo Verona
Serie A
Sassuolo -
Lazio
Serie A
Hellas Verona -
FC Turin
Serie A
Sampdoria -
Udinese
Premier League
Man United -
Chelsea
Primera División
Bilbao -
Malaga
1. HNL
Rijeka -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Lyon -
St. Etienne
League Cup
Arsenal -
Man City
League Cup
Arsenal -
Man City (Rocket Beans)
First Division A
Lüttich -
Brügge
Serie A
Juventus -
Atalanta
Superliga
Kopenhagen -
Odense
Primera División
Valencia -
Real Sociedad
Primera División
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Serie A
AS Rom -
AC Mailand
Ligue 1
PSG -
Marseille
Primeira Liga
Portimonense -
FC Porto
Superliga
Union SF -
Colon
Serie A
Cagliari -
Neapel
Primera División
Levante -
Real Betis
Cup
Akhisar -
Galatasaray
Cup
Akhisar -
Galatasaray (Türkischer Kommentar)
Primera División
Espanyol -
Real Madrid
Coupe de France
Les Herbiers -
Lens
Primera División
Girona -
Celta Vigo
Copa Libertadores
Montevideo -
Gremio
Super Liga
Radnicki Nis -
Partizan
Coppa Italia
Juventus -
Atalanta
Coupe de France
Chambly -
Straßburg
Primera División
Getafe -
La Coruna
Primera División
Bilbao -
Valencia
Primera División
Malaga -
FC Sevilla
Coppa Italia
Lazio -
AC Mailand
Coupe de France
PSG -
Marseille
Primera División
Atletico Madrid -
Leganes
Primera División
Eibar -
Villarreal
Indian Super League
Bengaluru -
Kerala
Cup
Besiktas -
Fenerbahce
Cup
Besiktas -
Fenerbahce (Türkischer Kommentar)
Primera División
Real Betis -
Real Sociedad
Superliga
Midtylland -
Bröndby
Premier League
Arsenal -
Man City
Primera División
Las Palmas -
FC Barcelona
Coupe de France
Caen -
Lyon
Primera División
Alaves -
Levante
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guangzhou R&F
Ligue 1
Nizza -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Bordeaux
Championship
Dundee United -
St. Mirren
Championship
Middlesbrough -
Leeds
Primeira Liga
FC Porto -
Sporting
A-League
Newcastle -
FC Sydney
J1 League
Kobe -
Shimizu
Primera División
Villarreal -
Girona
Premier League
Burnley -
Everton
Serie A
SPAL -
Bologna
Championship
Nottingham -
Birmingham
Primera División
FC Sevilla -
Bilbao
Ligue 1
Troyes -
PSG
Serie A
Lazio -
Juventus
Eredivisie
PSV -
Utrecht
Premier League
Liverpool -
Newcastle
Primera División
Leganes -
Malaga
Primera División
La Coruna -
Eibar
Championship
Wolverhampton -
Reading
First Division A
FC Brügge -
Kortrijk
Ligue 1
Amiens -
Rennes
Ligue 1
Angers -
Guingamp
Ligue 1
Metz -
Toulouse
Ligue 1
St. Etienne -
Dijon
Premier League
Tottenham -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Real Madrid -
Getafe
Serie A
Neapel -
AS Rom
Premier League
Leicester -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Stoke (Delayed)
Premier League
Watford -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Swansea -
West Ham (DELAYED)
Primera División
Levante -
Espanyol
Serie A
CFC Genua -
Cagliari
League One
Blackburn -
Wigan
Super Liga
Partizan Belgrad -
Rad
Premier League
Lok Moskau -
Spartak Moskau
Eredivisie
Vitesse -
Ajax
Premier League
Brighton -
Arsenal
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Slaven Belupo
Ligue 1
Caen -
Straßburg
Serie A
FC Turin -
Crotone
Serie A
Udinese -
Florenz
Serie A
Benevento -
Hellas Verona
Serie A
Atalanta -
Sampdoria
Serie A
Chievo Verona -
Sassuolo
Primera División
FC Barcelona -
Atletico Madrid
Ligue 1
Montpellier -
Lyon
Superliga
Brøndby -
Odense BK
Primera División
Real Sociedad -
Alaves
Primera División
Valencia -
Real Betis
Serie A
AC Mailand -
Inter Mailand
Ligue 1
Marseille -
Nantes
Premier League
Crystal Palace -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Las Palmas
Championship
Leeds -
Wolverhampton

