Montag, 21.11.2016
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Der Bundesliga Experten-Check

Bayern 776 - Sachsen 1

Ei verbibbsch, da ist doch tatsächlich RB Leipzig an der Spitze der Bundesliga angekommen! Heißt auch: Sachsen schreibt Geschichte, denn noch nie war ein Team aus Sachsen ganz vorn. Woran das liegt? Bei RBL wird halt ni gemuddelt, sondern da dud man rischtsch aggorn. Sonst so? Neues von Tuchel, Götze, Meier - und dem HSV.

Leipziger Allerlei I: RBL hat mit dem 3:2 in Leverkusen reichlich Geschichte geschrieben. Jedenfalls zu viel, um das alles in einen Punkt zu quetschen. Also der Reihe nach: Die Leipziger sind der erste sächsische Spitzenreiter in 53 Jahren Bundesliga. Irre! Das ist verglichen mit anderen Bundesländern natürlich nicht so irre viel. An 776 Spieltagen war beispielsweise ein Team aus dem Freistaat Bayern ganz vorne. Allerdings hinkt der Vergleich ja auch, denn die Klubs aus den nicht mehr ganz so neuen Bundesländern mischen ja erst seit 1991 im so genannten Oberhaus des Fußballs mit. Mecklenburg-Vorpommern vertreten von Hansa Rostock stand immerhin schon fünf Mal ganz vorne. Für Freunde des Saarlands: leider nein.

Leipziger Allerlei II: Kommen wir zu weiteren RBL-Bestmarken. Erster nach elf Spielen noch ungeschlagener Aufsteiger. Beste Punktausbeute eines Aufsteigers nach elf Spieltagen, nämlich 27. Erster Aufsteiger seit dem FC Bayern 1965, dem sechs Siege in Folge gelungen sind.

By the way: Erstmals in der Bundesligageschichte sind nach elf Spieltagen noch zwei Teams ohne Niederlage. Leipzig, nukular!, und Hoffenheim.

Apropos Hoffenheim: Julian Nagelsmann ist ein Mann klarer, einfacher Worte. Das ist sehr löblich, zumal es den Aussagen des 29-jährigen Trainers ja nicht an Gehalt mangelt. Nach dem aus seiner Sicht arg überflüssigen Punktverlust gegen den HSV (2:2) kritisierte er, dass seine Mannschaft nur 60 Prozent seiner Halbzeit-Vorgaben umgesetzt habe. Damit ist der Mann ein klarer Fall für die Zahlen des Spieltags. O-Ton Nagelsmann: "Ich habe mit der Mannschaft gerade gesprochen und gesagt, dass ich nicht möchte, dass wir in der Halbzeit einen Plan besprechen und den nur in sechs von zehn Fällen machen." Ach ja: Die elf Bundesligaspiele ohne Niederlage sind Hoffenheimer Vereinsrekord. Beim Gegner aus Hamburg wurden übrigens erstmals in der Saison Vorgaben aus der Halbzeit umgesetzt.

Nullleistungen: Nach so viel Lob und Anerkennung muss man auch mal ein wenig Kritik üben. An den Bayern zum Beispiel, die nach 19 Spielen mit mindestens einem Torerfolg mal wieder leer ausgingen. Das 0:1 in Dortmund war die erste Saisonniederlage, bedeutete den Verlust der Tabellenführung und eben das Ende jener gerade erwähnten Serie. Die letzte bayerische Nullnummer gab's natürlich auch in Dortmund, beim 0:0 am 5. März dieses Jahres. 0:0, 0:0, 0:1, 0:1, 1:0, 0:0, 0:0. Was das soll? Das geht ab, wenn Augsburg und Hertha aufeinander treffen. Die Null stand auch beim VfL Wolfsburg, der 0:1 gegen Schalke verlor. Dabei vollbrachten die Wölfe das kleine Kunststück, ohne Schuss aufs gegnerische Tor zu bleiben. In einem Heimspiel. Und noch eins: Flo Niederlechner aus Freiburg hat beim 2:4 der Breisgauer in Mainz nach acht Sekunden Gelb gesehen. Wobei das eigentlich schon wieder ganz lässig ist...

Herzlich willkommen: Wer nicht wusste, wer Aymen Barkok ist, der weiß das jetzt. 18 Jahre, Marokkaner, gebürtig in Frankfurt/Main, 1 Bundesligaspiel, 1 Tor.

Gedrängel wie lange nicht: Dank Aymen Barkoks Tor zum 2:1-Sieg in Bremen schloss sich Eintracht Frankfurt der ohnehin schon üppigen Spitzengruppe der Liga an. Wer hätte gedacht, dass nach einem knappen Drittel der Saison gleich fünf Mannschaften den Bayern mit nur drei Zählern Rückstand im Nacken sitzen? Die Frage 'Und wer hätte gedacht, dass die Bayern nicht Tabellenführer sind, sondern ihrerseits lediglich Verfolger des ersten sächsischen Spitzenreiters der Bundesliga-Geschichte?' erübrigt sich an dieser Stelle. Wo waren wir stehengeblieben?

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Ja. So eng wie jetzt war es da oben übrigens seit dem Jahr 2009 nicht mehr. Damals war's allerdings noch ein Eckchen krasser als die aktuell sieben Punkte Differenz zwischen Leipzig und Frankfurt als Siebtplatziertem. Damals lagen fünf Punkte zwischen Spitzenreiter Leverkusen und den Mainzern auf Rang acht. Kleine Randnotiz: Der HSV war damals Dritter nach elf Spielen und stellte zu diesem Zeitpunkt mit 25 Buden den besten Angriff der Liga. Tja, früher...

Apropos Tore und so: Alex Meier hat nach seinem Treffer zum 1:1 in Bremen jetzt 91 Bundesligatore auf dem Buckel und damit Thomas Müller eingeholt. Eingeholt hat auch Yunus Malli. In der Ewigen Mainzer Buli-Torschützenliste auch steht er gleichauf mit Mo Zidan bei 29 Treffern. Für ein Tor hat's für Mario Götze nach seiner Rückkehr zum BVB noch nicht gereicht, dafür aber endlich für die erste direkte Beteiligung an einem Treffer. Dass sein Assist für Aubameyang den Sieg über die Bayern brachte, kann man mal ganz wertfrei so hinschreiben.

Schlussformel: Machense's hibsch und bis nächste Woche!

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