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Von Daniel Reimann
Samstag, 18.04.2015 | 23:43 Uhr
Sebastian Rode feierte seinen Treffer gegen Hoffenheim im Sitzen
© getty
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Teilzeitarbeiter Sebastian Rode erfüllte seine Rolle auch beim 2:0-Sieg bei 1899 Hoffenheim vorbildlich. Entgegen vieler skeptischer Prognosen hat er beim FCB eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Doch der Traum hat Grenzen.

Sebastian Rode hielt Wort. Den zahlreichen Verletzten im Bayern-Mittelfeld zum Trotz hatte er vor dem Hoffenheim-Spiel angekündigt, seine pausierenden Kollegen müssen sich "keine Sorgen machen. Die Jungs wissen, dass wir da sind."

Das "Wir" bezog sich auf die zweite Garde um Rode, Gianluca Gaudino, Mitchell Weiser. Vor allem Rode machte gegen Hoffenheim einen hervorragenden Job. Nicht nur wegen seines sehenswerten Tores avancierte der Ex-Frankfurter zum Matchwinner.

Rode entwickelte eine bemerkenswerte Omnipräsenz. Er lief mehr als jeder andere Spieler auf dem Platz, am Ende standen gut zwölf Kilometer auf dem Tacho. Defensiv störte er die Kreise der agilen Hoffenheimer Offensivkräfte, bewies eine starke Antizipation und schaltete bisweilen in den resoluten Javi-Martinez-Modus, wenn es mal nötig war.

Auch im Spiel nach vorne war er die treibende Kraft. Rode war an insgesamt sieben Torschüssen beteiligt und spielte viele kluge Pässe - wie den auf Robert Lewandowski vor dessen Lattentreffer. Und ganz nebenbei verlieh er seinen Nebenmänner Weiser, Gaudino und Juan Bernat die notwendige Physis.

Mehr Dynamik im Mittelfeld

Doch am wichtigsten für Bayern war ein anderer Aspekt. Rode bescherte dem FCB-Spiel Tempo und Power. Als Box-to-Box-Player im Umschaltspiel wurde er so besonders wertvoll. Eine Eigenschaft, die ihn durchaus besonders für Guardiola macht.

Denn Xabi Alonso oder Bastian Schweinsteiger haben ihm zwar einiges voraus, jedoch fehlt beiden eine gewisse Explosivität mit Ball am Fuß, die Rode gegen Hoffenheim auszeichnete. Gerade in Abwesenheit der Flügelzange Ribery/Robben tut ein Plus an Dynamik dem Bayern-Mittelfeld gut.

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So war es auch schon in der Hinrunde gegen Leverkusen. Bayerns Spiel krankte, es war zu statisch und kam mit dem Offensivpressing der Werkself nicht zurecht. Zur Pause brachte Guardiola Rode, der das Spiel an sich riss und die Wende zum Guten antrieb. "Mit Rode gab es in der zweiten Halbzeit mehr Vollgas", freute sich der Coach damals.

Auch gegen Hoffenheim war es Rode, der das Spiel an sich riss und ihm seinen Stempel aufdrückte. In diesen beiden Partien war er der Garant für den Sieg.

Rode, der Premium-Notnagel

Eine bisweilen erstaunliche Entwicklung, wenn man bedenkt, mit welch skeptischen Stimmen Rodes Wechsel nach München im vergangenen Sommer kommentiert wurde. Er selbst hingegen gab sich im SPOX-Interview vor Saisonbeginn optimistisch und kündigte an: "Ich werde mich durchbeißen."

Zwar ist Rode längst kein Stammspieler, doch mit Blick auf den immensen Konkurrenzkampf und die Klasse seiner Teamkollegen ist sein Standing überraschend gut. 1143 Pflichtspielminuten hat er diese Saison bereits abgespult. Eine mehr als ordentliche Bilanz angesichts manch fatalistischer Prognose.

Rode hat sich zu einer äußerst wertvollen Teilzeitkraft entwickelt. Guardiola kann sich auf ihn verlassen, sobald sich irgendwo eine Lücke auftut. Sei es, dass sich Leistungsträger verletzen oder Stammkräfte geschont werden müssen - Rode steht bereit und erfüllt seine Aufgaben vorbildlich. Nach einem solchen "Notnagel" würden sich wohl sämtliche Bundesligisten die Finger lecken.

Profiteur der Verletztenmisere

Dennoch bleibt die Frage, wie hoch hinaus es für den Ex-Frankfurter in München gehen kann. Zweifelsohne profitiert Rode derzeit von zahlreichen Verletzungen, gerade auf seiner Lieblingsposition in der Mittelfeldzentrale. Bei einem vollständig fitten Bayern-Kader ist er auf dieser Position vielleicht nur fünfte oder gar sechste Wahl.

Mit Gaudino oder bald Joshua Kimmich hat Bayern zudem einige starke Talente auf Rodes Paradeposition in der Hinterhand. Es ist unsicher, ob er über den Stellenwert eines Premium-Lückenfüllers hinauskommen kann.

All das ist jedoch Zukunftsmusik. Der Fokus liegt auf der Gegenwart, auf dem Spiel gegen Porto (Di., 20.45 Uhr im LIVE-TICKER). Ob Rode auch in diesem so immens wichtigen Spiel von Beginn an ran darf, ist unklar. Sicher ist jedoch: Er würde in gewohnter Zuverlässigkeit bereitstehen.

Sebastian Rode im Steckbrief

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