Stuttgart nach Torfestival ausgeschieden

Von Für SPOX in Stuttgart: Stefan Rommel
Mittwoch, 22.12.2010 | 22:30 Uhr
In den beiden Spielen zwischen Stuttgart und Bayern fielen insgesamt 17 Tore
© Getty
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Der FC Bayern München steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Die Bayern siegten drei Tage nach dem 5:3-Sieg in der Bundesliga in einem ebenso denkwürdigen Spiel mit 6:3 (2:2) und bleiben damit weiter auf Kurs Titelverteidigung im DFB-Pokal.

Die 40.500 Zuschauer auf der Baustelle Mercedes-Benz Arena sahen eine unglaubliche Partie, die nach zwei frühen Toren der Bayern durch Andreas Ottl (6.) und Mario Gomez (8.) schon früh entscheiden schien. Der VfB kam aber durch Pawel Pogrebnjak noch vor der Pause zum Ausgleich (33., 45.+1).

Nach der Pause war der eingewechselte Miroslav Klose mit zwei Toren der Matchwinner für die Bayern (52., 86.), für die Thomas Müller die zwischenzeitliche 4:3-Führung erzielte (81.), nachdem Matthieu Delpiere (77.) den VfB nach Khalid Boulahrouz' Platzverweis (66.) wieder zurück ins Spiel gebracht hatte.

Nur wenige Minuten zuvor hatte Christian Gentner schon die große Chance zum Ausgleich vergeben, als er per Foulelfmeter an Jörg Butt scheiterte (74.). Wie Boulahrouz musste auch Delpierre kurz vor Schluss noch mit Gelb-Rot vom Platz (86.).

Im Viertelfinale muss München nun bei Angstgegner Aachen antreten, das ergab die Auslosung kurz nach dem Schlusspfiff.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Der VfB mit Gentner an Stelle von Kuzmanovic im defensiven Mittelfeld. Bicakcic sitzt draußen, für ihn beginnt Boulahrouz rechts in der Viererkette. Für den verletzten Gebhart beginnt Harnik. Die Bayern mit Pranjic statt Contento und Schweinsteiger für Altintop. Der Nationalspieler auf der Zehn hinter der einzigen Spitze Gomez.

6., 0:1, Ottl: Der Münchener bekommt den Ball rund 40 Meter vor dem Tor, wird nicht angegriffen. Satter Schuss in den linken Winkel. Ulreich ohne Chance.

8., 0:2, Gomez: Der VfB in der Vorwärtsbewegung und auf rechts total offen. Müller hat alle Zeit, flankt an den ersten Pfosten. Gomez ist da und lenkt den Ball aus sechs Metern über die Linie.

33., 1:2, Pogrebnjak: Hoher Ball in den Strafraum auf Harnik. Der nimmt kurz an und flankt flach an den Fünfer. Pogrebnjak ist schneller als Tymoschtschuk und drückt aus sechs Metern ein. Der Russe war aber einen halben Schritt im Abseits.

45.+1, 2:2, Pogrebnjak: Konfusion in der Bayern-Abwehr. Cacau setzt nach, der Ball landet bei Pogrebnjak. Der dreht sich schnell um zwei Gegenspieler und haut den Ball aus zehn Metern unters Dach.

52., 2:3, Klose: Ballverlust VfB in der eigenen Hälfte. Boulahrouz klärt noch vor Ribery. Delpierre hat den Ball eigentlich, übersieht aber Klose. Der stibitzt dem Franzosen den Ball und schiebt das Ding aus zehn Metern ein.

57.: Van Buyten verliert das Laufduell gegen Cacau, der bleibt an Butt hängen. Den Abpraller haut Harnik aus zehn Metern aufs leere Tor - Latte!

66., Gelb-Rot gegen Boulahrouz: Der Niederländer geht an der Seitenlinie mit gestrecktem Bein in Schweinsteiger. Keine Diskussion, zweite Gelbe.

