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Bundesliga - 18. Spieltag

Di Santo knockt leblose Hertha aus

Von Daniel Reimann
Sonntag, 01.02.2015 | 15:31 Uhr
Hertha BSC und Werder Bremen lieferten sich eine umkämpfte Partie
© Getty
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Werder Bremen feiert einen erfolgreichen Rückrundenstart. Gegen Hertha BSC gewannen die Bremer vor heimischer Kulisse mit 2:0 (1:0). Franco Di Santo war als Doppeltorschütze der Matchwinner.

Vor 40.187 Zuschauern im Weserstadion schlug Franco Di Santo die Hertha durch einen Doppelpack quasi im Alleingang (43., 69.). Die Berliner wiederum fanden gegen Bremen keinerlei Mittel in der Offensive.

Zlatko Junozovic sah dabei die fünfte Gelbe Karte und wird Werder in Hoffenheim fehlen.

Die Gastgeber feiern damit nach dem Sieg gegen Dortmund zum Ende der Hinrunde den nächsten Big Point gegen einen unmittelbaren Keller-Konkurrenten, während die erschreckend schwach auftretende Hertha einen weiteren Rückschlag verkraften muss.

Reaktionen:

Viktor Skripnik (Trainer Bremen): "Wir hatten uns vorgenommen, unbedingt in der ersten Halbzeit die Führung zu erzielen. In der zweiten Hälfte haben wir dann kompakter gestanden. So ein effektiver Spieler wie Franco di Santo hat uns in den letzten Spielen der Hinrunde gefehlt."

Jos Luhukay (Trainer Hertha): "Es war ein sehr intensives Spiel in der ersten Hälfte mit besseren Chancen für Werder. Wir hatten gute Umschaltsituationen und haben es verpasst, diese etwas konsequenter und ruhiger auszuspielen. Werder hat, über 90 Minuten gesehen, verdient gewonnen."

Franco Di Santo (Stürmer Bremen): "Ich bin glücklich, dass die Rückrunde direkt mit zwei Toren für mich beginnt, aber noch wichtiger ist, dass die Mannschaft gewonnen hat. Ich bin sehr glücklich in Bremen, ich mache mir überhaupt keine Gedanken darüber, wer anrufen könnte. Werder Bremen ist ein Traditionsverein. Vielleicht ist es gerade nicht der beste Moment, aber wir versuchen die Mannschaft wieder in die Mitte oder weiter nach oben zu bringen - alles andere ist irrelevant."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei Werder beginnt Neuzugang Vestergaard direkt in der Innenverteidigung, Öztunali darf in der Zentrale ran. Im Sturm läuft das bewährte Duo Selke/Di Santo auf.

Hertha beginnt mit Fünferkette, offensiv sollen Stocker, Hegeler und Ronny wirbeln. Im Sturmzentrum setzt Luhukay auf Schieber.

7.: In bester Lucio-Manier marschiert Vestergaard über den halben Platz und knallt dann aus etwa 30 Metern Entfernung voll drauf. Der Schuss geht aber knapp übers Tor.

9.: Was für ein Chance für Davie Selke! Gebre Selassie hat Platz auf rechts und legt den Ball dann in die Mitte, wo Selke völlig unbedrängt abziehen kann. Der Schuss ist dann aber zu zentral angetragen und somit kein Problem für Kraft.

19.: Aus knapp 20 Metern Entfernung zieht Bargfrede ab. Sein Schuss zischt aber knapp links am Tor vorbei.

37.: Ein äußerst grenzwertiges Tackling von Galvez. Nahe der linken Seitenauslinie grätscht der Bremer seinen Gegenspieler Schulz mit Vollgas um. Eine völlig verdiente Gelbe Karte. Seine sechste der Saison.

41.: Wieder ein toller Schuss von Bargfrede. Aus etwa 22 Metern Entfernung hält Bargfrede voll drauf. Kraft macht sich aber ganz lang und lenkt den Ball um die rechte Stange. Der hätte wohl genau gepasst.

43., 1:0, Di Santo: Gebre Selassie zieht Richtung Strafraum und legt die Kugel dann auf rechts, wo di Santo herangerauscht kommt. Der Argentinier versenkt die Kugel dann aus etwa zehn Metern Entfernung von halbrechts links oben im Kasten von Kraft.

61.: Bitter für Bremen - Junuzovic sieht die Gelbe Karte und das ist eine mit Konsequenzen: Am Mittwoch gegen Hoffenheim muss der Österreicher wegen der fünften Verwarnung passen.

69., 2:0, Di Santo: Selke schickt auf rechts Fritz mit einem starken Pass zur Grundlinie. Der Routinier flankt dann toll in den Rückraum, wo Di Santo wartet und den Ball aus etwa neun Metern mit einem Seitfallzieher in der rechten Ecke versenkt.

87.: Riesenchance für Selke. Aycicek steckt die Kugel vom Zentrum auf links zu Selke durch, der dann aus etwa zehn Metern abzieht. Mit einem tollen Reflex verhindert Kraft das 3:0.

Fazit: Absolut verdienter Sieg für unspektakulär, aber überlegen auftretende Bremer.

Der Star des Spiels: Franco Di Santo. Zwei Torschüsse, zwei Tore. Hat bewiesen, wie wichtig er nach auskuriertem Außenbandriss für Werder sein kann.

Der Flop des Spiels: Peter Niemeyer. War nach wenigen Minuten mit einer blutigen Wunde am Kopf gehandicapt, was ihm die restliche erste Halbzeit anzumerken war. Kaum beteiligt am eigenen Aufbauspiel, defensiv kam er nicht in die Zweikämpfe. Wie der Großteil der Berliner Defensive zu passiv im Spiel gegen den Ball. 15 Ballaktionen und 25 Prozent gewonnene Duelle sprechen eine klare Sprache.

Der Schiedsrichter: Dr. Felix Brych. Angenehme Körpersprache, ruhige Leitung. Sehr routinierter Auftritt von Brych, der meist das richtige Maß fand. Einmal ließ ihn sein Assistent im Stich, als er ein vermeintliches Foul von Brooks an Selke sah. Das Foul von Galvez war Dunkelgelb - mehr jedoch nicht.

Das fiel auf:

  • Die Partie in Bremen war geprägt von Hektik, reichlich Fehlern und Unkonzentriertheiten. Besonders die Hertha leistete sich haufenweise Fehlpässe, insbesondere im Umschaltspiel. Daran lag es auch, dass sich Berlin trotz zahlreicher hervorragender Kontergelegenheiten in Halbzeit eins kaum Großchancen herausspielen konnte.
  • Werder machte seinerseits viel Tempo über die Flügel, vor allem auf rechts machte Bartels Dampf. Junuzovic ließ sich oft in die Zentrale fallen, weshalb die linke Seite meist verwaist war. Dazu agierte Bremen wacher bei zweiten Bällen, eines der größten Berliner Defizite.
  • Bremens Chancen waren oft begünstigt von einer gewaltigen Passivität von Herthas Defensivverbund. Vor allem die Außenverteidiger ließen den grünen Offensivspielern viel Zeit und Raum zum Überlegen.
  • Anfang der zweiten Hälfte wurde die Partie deutlich statischer. Besonders bei den Gästen fehlte es an Bewegung. Vor allem jedoch fehlte es an der nötigen Körpersprache, um den Rückstand noch umzubiegen. In dieser Form ist die Hertha ein Abstiegskandidat.

Bremen - Hertha: Die Statistik zum Spiel

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