Gladbach feiert Derby-Party - Reus verletzt

Von Fatih Demireli / Martin Jahns
Freitag, 25.11.2011 | 22:25 Uhr
Juan Arango und Mike Hanke (M.) sorgten mit ihren Toren schon früh für klare Verhältnisse
© Getty
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Borussia Mönchengladbach hat seinen Status als Spitzenmannschaft eindrucksvoll bestätigt. Die Truppe von Lucien Favre triumphierte im Derby beim 1. FC Köln mit 3:0 (2:0) und feierte damit ihren vierten Bundesliga-Sieg in Folge. Mann des Abends war Stürmer Mike Hanke, der nach 1037 torlosen Minuten gleich doppelt traf. Allerdings verletzte sich Toptorjäger Marco Reus.

Hanke steuerte beim dritten Derby-Sieg Gladbachs in Folge zwei Treffer (20., 47.) bei. Juan Arango (30.) besorgte das zwischenzeitliche 2:0 per direktem Freistoß. Der 1. FC Köln konnte sich für die beiden Derby-Pleiten der vergangenen Saison (0:4, 1:5) damit nicht revanchieren.

Einen Wermutstropfen gab es dennoch für die Borussia: Marco Reus erlitt einen Bruch des kleinen Zehs am linken Fuß. Sein Einsatz gegen Meister BVB in einer Woche ist fraglich.

Reaktionen:

Stale Solbakken (Trainer 1. FC Köln): "Nach dem ersten Tor war das ein großer Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Gladbach hat das Spiel kontrolliert. Man hat gemerkt, dass wir nicht im Spielrhythmus waren. Unser letztes Spiel war vor drei Wochen. Das soll keine Entschuldigung sein, aber es ist schwer, wenn man so lange nicht gespielt hat."

Michael Rensing (1. FC Köln): "Man muss Mönchengladbach ein Kompliment machen. Sie stehen zu Recht da oben. Ich kann mittlerweile sagen, dass immer, wenn wir in eine schwierige Situation geraten, es uns teilweise an Qualität fehlt und wir keine Eier in der Hose haben. Wir haben auch nicht die mentale Stärke, etwas entgegenzusetzen, sondern brechen dann auseinander. Man kann schlechte Tage haben und verlieren, aber gerade bei einem Derby, was allein schon Ansporn genug sein muss, geht das so nicht."

Lucien Favre (Trainer Mönchengladbach): "Das war ein verdienter Sieg. Schon nach der ersten Halbzeit hätten wir mit einem Tor höher führen können. Wir wollten früh Druck ausüben, das haben die Spieler gut gemacht. Wir wollten nach der Pause schnell das 3:0 machen, das ist uns gelungen. Wir hätten heute 4:0 oder 5:0 gewinnen können."

Marc-Andre ter Stegen (Mönchengladbach): "Es ist immer was ganz besonderes gegen die Erzrivalen. Das ganze Drumherum ist noch einmal ein extra Antrieb. So wie es letztes Jahr und jetzt war, haben wir das ganz gut hinbekommen. Wir lassen uns nicht vom Tabellenstand beeindrucken und spielen einfach weiter."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: McKenna spielt für den gesperrten Sereno in der Innenverteidigung. Novakovic ist erneut verletzt nicht dabei.

Auch bei Gladbach fällt der etatmäßige Abwehrchef aus: Für den verletzten Stranzl steht Brouwers in der Startelf. Herrmann bleibt trotz der Rückkehr von de Camargo in der Mannschaft.

2.: Reus kommt 25 Meter vor dem Tor an den Ball und zieht von halbrechts mit links ab, aber Rensing lenkt den strammen Schuss klasse über die Latte.

2.: Ecke Daems von der rechten Seite flach an den ersten Pfosten, wo Neustädter völlig frei flach abzieht. Rensing ist rechtzeitig unten und wehrt den Ball gerade noch ab.

4.: Matuschyk schießt aus zentraler Position 18 Meter vom Tor entfernt flach aufs Tor. Ter Stegen lässt den Schuss abprallen, ist aber rechtzeitig wieder oben und begräbt den Ball unter sich.