Olivier Giroud hat als Vertreter des suspendierten Karim Benzema gehörigen Anteil daran, dass Frankreich im Halbfinale gegen Deutschland steht (Do., 21 Uhr im LIVETICKER). Liegt ihm deshalb ganz Frankreich zu Füßen? Nicht wirklich. Der 30-Jährige polarisiert, ob in seiner Heimat oder beim FC Arsenal in London. Die Ressentiments haben ihn stark gemacht.

Es ist erst ein paar Wochen her, da erhob sich ein Gemurmel, als sein Name vom Stadionsprecher gerufen wurde und es gab Pfiffe. Ein wenig Beifall auch, immerhin schoss er ein Tor.

Unüberhörbare Buhrufe, als er ausgewechselt wurde. Beim nächsten Mal das gleiche Spiel. Unruhe im Publikum schon beim Aufwärmen. Er schoss zwei Tore, aber die Skepsis blieb.

Die Mehrheit der französischen Öffentlichkeit ging d'accord mit der Entscheidung von Trainer Didier Deschamps, bei der EM im eigenen Land auf seinen besten Stürmer zu verzichten.

Zu schwer wog der Verdacht gegen Karim Benzema, in die unschöne Erpressungsaffäre um ein Sex-Video seines Equipe-Kollegen Mathieu Valbuena tatkräftig verwickelt gewesen zu sein. Eine nicht unerhebliche Minderheit hätte Benzema aber trotzdem gerne beim Turnier gesehen, denn die Alternative hieß: Olivier Giroud.

Applaus, Applaus

Und mit Olivier Giroud tut sich der französische Fußball-Fan schwer. Absolute Rückendeckung hat der 30-Jährige in seinem Heimatland nie erfahren, er war nie ein Liebling der Massen. Der Liebling der Nation ist Benzema freilich auch nicht, aber eben unbestritten ein Stürmer von Weltklasse-Format.

Weltklasse ist sein Vertreter wohl nicht, doch es gibt sicher schlechtere Ausgangspositionen, als einen Benzema ersetzen zu müssen und auf einen Giroud zurückgreifen zu können.

Aus skeptisch-hektischem Getuschel oder unverhohlener Abneigung ist ohnehin Bewunderung und Applaus geworden. Fürs erste zumindest. Frankreich steht im Halbfinale der EM gegen Deutschland, und der ungeliebte Mittelstürmer hat durchaus seinen Anteil daran.

"Es ist schön, bejubelt zu werden", sagte Giroud dieser Tage. Beseelt gestrahlt hat er dabei nicht - und er schickte nach: "Aber ich habe immer eine positive Einstellung auf dem Platz. Ich habe nie Rachegelüste gehabt oder das Gefühl, den Leuten beweisen zu müssen, dass sie falsch gelegen haben. Nie."

Umweg dritte Liga

Skepsis an seinen Fähigkeiten begleiten Giroud schon lange. Schon immer. Knapp 20-jährig, er spielte in Grenoble, wurde ihm beschieden, er habe nicht das Talent für die Ligue 1 und selbst in der 2. Liga würde er es schwer haben.

Giroud hatte sein Abi in der Tasche und begann zu studieren, um ein zweites Standbein zu haben, falls es mit der Fußball-Karriere nichts würde. Doch es wurde.

Über den Drittligisten FC Istres ging es nach Tours, wo ihm 2009/2010 der Durchbruch gelang. Er wurde Torschützenkönig in der 2. Liga und wechselte anschließend nach Montpellier. Dort gewann er im zweiten Jahr die Meisterschaft und avancierte mit 21 Treffern zum besten Torjäger der Ligue 1.

Es folgte der Wechsel in die Premier League, zum großen FC Arsenal.