73., Gentner verschießt Foulelfmeter: Cacau setzt nach, Butt kommt irrsinnig aus dem Kasten raus und stochert gegen Cacau um den Ball. Cacau fällt, Meyer gibt zurecht Elfer. Gentner läuft an und schießt halbhoch ins linke Eck. Butt ist da und hat den Ball.

78., 3:3, Delpierre: Ecke Gentner von rechts. Am Fünfer steigt Delpierre am höchsten und köpft den Ball fast unbedrängt ein.

81., 3:4, Müller: Ribery setzt sich auf links durch. Rückpass an den Elfer. Boka pennt, Müller läuft quer zum Tor und versenkt den Ball durch die Beine von Ulreich zum 3:4.

84., 3:5, Klose: Und noch einer. Klose stochert am Fünfer erfolgreich und schiebt den Ball irgendwie ins rechte Eck.

87.,

90.+3, 3:6, Ribery: Flanke von rechts. Ribery völlig frei, köpft den Ball im Rückwärtslaufen ins rechte Eck.

Fazit: Unverdienter Sieg für die Bayern, die kaum etwas ins Spiel investierten, aber die zahlreichen VfB-Fehler wie schon in der Liga konsequent nutzten.


Der Star des Spiels: Pawel Pogrebnjak machte eines seiner besten Spiele im VfB-Dress. Der Russe beschäftigte Breno und Tymoschtschuk permanent, war vor dem Tor zudem abgezockt. Selbst ausweglosen Bällen rackerte Pogrebnjak hinterher und stand so stellvertretend für eine beherzte VfB-Vorstellung.

Die Gurke des Spiels: Cristian Molinaro erwischte einen vollkommen gebrauchten Tag. In der Defensive hatte er gegen Müller in beinahe jeder Szene das Nachsehen, ließ dem Nationalspieler viel zu viel Luft und ihn immer wieder gefährlich einlaufen. Im Spielaufbau dazu noch mit einigen leichten Ballverlusten. Labbadia wurde es bereits kurz vor der Pause zu gefährlich, die Auswechslung Molinaros war die logische Konsequenz.

So diskutierten die mySPOX-User während des Spiels

Die Pfeife des Spiels: Florian Meyer pfiff unheimlich kleinlich und erwies sich nicht unbedingt als Heimschiedsrichter. Lag bei vielen kleineren Entscheidungen falsch und hatte bis auf seine Kleinlichkeit keine Linie. Wenigstens bei den persönlichen Strafen lag er richtig. Boulahrouz' Platzverweis ging in Ordnung.

Analyse: Der VfB war von der ersten Minute an nicht auf dem Platz, lud die Bayern wie vor drei Tagen quasi zum Toreschießen ein und wurde erneut gnadenlos dafür bestraft. Die Bayern waren in der Folge gegen eine verunsicherte Stuttgarter Mannschaft klar besser, vor allem offensiv.

Plötzlich brach die Münchener Dominanz dann aber ab und spätestens ab Pogrebnjaks Anschlusstor agierten die Gäste defensiv wieder genauso fahrig und unkonzentriert wie am Sonntag, als sich der VfB sogar ein Chancenplus herausarbeiten konnte.

Die Bayern lullten sich mit völlig unnötigen Rückpässen auf Keeper Butt förmlich selbst ein und wurden vom VfB jäh aus der Komfortzone gerissen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit war der VfB klar besser, dann aber brachte er sich durch den nächsten individuellen Fehler wieder einmal selbst um die Arbeit der letzten 30 Minuten.

Die Bayern machten aber erneut den Fehler, ruhten sich auf dem Tor aus und wurden erneut bestraft. Am Ende konnten sie sich bei ihrer neu erworbene Kaltschnäuzigkeit bedanken, dass sie doch noch weiterkamen.

VfB Stuttgart - FC Bayern: Daten zum Spiel

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