Der 21. Spieltag in Zahlen

Platz da, Bibo!

Von SPOX
Montag, 15.02.2016 | 13:59 Uhr
Robert Lewandowski erzielte am 21. Spieltag seine Saisontore 20 und 21
© getty
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Die Bayern operieren in Augsburg mit der putzigsten Viererkette der Welt. Gewinnen tun sie trotzdem - und nebenbei gelingt Lewy noch die Wachablösung. Sonst so: The Machine richtet's für den BVB! Baumgartlinger SCOOOORES! Schieber is back!

Zwergenaufstand: Die Bayern spielten in Augsburg mit einer Viererkette (Lahm - Kimmich, Alaba - Bernat), die im Durchschnitt 1,74 Meter maß. Im Basketball nennt man das Small Ball und es handelt sich um eine taktische Variante, zu der Trainer greifen, wenn sie das Spiel schnell machen wollen. Bei den Bayern heißt das: letztes Aufgebot. An dieser Stelle: Gute Besserung, Holger Badstuber.

Doppelt hält besser: Robert Lewandowski löst seinen gefiederten Freund Pierre-Emerick Aubameyang an der Spitze der Torschützenliste ab. Jetzt heißt's: 21 zu 20 für Münchens Mittelstürmer. Auffällig bei Lewy: In 2016 trifft er doppelt oder gar nicht. Gegen Augsburg gelang ihm im fünften Pflichtspiel des Jahres der vierte Doppelpack.

Buh! Es ist nun wirklich nicht fair, immer auf Bayer Leverkusen rumzuhacken. Stattdessen könnte man ja mal Hannover nehmen: Sieben Niederlagen in Folge. Das sieht nicht gut aus. Aber zurück zu Leverkusen: Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel war der Drittplatzierte nach 21 Spieltagen nur einmal schlechter als Bayer aktuell. Gladbach brachte es 1995/96 nur auf 34 Zähler, Leverkusen hat immerhin schon 35. Sehen Sie, es ist gar nicht so schwer, etwas Nettes über Bayer Leverkusen zu sagen.

Mit freundlicher Unterstützung: Rene Adler bereitete beim HSV-Sieg gegen Gladbach das Hamburger 2:1 durch Artjoms Rudnevs mit einem langen Schlag vor und darf sich einen Scorerpunkt gutschreiben lassen. 2989 Tage zuvor war ihm das schon mal gelungen. Wer jetzt nicht so schnell zurückrechnen kann, dem sei gesagt, das war im Dezember 2007. Damals legte er dem unvergessenen Fanis Gekas das 3:0 für Leverkusen gegen Hansa Rostock auf.

Alaaf! Köln gelingt endlich der erste Sieg in 2016. Damit steht der FC jetzt bei guten 29 Punkten nach 21 Spieltagen, also so gut wie zuletzt in der Saison 2000/2001. Am Ende waren es damals 46 Zähler und Platz 10. Dass der Dreier ausgerechnet gegen Eintracht Frankfurt gelang, sollte allerdings keinen wundern. Köln gewinnt zuhause immer gegen Frankfurt. Letzter Eintracht-Sieg in Köln: 7. Mai 1994. Ralf Weber, Maurizio Gaudino und Anthony Yeboah trafen für die Hessen, Toni Polster doppelt für Köln.

Nachtrag zu Köln: Der FC stellte mit 65,2 Prozent gewonnenen Zweikämpfen gegen Frankfurt einen Saisonrekord auf.

Was Kramny alles kann: Jürgen Kramny ist statistisch gesehen der beste VfB-Coach ever. 2,1 Punkte pro Partie hat keiner seiner unzähligen Vorgänger hingekriegt, der mindestens für zwei Spiele im Amt war.

Was Kramny noch alles kann: Er hat Filip Kostic wiederbelebt. Dem Serben war unter Alexander Zorniger kein einziger Scorerpunkt gelungen, unter JK (sprich: DschejKej) sind es in acht Spielen schon deren sechs. Und er hat dafür gesorgt, dass Serey Die mal völlig gegen sein Naturell handelt und nicht nur Kilometer frisst und den Gegnern das Leben zur Hölle macht, sondern ein Tor schießt. Das 1:0 gegen die Hertha war sein erstes im 31. Pflichtspiel für den VfB.

Happy Birthday: Julian Schieber is back. Nach 356 Tagen Verletzungspause (Knorpelschaden) gab er an seinem 27. Geburtstag in Stuttgart in der 60. Minute sein Comeback. Was nicht zur Feier des Tages passte, war das Ergebnis. Schiebers Hertha verlor 0:2 gegen den VfB. Übrigens: Abgesehen vom Pokal sind die Berliner 2016 noch sieglos, die schlechteste Phase in dieser Saison für das Überraschungsteam der Hinrunde.

Happy B-Day: Die ersten fünf Treffer des Spieltags waren allesamt Torpremieren. Total lustig: Die Nachnamen der drei Debütanten im Freitagsspiel Mainz - Schalke (2:1) beginnen alle mit B. Bussmann, Belhanda, Baumgartlinger. Am Samstag trafen dann noch Hoffenheims Andrei Kramaric und Bremens Papy Djilobodji. Besonders besonders war der Treffer von Julian Baumgartlinger. Dem Österreicher gelang nicht nur der Siegtreffer für Mainz gegen Schalke, er beendete auch eine kolossale Durststrecke, denn es war immerhin sein 112. Bundesligaeinsatz. In der Geschichte der Liga haben nur 20 Spieler länger für ihren Premierentreffer gebraucht, acht von ihnen waren Torhüter.

The Machine: Wenn nichts mehr geht beim BVB, dann hilft normalerweise Aubameyang. Wenn der aber, statt auf dem Feld herumzutoben, als Bibo aus der Sesamstraße verkleidet auf der Tribüne sitzt, dann gibt's immer noch Henrikh Mkhitaryan. Der Armenier erzielte das goldene Tor beim Dortmunder Sieg gegen Hannover. Es war sein 35. Scorerpunkt im 33. Pflichtspiel der Saison.

Youngster: Julian Nagelsmann ist natürlich ein gefundenes Fressen für Statistiker. Zunächst stellt man natürlich fest, dass er mit 28 Jahren der jüngste Bundesliga-Chefcoach der Geschichte ist. Und wenn er dann sein Debüt mit Hoffenheim gegen die ollen Bremer gibt, dann kann man noch prima feststellen, wie viele Werder-Spieler älter als der gegnerische Trainer sind. Here we go: Claudio Pizarro, Clemens Fritz, Theo Gebre Selassie, Fin Bartels. Für Leute ohne Taschenrechner: Das sind vier.

Nachtrag zu Hoffenheim: Alles Gute, Huub Stevens.

Kleinkram: Werder hat jetzt acht Heimspiele in Folge nicht gewonnen. Robin Knoche hat nach 440 Tagen wieder ein Bundesliga-Tor geschossen. Christian Träsch hat sein 100. Buli-Spiel für Wolfsburg absolviert. Sandro Wagner ist mit sieben Treffern Darmstadts Top-Torjäger. Andrej Kramaric (Hoffenheim) ist nach Daniel Didavi (VfB) der zweite Spieler, der nach einem Treffer mit Gelb-Rot vom Platz geht. Leverkusen ist erstmals in dieser Saison sechs Spiele unbesiegt (aktuell: 4 S, 2 U).

Ergebnisse, Tabelle, Torjäger

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