Borussia Dortmund ist nicht zu stoppen

Von Stefan Rommel / Tim Frische
Sonntag, 05.12.2010 | 19:23 Uhr
Mats Hummels (l.) erzielte mit seinem zweiten Saisontor das 1:0 für Borussia Dortmund
© Getty
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Borussia Dortmund hat am 15. Spieltag nach der vorzeitigen Herbstmeisterschaft auch den 13. Saisonsieg gefeiert. Beim 1. FC Nürnberg gewann die Mannschaft von Jürgen Klopp 2:0 (1:0) und hat nunmehr zehn Punkte Vorsprung auf Verfolger FSV Mainz 05.

Vor 47.000 Zuschauern in Nürnberg erzielten Mats Hummels (23.) und Robert Lewandowski (88.) die Tore für den BVB.

Es war der sechste Dortmunder Sieg in Folge und der achte Erfolg im achten Auswärtsspiel. Für den Club war es die vierte Niederlage in Serie.

Wer soll den BVB noch stoppen? Mit dem Tabellenrechner selbst ausprobieren!

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Der Club mit Plattenhardt links in der Viererkette. Cohen neben Gündogan im Zentrum und Mak etwas überraschend im linken Mittelfeld mit seinem Startelf-Debüt. Ekici wieder nur auf der Bank.

Der BVB nur mit einer Änderung im Vergleich zum EL-Spiel gegen Lwiw: Götze kommt für Kuba zurück in die Mannschaft. Lewandowski ersetzt den verletzten Barrios.

23., 0:1, Hummels: Freistoß Sahin fast von der Mittellinie. Wolf spielt auf Abseits und lässt Hummels völlig unbedrängt in den Sechzehner laufen. Flugkopfball aus zehn Metern, flach ins rechte Eck. Schäfer noch dran, aber ohne Chance.

54.: Schieber vernascht Subotic und Hummels auf der linken Bahn, dringt in den Strafraum ein und könnte selbst abziehen, sucht aber Mak mit einem Querpass. Schmelzer passt auf und zimmert den Ball auf die Tribüne.

73.: Götze setzt sich durch und kommt von links bis zur Torauslinie. Rückpass an den Fünfer. Lewandowski ist da und drückt aus fünf Metern ab. Schäfer rettet aber per Fußreflex.

79.: Kagawa volley aus zehn  Metern. Schäfer schon geschlagen, der Ball streicht aber hauchdünn drüber.

88., 0:2, Lewandowski: Dortmund kombiniert sich in den Strafraum. Über Umwege kommt der Ball zu Lewandowski hablinks. Kurze Drehung, trockener Schuss mit links aus sieben Metern ins lange Eck.

Fazit: Ein mittelmäßiges Spiel, das in Dortmund auf Grund der deutlich besseren Spielanlage einen verdienten Sieger hat.

Der Star des Spiels: Mario Götze fand nur schleppend ins Spiel, drehte dann aber immer mehr auf. Der 18-Jährige ist derzeit für das Offensivspiel der Borussia die wichtigste Person, fädelt gut ein und sucht selbst den Abschluss. Seine Passquote von 81 Prozent war für einen Offensivspieler außergewöhnlich, vor allem in der zweiten Halbzeit lief fast jeder gefährliche Angriff der Gäste über ihn.

Die Gurke des Spiels: Ilkay Gündogan hängt derzeit ein wenig im Tief. Der Youngster sollte das Nürnberger Spiel aus einer etwas defensiveren Haltung gestalten, fand aber nie Bindung zu seinen Mitspielern. Gündogan war zwar bemüht, hatte aber keine nennenswerte Szene und schoss dazu noch schwache Standards. Im Vergleich mit den Dortmunder Jungstars Sahin und Götze fiel Gündogan deutlich ab.

Die Pfeife des Spiels: Michael Weiner hatte in einem zwar umkämpften, aber jederzeit fairen Spiel wenige Aufreger zu bewerten. Lag bei den wenigen kniffligen Szenen richtig und fand auch ein gemäßigtes Strafmaß.

Analyse: Dortmund begann verhältnismäßig zurückhaltend und hatte vor allem im Spielaufbau einige Probleme mit der gut gestaffelten Viererkette der Nürnberger im Mittelfeld. Sahin ließ sich deshalb immer wieder sehr weit zurückfallen, bekam die wichtigen Bälle aber nicht tief in der gegnerischen Hälfte an den Mitspieler.

Deshalb war es lange Zeit eine zerfahrene Begegnung, weil der Club clever zerstörte und Dortmund kein Mittel fand. Die BVB-Führung nach einem groben Fehler von Wolf fiel aus dem Nichts, jetzt erst fanden die Gäste zu flüssigerem Kombinationsspiel.

In der zweiten Halbzeit war Dortmund lange nicht mehr so souverän und gewährte den eigentlich harmlosen Gastgebern bis zur 70. Minute einigen Raum zur Entfaltung. Erst dann zog der BVB wieder ein wenig an und suchte die Entscheidung.

Unterm Strich steht ein klassischer Arbeitssieg für den Tabellenführer, der nicht unbedingt überzeugte, aber bis auf die Viertelstunde nach der Pause alles im Griff hatte. Nürnberg warf sein an sich gutes taktisches Konzept durch eine Schlafmützigkeit bei einem Defensiv-Standard selbst über den Haufen.

Danach offenbarte sich das zweite dringliche Problem derzeit: Liegt der Club hinten, besitzt die Mannschaft einfach zu wenig Substanz in der Offensive, um eine Partie noch einmal zu drehen. So blieb es nicht umsonst bei der fünften Niederlage nach dem fünften Pausenrückstand.

Nürnberg - Dortmund: Daten zum Spiel

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