Fussball

"Können uns in einen Lauf spielen"

SPOX-Reporter Andreas Lehner traf Manuel Neuer im Campo Bahia zum Interview
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Manuel Neuer spielt bisher eine überragende WM und zementiert seinen Status als weltbester Torwart. Im Interview spricht er über das Turnier der Torhüter, das Halbfinale gegen Brasilien (Di., 22 Uhr im LIVE-TICKER) und ein mögliches Elfmeterschießen.

Frage: Herr Neuer, bei der WM 2010 haben Sie zum Zeitvertreib immer wieder Tennis gespielt. Sie sollen richtig gut sein. Haben Sie das in Ihrer Jugend ernsthaft verfolgt?

Manuel Neuer: Ich habe bis zum 12 oder 14. Lebensjahr parallel zum Fußball ganz ordentlich Tennis gespielt. Aber ich habe mir dann zum Glück das Richtige ausgesucht. Während der Saison spiele ich ab und zu mal und im Urlaub, um mich fit zu halten und gut in die Vorbereitung zu kommen.

Frage: Haben Sie hier in Brasilien auch schon gespielt?

Neuer: Ich weiß nicht, ob das so gut wäre mit der Schulter. Ich habe zwar keine Probleme mehr und kann alles machen, aber im Tennis gibt es einige Bewegungen, die nicht so gut sind.

Frage: Hatten Sie nach der Schulterverletzung, die Sie im Pokalfinale Mitte Mai erlitten haben, Zweifel, dass es bis zur WM reichen würde?

Neuer: Eigentlich nicht. Nur die Zeit zwischen dem Pokalfinale und den Bildern der Kernspintomografie war eine Zeit der Ungewissheit. Nachdem ich die Informationen hatte und mit der medizinischen Abteilung gesprochen hatte, gab es klare Ziele für mich.

Frage: Tischtennis geht aber trotz Ihrer Schulterverletzung.

Neuer: Ja, das geht.

Frage: Da sind Sie auch sehr gut, oder?

Neuer: Alle Ballsportarten gefallen mir ganz gut. Wir haben die Platten draußen und da es sehr windig ist hier am Meer, ist es manchmal unkontrolliert.

Frage: Unkontrolliert ist ein gutes Stichwort. Brasilien spielt auch manchmal so Fußball, wie erwarten Sie die Brasilianer?

Neuer: Man hat in den ersten Partien gesehen, dass sie sehr aggressiv spielen und gut in die Zweikämpfe gehen. Da Neymar nicht dabei ist, wird ihre Spielweise nicht mit der aus den Spielen vorher vergleichbar sein. Es war alles auf ihn ausgerichtet.

Frage: Ist es leichter, Brasilien ohne Neymar zu schlagen?

Neuer: Er hat eine tragende Rolle für die Nationalmannschaft und das ganze Land gespielt. Er war der Kopf und der Star der Mannschaft. Die Fußballwelt hat getrauert und wir finden es auch schade, dass er nicht dabei ist. Aber jetzt ist wieder das Team der Star, die Aufgaben werden auf mehrere Schultern verteilt. Wichtig wird sein, dass wir in dieser Atmosphäre in Belo Horizonte ruhig bleiben und in den zu erwartenden harten Zweikämpfen einen guten Schiedsrichter haben. Brasilien ist heiß, aber wir sind es auch.

Frage: Bisher waren die Brasilianer sehr positiv gegenüber den Deutschen eingestellt, das wird in Belo Horizonte anders sein. Kann das brasilianische Publikum den coolen Neuer aus der Ruhe bringen?

Neuer: Ich freue mich auf Spiele mit einer solchen Atmosphäre. Es ist etwas Besonderes, in Brasilien gegen Brasilien ein Halbfinale zu spielen. Die Stimmung wird sicherlich grandios sein. Ich freue mich, auch wieder in ein neues Stadion zu kommen. Ich sauge die Erlebnisse bei Turnieren auf.

Frage: Bekommen Sie den Hype mit, der in Deutschland um seine Person entstanden ist?

Neuer: Ich habe es mitbekommen, weil mir Leute aus meinem Freundeskreis Sachen rübergeschickt haben. Ich bin nicht der Typ wie Thomas Müller, der nach dem Spiel alles liest und im Internet recherchiert, um auf dem neuesten Informationsstand zu sein, damit er überall mitreden kann. (lacht) Mir wird es zugetragen, aber ich beschäftige mich nicht damit. Ich bin ein Teamspieler.

Seite 1: Neuer über Tennis, die Schulter, Neymar und den Neuer-Hype

Seite 2: Neuer über Elfmeterschießen, Teamgeist und mentale Vorbereitung

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