Fussball

Dortmund ist nicht zu stoppen

Von Haruka Gruber / Martin Mägdefessel
Der quirlige Shinji Kagawa (l.) bereitete Gladbachs Hintermannschaft einige Probleme

Tabellenführer Borussia Dortmund hat mit einem beeindruckenden 4:1 (1:1) gegen Borussia Mönchengladbach den vierten Sieg in Folge eingefahren und den 7-Punkte-Vorsprung auf den Zweiten FSV Mainz 05 wiederhergestellt.

Die Mannschaft von Jürgen Klopp war vor 79.200 Zuschauern im Signal-Iduna-Park 90 Minuten die dominante Mannschaft, kassierte jedoch in der 33. Minute den überraschenden Rückstand durch Marco Reus (33.).

Kurz vor der Halbzeit glich Neven Subotic (45.) aus, in der zweiten Halbzeit machten der starke Shinji Kagawa (52.), der eingewechselte Kevin Großkreutz (77.) und Lucas Barrios (88.) alles klar.

Mönchengladbach bleibt nach nur einem Sieg aus zwölf Ligaspielen mit zehn Punkten Tabellenletzter.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim BVB bekommt Großkreutz eine schöpferische Pause, sitzt zum ersten Mal seit dem 21. November 2009 auf der Bank. Für ihn beginnt Kuba. Gladbach mit zwei Änderungen: Callsen-Bracker und Herrmann rein, Schachten und Arango raus.

19.: Klasse Parade von Heimeroth! Fischt einen Barrios-Schuss aus nächster Nähe aus der rechten Ecke.

30.: Piszczek bringt die Flanke von rechts. Der kleine Kagawa springt am höchsten und nickt die Pille an die rechte untere Ecke. Heimeroth ist wieder zur Stelle und pariert glänzend.

33., 0:1, Reus: Reus bekommt kurz hinter der Mittellinie den Ball, marschiert, zieht nach innen und hält aus 20 Metern drauf. Piszczek und Subotic sind zu passiv, Weidenfeller kommt nicht mehr ran. 5. Saisontor für Reus.

45.. 1:1, Subotic: Götze mit der Ecke von rechts. Subotic schraubt sich sechs Meter vor dem Tor hoch und wuchtet den Ball mit dem Kopf halbrechts ins Netz. Sein erstes Saisontor.

52., 2:1, Kagawa: Geniestreich von Götze, der an der Mittellinie einen perfekt getimten Pass in den Lauf von Kagawa spielt. Der Japaner umkurvt Heimeroth und schiebt den Ball ins Tor. Sein 7. Saisontreffer.

60.: Idrissou foult Subotic, doch Schiri Gräfe lässt laufen. Idrissou schickt de Camargo auf die Reise. Aber: Er legt sich den Ball zu weit vor und Weidenfeller bekommt die Hände an den Ball.

77., 3:1, Großkreutz: Traumhafte Vorarbeit von Barrios! Der Paraguayer rennt nach rechts und spielt die Kugel blind mit der Hacke in den Lauf des nachgerückten Großkreutz, der den Ball vor Heimeroth in die lange Ecke spitzelt.

88., 4:1, Barrios: Da Silva spielt den gefühlvollen halbhohen Pass über die Abwehr, Levels hebt das Abseits auf. Barrios startet, ist allein vor Heimeroth und vollendet mit rechts in die linke Ecke. 8. Saisontor.

Fazit: Eine Demonstration der Klasse. Dortmund in allen Belangen überlegen, obwohl Mönchengladbach nicht enttäuscht hat. Ein in der Höhe verdienter Sieg.

Der Star des Spiels: Shinji Kagawa. So langsam wird es unheimlich. Entgegen jeder Erwartung hält der Japaner sein hohes Niveau, ragte gegen Gladbach heraus und erzielte das 2:1. Dass er eine grandiose Technik besitzt und Torgefahr ausstrahlt, ist offensichtlich. Weniger beachtet wird aber, dass er auch körperlich dagegen hält, vorbildlich in die Zweikämpfe geht und wie in der 30. Minute zu sehen sogar ein manierlicher Kopfballspieler ist.

Die Gurke des Spiels: Igor de Camargo. Gladbach zeigte im Rahmen der Möglichkeiten eine ordentliche Leistung und hätte sogar für eine Überraschung sorgen können, wenn de Camargo in der 63. Minute die hundertprozentige Chance genutzt hätte. Arbeitete wie Sturmpartner Idrissou gut mit, baute aber zunehmend ab und hatte sogar Glück, dass sein klares Foul im eigenen Strafraum an Hummels von Gräfe übersehen wurde. Kurz nach der vergebenen Großchance wurde er für Bobadilla ausgewechselt.

Die Pfeife des Spiels: Manuel Gräfe. Gute erste Hälfte, lag unter anderem richtig, als er bei der Subotic-Grätsche gegen Reus auf Weiterspielen entschied, woraufhin wenig Sekunden später Dortmunds Ausgleich fiel. Nach der Pause jedoch verlor er den Faden, hätte unter anderem dem BVB einen Elfmeter pfeifen müssen, nachdem de Camargo Hummels gefoult hatte.

Analyse: Bereits in Freiburg bewies der BVB, dass er auch ein Spiel zu drehen vermag. Das Spiel gegen Gladbach folgte einem ähnlichen Muster. Dortmund in der ersten Hälfte mit erdrückend viel Ballbesitz, aber von wenigen Ausnahmen abgesehen nicht zielstrebig genug.

Nach dem überraschenden Rückstand jedoch wurde scheinbar mühelos die Schlagzahl erhöht - und Gladbach blieb nicht viel mehr als die Statistenrolle.

Der Ballbesitz sagt nicht immer etwas über den Leistungsunterschied zweier Teams aus, hier schon: Dortmund 70 Prozent, Gladbach 30 Prozent.

Und: Für Klopp bleibt die Erkenntnis, dass ein Stammspieler wie Großkreutz ersetzt werden kann, ohne dass ein großer Bruch im Spielfluss entsteht. Kuba vertrat ihn ordentlich und wechselte immer wieder mit Götze die Seite - ein gutes Rezept.

Für Gladbach setzt sich die Misere fort, in den letzten zwölf Ligaspielen gab es nur einen Erfolg. Doch die Vorstellung in Dortmund war nicht so schlecht, wie es das Ergebnis vermuten lässt. Ob der spielerischen Unterlegenheit seiner Mannschaft verordnete Trainer Frontzeck eine sehr defensive Taktik, die in den ersten 40 Minuten weitestgehend griff.

Dortmund - Gladbach: Daten zum Spiel

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