20., 0:1, Hanke: Reus spielt flach in die Mitte auf Herrmann, der den Ball eigentlich schwach mitnimmt. Geromel strauchelt aber, Hanke setzt nach und setzt die Kugel aus 14 Metern ins Tor.

30., 0:2, Arango: Arango zwirbelt einen Freistoß aus 25 Metern halbrechter Position über die Mauer und legt ihn genau neben den rechten Pfosten. 3. Saisontor.

47., 0:3, Hanke: Gladbach kontert, vier Fohlen gegen zwei Kölner. Nachdem Herrmann zunächst an Rensing scheitert, staubt Hanke aus neun Metern eiskalt ab. 2. Saisontor.

75.: Reus vernascht mit einem tollen Solo McKenna und Pezzoni an der Strafraumgrenze und geht alleine auf Rensing zu, doch der Kölner Keeper pariert den Schuss aus 13 Metern glänzend.

Fazit: Gladbach macht kurzen Prozess mit dem 1. FC Köln und lehnt sich dann über weite Strecken der zweiten Hälfte zurück. Köln zu harmlos an diesem Abend.

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Der Star des Spiels: Mike Hanke. Erstmals in seiner Bundesliga-Karriere durchbrach er die 1000er Marke: 1037 Minuten blieb der Gladbacher Angreifer ohne Tor, aber böse war ihm deswegen keiner, weil der "neue Hanke" eher als Assistgeber gefragt ist. Dass er das Toreschießen nicht verlernt hat, zeigte er in Köln. Beim 1:0 stark nachgesetzt, beim 3:0 eiskalt. Auch ansonsten sehr gefährlich. Auch stark bei Gladbach: Patrick Herrmann.

Der Flop des Spiels: Pedro Geromel. Der Brasilianer stand ohne Spielpraxis total neben sich, spielte viele schlampige Pässe - zu oft auch einfach ideen- und ziellos weit in die gegnerische Hälfte. Dazu sah Geromel beim ersten und dritten Gegentor nicht gut aus. Womöglich sein schwächstes Spiel im Kölner Trikot.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe. Der DFB schickte einen sehr erfahrenen Unparteiischen,. Es war aber nicht das erwartet hitzige Derby, auch weil Gladbach relativ früh für klare Verhältnisse sorgte. Gräfe war angenehm zurückhaltend, zückte seine erste Gelbe erst in der 43. Minute.

Analyse: Mönchengladbach nahm den Rückenwind aus dem Bremen-Spiel direkt nach Köln mit und hätte schon nach zwei Minuten zwei dicke Möglichkeiten. Köln stand in der Anfangsphase zwar in Überzahl in der eigenen Hälfte, aber zu oft falsch postiert. Insbesondere die Innenverteidiger McKenna und Geromel leisteten sich immer wieder Stellungsfehler, die Räume für Gladbach öffneten.

Reus und Herrmann stießen oft in diese Lücken. Der Führungstreffer war symptomatisch: Geromels Fehler, Hankes Nachsetzen, das Tor in der Folge. Es war bei Gladbach schön anzusehen, wie kurz die Wege zwischen den Stationen waren, weil man fast perfekt verschob.

Herrmann, Hanke und Reus waren bei Ballbesitz des Gegners auf einer Linie und weit zurückgezogen, um dann blitzartig wieder umzuschalten. Damit kam Köln überhaupt nicht zurecht und so fiel auch nach der Pause (zu) schnell das 0:3.

Gladbach war - wohl auch zur Freude Kölns - mit dem 3:0 sehr früh zufrieden, so dass die Fohlen das Tempo erheblich herunterschraubten und Köln kommen ließen. Der eingewechselte Roshi war auf Kölner Seiten ein belebendes Element, aber das statische Spiel von Clemens und Jajalo ließ keine Kombinationen und letztlich auch kam Torchancen zu.

Köln - Gladbach: Daten zum Spiel

 

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