Fussball

Dortmund: Drecksarbeit statt Zauber-Fußball

SID
Jürgen Klopp (r.) ist nach dem Arbeitssieg gegen Nürnberg stolz auf sein Team
© Getty

Der deutsche Meister Borussia Dortmund hat den zweiten Saisonsieg gefeiert. Allerdings tat sich der BVB beim 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg schwer. Gegen den Club gelang ein Arbeitssieg. Jürgen Klopp war dennoch stolz auf sein Team.

Trainer Jürgen Klopp atmete tief durch und wischte sich nach dem Abpfiff den Schweiß von der Stirn.

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Das lag weniger an den hochsommerlichen Temperaturen, sondern es war das Ende eines harten Arbeitstages mit einem Happy End für seine Meister-Mannschaft und die Bestätigung, dass die Titelverteidigung von Borussia Dortmund vorerst ein frommer Wunsch bleiben wird.

Nicht wie gewohnt filigran, sondern mit viel Willen und Biss sicherten sich seine Youngster mit dem 2:0 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg ihren zweiten Saisonsieg.

Topteams gewinnen schmutzig

"Man hat gesehen, dass Bundesliga-Fußball harte Arbeit ist. Ich habe an so etwas besonders viel Spaß, denn an einem perfekten Tag kann jeder gewinnen. An einem weniger perfekten jedoch muss man sich den Sieg auf die Art verdienen, wie wir es heute getan haben", resümierte Klopp und ergänzte: "Dazu muss man bereit sein - und wir waren bereit."

Es sind bisweilen die schmutzigen Siege, die ein Spitzenteam ausmachen. Vor allem, wenn der Gegner die Spaß-Fußballer aus Dortmund mit einer gut organisierten Defensive, taktischer Disziplin und Aggressivität bekämpft und ihnen das Leben schwer macht. "Nürnberg hat eine gute Truppe. Wir hingegen hatten in der ersten Halbzeit zu wenig Bewegung in der Offensive", sagte der ehemalige Club-Profi Ilkay Gündogan, der im Sommer für eine Ablöse von vier Millionen Euro zu den Westfalen gewechselt war.

Viel zu eindimensional bei fehlender Ballsicherheit hatte Klopp das Spiel seiner Mannschaft vor der Pause ausgemacht. Unter dem Strich standen eine halbe Chance, aber jeder Menge Missverständnisse und Ratlosigkeit. Man habe die Probleme erkannt und versucht, in der Halbzeitpause zu korrigieren. "Da muss man sich durchbeißen - und das haben sie gemacht. Am Ende war der Sieg weniger glücklich, sondern schon verdient", so Klopp.

18 Heimspiele in Folge unbesiegt

Der erste Saisontreffer von Robert Lewandowski (50.) wirkte wie eine Erlösung, der abgefälschte Schuss von Kevin Großkreutz (80.) passte an diesem Nachmittag ins Bild. "Ich habe in der ersten Halbzeit einige Situationen, in denen ich hätte schießen müssen. Deshalb habe ich einfach draufgehalten", äußerte Großkreutz lapidar, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt.

Aber das war dieser Sieg, mit dem die Borussia auch das 18. Heimspiel in Folge unbesiegt geblieben war, bei weitem nicht. Den Borussen fehlte es an der Leichtigkeit, mit der sie sich im Auftaktspiel gegen den Hamburger SV (3:1) in begeisternder Manier in die Rolle des Titelfavoriten manövriert hatten. Es schien, als laste die hohe Erwartung einer spektakulären Wiedergutmachung nach dem unnötigen 0:1 in Hoffenheim eine Woche zuvor auf den Schultern der Spieler.

"Variabler und effizienter", aber dennoch weit entfernt von der Form der Meistersaison war der Auftritt des BVB nach dem Wechsel. Angesichts der ungewöhnlich geringen Zahl von Torchancen bemerkte Dortmunds Präsident Reinhard Rauball süffisant: "Was man uns heute nicht vorwerfen kann, ist, dass wir viele Möglichkeiten ausgelassen haben."

Besonderer Tag für Rakovsky

Unter dem Strich stand ein Sieg, aber auch eine Niederlage für tapfer kämpfende Nürnberger, für deren erst 18 Jahre alten Bundesliga-Debütanten Patrick Rakovsky im Tor es in jedem Fall ein großer Tag war.

"Es war ein besonderes Spiel für mich, und das vor einer solchen Kulisse. Das war einfach geil", schwärmte der Vertreter des verletzten Raphael Schäfer.

An dem Torwart-Talent hat es nicht gelegen, dass Nürnberg mit leeren Händen nach Hause fuhr und nunmehr 21 Jahre auf einen Sieg in Dortmund wartet. "Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht und wie gegen Hannover eine starke Leistung abgeliefert", meinte Club-Coach Dieter Hecking nach der zweiten Niederlage in Folge. Sollten die Franken auch am kommenden Samstag gegen Aufsteiger Augsburg derart engagiert auftreten, "werden wir das Spiel gewinnen", ist Hecking überzeugt.

Dortmund - Nürnberg: Daten zum Spiel

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