Fussball

Schalke dreht kurioses Spiel in Mainz

Von Stefan Rommel
Schalke (mit Höger), drehte gegen Mainz und Choupp-Moting die Partie in einen 4:2-Sieg
© Getty

Der FC Schalke 04 hat drei Tage nach der Blamage von Helsinki in der Bundesliga wieder in die Spur gefunden. Am 3. Spieltag siegten die Königsblauen beim FSV Mainz 05 nach einem 0:2-Rückstand noch 4:2 (0:2). Zudem bekräftigte Stürmerstar Raul, seinen Vertrag auf Schalke auf alle Fälle zu erfüllen.

Vor 34.000 Zuschauern in der erstmals ausverkauften Coface-Arena in Mainz erzielten Andreas Ivanschitz (7.) und Elkin Soto (12.) die vermeintlich sichere 2:0-Führung für die Gastgeber.

Nach dem Wechsel drehte Schalke aber auf und kam durch Klaas-Jan Huntelaar (57.) und Benedikt Höwedes (64.) zum verdienten Ausgleich. In der Schlussphase drehten die Gäste durch Tore von Joel Matip (82.) und Christian Fuchs (90.) die Partie sogar noch komplett.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Mainz im 4-2-3-1, mit nur zwei "Neuen": Stieber spielt für Choupo-Moting und Svensson ersetzt in der Innenverteidigung Bungert.

Schalke in einem 4-1-4-1-System, mit insgesamt drei Änderungen im Vergleich zum Helsinki-Spiel: Fuchs, Jurado und Raul rücken in die Mannschaft.

Uchida, Draxler und Marica sitzen wie auch Farfan nur auf der Bank. Papadopoulos beginnt auf der Sechs, Matip geht dafür zurück in die Innenverteidigung.

7., 1:0. Ivanschitz: Freistoß Stieber aus dem rechten Halbfeld, mit enorm viel Druck an den Fünfer geschlagen. Ivanschitz ist acht Meter vor dem Tor völlig frei, weil sich drei Schalker auf Noveski konzentrieren. Der Österreicher versenkt den Ball technisch anspruchsvoll per Dropkick im rechten Eck.

12., 2:0, Soto: Allagui aus 25 Metern. Satter Schuss, der ein wenig flattert. Aber völlig unplatziert. Fährmann klatscht trotzdem nach vorn ab. Soto läuft entschlossen nach und knallt den Abpraller aus zehn Metern ins Netz.

15.: Stieber legt von links zurück in die Mitte, Ivanschitz setzt sich gut nach hinten ab. Schuss aus zwölf Metern, Höwedes lenkt gerade noch zur Ecke.

44.: Jurado gegen Risse mit einem fragwürdigen Zweikampfverhalten. Risse wechselt schön rüber zu Allagui. Schlenzer aus 23 Metern - hauchdünn am langen Pfosten vorbei.

47.: Freistoß Fuchs aus dem rechten Halbfeld. Raul mit dem Hinterkopf aus zwölf Metern. Müller fliegt ins linke Eck und hält sicher.

57., 2:1, Huntelaar: Holtby super in die Gasse auf Raul, der nicht im Abseits steht. Alleine vor Müller legt er auf Huntelaar quer, der aus fünf Metern ins leere Tor einschiebt.

64., 2:2, Höwedes: Ecke Farfan von links an den zweiten Pfosten. Höwedes ist da und köpft den Ball aus spitzem Winkel ins Netz.

67.: Matip verliert den Zweikampf gegen Allagui. Der Tunesier versucht aus 16 Metern den Lupfer. Fährmann klärt zur Ecke.

75.: Polanski zieht aus 23 Metern ab. Fährmann schon geschlagen, der Ball prallt aber an den linken Pfosten.

82., 2:3, Matip: Ecke Farfan von rechts. Chaos in der Mainzer Abwehr, Raul verpasst noch, aber Matip ist da und köpft den Ball aus drei Metern ins Tor.

90., 2:4, Fuchs: Freistoß des Ex-Mainzers aus 25 Metern. Mit Druck ins Torwarteck. Müller macht einen Schritt in die Mitte und ist damit chancenlos.

Fazit: Ein kurioses Spiel mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten. Schalke am Ende zwar der glückliche, auf Grund der enormen Leistungssteigerung aber durchaus auch verdiente Sieger.

Der Star des Spiels: Jefferson Farfan. Der Peruaner musste zunächst zuschauen, war dann aber neben der Systemumstellung der entscheidende Faktor für Schalkes Wiederauferstehung. Mit Farfan kamen Tempo und Durchschlagskraft ins Spiel der Gäste, mit seinen energischen Flankenläufen kam Mainz überhaupt nicht zurecht. Dazu führten zwei seiner gefährlichen Ecken zu Toren, den Freistoß, der zur Entscheidung führte, holte er clever raus.

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Der Flop des Spiels: Jose Jurado durfte sich auf der linken Seite im Mittelfeld präsentieren und beweisen - und flog sang- und klanglos durch. Der Spanier trabte phasenweise nur über den Platz, zeigte keine Tempowechsel, wirkte lethargisch und gar nicht bereit, sich dem aggressiven Caligiuri im Zweikampf zu stellen. Die Auswechslung nach 45 Minuten war die logische Folge für einen lustlosen Auftritt.

Der Schiedsrichter: Günter Perl führte sich gleich mal mit einer zu harten Gelben Karte für Papadopoulos ein, hatte das Spiel danach aber sehr gut im Griff. Ohne große Fehler, korrekt in der Zweikampfbewertung.

Analyse: Schalke fand schnell ins Spiel, zeigte eine völlig andere Körpersprache und Einstellung als bei der Blamage vom Donnerstag in Helsinki - und riss sich die zaghaften Bestrebungen zur Wiedergutmachung selbst gleich wieder ein.

Beiden Gegentoren gingen katastrophale individuelle Fehler voraus, erst stimmte die Zuordnung nach einem ruhenden Ball nicht, dann patzte Fährmann bei einem eigentlich eher harmlosen Weitschuss folgenschwer.

Danach war Schalke teilweise konfus, wurde im Spielaufbau von giftigen Mainzern bereits an der Mittellinie hartnäckig gestört und nach vielen Ballverlusten im Konterspiel quasi überrannt.

Ein großes Problem war dabei die offensiver austarierte Viererkette im Mittelfeld, die nur schlampig nach hinten arbeitete und Papadolpoulos - zumal sehr früh mit Gelb verwarnt - alleine ließ. Und selbst wenn Mainz einen Angriff von ganz hinten aufbauen musste, kam Schalke nicht zu frühen Ballgewinnen, weil der Abstand der Mittelfeld-Viererkette zu Papadopoulos zu groß war und die Gäste überhaupt keinen Druck auf den Ball ausüben konnten.

Schalke nach dem Wechsel mit zwei echten Stürmern und frischem Personal auf den Außen. Die Gäste waren jetzt besser im Spiel und zeigten in der Offensive mehr Druck und Tempo, vor allem Farfan tat sich als belebendes Element hervor.

Zudem fand Papadopoulos in der Zentrale durch Holtby endlich mehr Unterstützung in der Defensive, was dem Schalker Spiel mehr Stabilität verlieh.

Mainz verlor immer mehr seine Linie, weil Schalke nun plötzlich selbst aggressiv war und die Kontrolle über die Partie bekam und die Gastgeber immer müder wurden.

Mainz kam erst in der Schlussviertelstunde wieder ins Spiel, wurde dann aber nach einem erneuten Fehler nach einem Standard kalt erwischt.

Mainz - Schalke: Daten zum Spiel

 

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