Zu wenige Tore

"Ich habe immer fest daran geglaubt, dass ich es schaffen würde", sagte er damals im Sommer 2012. Die Tinte unter seinem Vertrag bei den Gunners war gerade erst getrocknet. "Aber wenn man mir vor fünf Jahren gesagt hätte, dass ich heute hier bin, dann hätte ich es wahrscheinlich nicht geglaubt."

Aber auch in London polarisiert er. 82 Tore und 34 Vorlagen in 187 Pflichtspielen für die Gunners sind beileibe keine verheerende Bilanz, doch sie machen ihn auch nicht über Kritik erhaben. Und mit Kritik an Olivier Giroud ist die englische Presse, da steht sie der französischen freilich nicht nach, immer schnell zur Hand.

Giroud schießt eben immer noch zu wenige Tore, um Arsenal in der Premier League zum Meister zu machen und in der Champions League bis ins Viertelfinale oder noch weiter zu bringen. Er missfällt durch Körpersprache oder Unbeständigkeit in seinen Leistungen.

Intelligent und sturköpfig

Und dann wäre da noch sein Image. Auch der Typ Giroud polarisiert. Man muss schon in Messi-Suarez-Ronaldo-Sphären Tore schießen, um Immunitätsstatus zu besitzen. Giroud gibt unumwunden zu, Profit schlagen zu wollen aus seinem Aussehen, seinem Style. Es ist ihm wichtig, und David Beckham seine Ikone. Ein Lebemann und Schwerenöter sei er deshalb nicht.

Den Ruf hat er dennoch weg. Anfang 2014 tauchten Bilder von ihm in Unterhosen in einem Hotelzimmer auf. Das nicht unbekannte Model Celia Kay hatte sie geschossen. The Sun gab Giroud anschließend öffentlich zum Abschuss frei. Er selbst gab zu, einen gewaltigen Fehler gemacht zu haben, beteuerte aber flehentlich, zum Ehebruch sei es nicht gekommen.

Eitel mag er sein, aber kein Narzisst. Selbstbewusst, aber nicht größenwahnsinnig. Und weder auf den Kopf noch auf den Mund gefallen.

Als er sich bei Arsenal vorstellte, beschrieb er sich mit folgenden Attributen: "Ehrgeizig. Großzügig. Natürlich. Intelligent. Sturköpfig."

Er hat einen Panzer

Sein steiniger, über viele Umwege führender Weg nach oben hat ihn geprägt, genauso wie seine sehr ambivalente Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Er versucht, das Beste daraus zu machen.

"Ich habe mir einen Panzer zugelegt. Für die guten, aber auch die schlechten Zeiten", sagte er mal. "Ich weiß genau, wenn ich gut bin und wenn ich es nicht bin. Ich brauche keinen, der mir das sagt."

Im Augenblick ist alles gut, denn Olivier Giroud ist gut. Bei der EM hat er sich nicht die bedingungslose Hingabe des französischen Publikums erarbeitet, aber doch zumindest dessen Wohlwollen.

"Wir wissen, wie wichtig Olivier ist"

In der Mannschaft ist er unumstritten und genießt großen Rückhalt.

"Wir stehen von Beginn an voll hinter ihm", sagte Frankreichs Kapitän Hugo Lloris. Und an die Journalisten gerichtet: "Ihr habt eure Statistiken, um die sich alles dreht, wir Spieler haben eine ganz andere Sichtweise. Wir wissen, wie wichtig Olivier ist."

Er ist ein komischer Typ dieser Olivier Giroud. Die Franzosen hassen und lieben ihn. Die Arsenal-Fans besingen ihn mit dem Beatles-Klassiker Hey Jude (Nananana, Giii - rOUUUUUD!) und sie verzweifeln regelmäßig an ihm und wünschen ihn zum Teufel. Er ist belesen, intelligent, reflektiert und gläubiger Katholik und - siehe Unterhosengate - gleichzeitig impulsiv und naiv.

Er ist ein verdammt guter Fußballer, aber wohl nicht Weltklasse - und dennoch der Mann, der Frankreich zum Europameistertitel schießen könnte.

Dann gäbe es keine Pfiffe und kein Getuschel mehr. Zumindest für ein paar Wochen.

Olivier Giroud im Steckbrief

Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung
Werbung