Fussball

BVB-Super-Joker Alcacer: Vorhersehbar wie schrullige Favre-Interviews

Paco Alcacer erzielte in Mainz sein neuntes Bundesligator.
© Getty

Beim 2:1-Sieg von Borussia Dortmund beim 1. FSV Mainz 05 hat Paco Alcacer erneut als Joker getroffen. Er setzte damit seine verrückte Serie fort und brach einen ganzen Haufen an Rekorden.

"Unfassbar", sagte Sportdirektor Michael Zorc nach dem Spiel und meinte damit natürlich diesen 1,75 Meter großen Mittelstürmer aus dem spanischen Torrent in der Nähe von Valencia. Er hatte es schließlich schon wieder gemacht. Schon wieder wurde er eingewechselt, schon wieder traf er. Zum fünften Mal im fünften Versuch in dieser Bundesligasaison. Paco Alcacer: unfassbar!

Eine Premiere war dieser Treffer in Mainz aber trotzdem für Alcacer. Zum ersten Mal traf er als vollwertiger Angestellter von Borussia Dortmund. Am Freitag hatte der Klub die ausgehandelte Kaufoption gezogen und ihn somit für kolportierte 21 Millionen Euro bis 2023 fest vom FC Barcelona verpflichtet. "Er ist gegenwärtig alle 44 Minuten an einem BVB-Tor beteiligt", erwähnte der Klub nicht ohne Stolz in der offiziellen Pressemitteilung. Mittlerweile ist diese Information natürlich überholt: es sind exakt alle 42,6 Pflichtspielminuten.

Paco Alcacer trifft 150 Sekunden nach seiner Einwechslung

Zu Spielbeginn in Mainz saß Alcacer mal wieder nur auf der Bank. Sein schwarzer Schal bedeckte Mund und Nase. Nur die Augen lugten hervor und die sagten, nein sie schrien: Ihr wisst alle ganz genau, was passieren wird! Zunächst sahen seine Augen Mario Götze als Sturmspitze spielen, als falsche Neun. Götze war zwar bemüht aber glücklos in seinen Aktionen. Auf ein gutes Dribbling folgte meist ein Fehlpass.

63:28 stand schließlich auf der Spieluhr, als Alcacer mit Mario Götze abklatschte und den Platz betrat. Einmal berührte er recht beiläufig den Ball und dann machte er eben das, was er und alle anderen eh schon ganz genau wussten. Er schlich schräg von Stefan Bell hinfort, zog schnurstracks in den Strafraum und schob ein Zuspiel von Marco Reus auf einmal völlig unbedrängt ins leere Tor. 65:58 hieß es auf der Spieluhr mittlerweile. 150 Sekunden nach seiner Einwechslung hatte Alcacer seinen BVB in Führung geschossen.

Paco Alacer sorgt für eine Flut an Rekorden

Ein Tor, das eine neuerliche Flut an Rekorden in der Kategorie "Jokertore" auslöste. Nie zuvor traf ein Bundesligaspieler bei jedem seiner ersten fünf Jokereinsätze. Kein Spieler schoss in der Bundesliga mehr Jokertore für den BVB als Alcacer (acht, wie Marcio Amoroso und Ewerthon). Nie erzielte ein Bundesligaspieler früher sein achtes Jokertor als Alcacer (im siebten Spiel - den bisherigen Rekord hielt Paolo Guerrero: im 35.). Eine Rekordauswahl, die sich beliebig weiterführen ließe.

Für Gegenspieler sind Jokertore von Alcacer mittlerweile ähnlich vorhersehbar wie für TV-Reporter schrullige Interviews mit Lucien Favre, bei denen er zwar Worte sagt, aber keinen Inhalt, der einen schlauer macht: das Gegenüber weiß ganz genau, dass es bei jedem Spiel passieren wird, zu verhindern ist es aber trotzdem nicht. Es gilt, es hinzunehmen und zu akzeptieren.

Wie er den Joker-Lauf von Alcacer denn beurteile, wurde Favre in einem sogar für seine Verhältnisse besonders schrulligen Interview nach dem Spiel in Mainz gefragt und er sagte darauf: "Er hat schon zwei-, dreimal von Anfang an gespielt. Er braucht seine Zeit. Er hat lange nicht regelmäßig gespielt in Spanien. Das dauert. Das dauert. Aber er macht weiter."

Alcacer macht weiter mit dem Jokertore-Schießen und auch mit dem An-der-Fitness-Arbeiten, sodass er vielleicht bald gar keine Jokertore mehr schießen darf, weil er in der Startelf steht. Statt in der Länderspielpause für die spanische Nationalmannschaft in Las Palmas und Zagreb zu spielen, trainierte er in Dortmund Brackel. "Das war gut für ihn", erklärte Favre bereits vor dem Spiel in Mainz. Zorc lobte: "Paco ist mit ganzem Herzen bei uns, er hat sich schnell integriert und ist zu einem festen Bestandteil unseres Kaders geworden." Spätestens beim Spiel in Mainz wurde er auch fester Bestandteil der Bundesligageschichte in der Kategorie "Jokertore".

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