Vorschau, 29. Spieltag

Der Schwächste fliegt!

Von Adrian Franke
Freitag, 17.04.2015 | 17:30 Uhr
Am Sonntag steigt das Nordderby im Weserstadion. Es wird standesgemäß heiß hergehen
© getty
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Werder will gegen den abstiegsbedrohten HSV am 29. Bundesliga-Spieltag keine Gnade zeigen, während für Borussia Dortmund das emotionale erste Heimspiel nach Klopps Abschiedsankündigung ansteht. Der FC Bayern fährt extrem angeschlagen zur TSG Hoffenheim und Leverkusen empfängt Lieblingsgegner Hannover. Außerdem: Abstiegsduell in Freiburg und die Wölfe müssen gegen Schalke Wunden lecken.

Dortmund - Paderborn (Sa., 15.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Jürgen Klopp (Dortmund): "Paderborn hat letzte Woche den Kopf wieder rausgestreckt. Jetzt muss man damit rechnen, dass Paderborn wieder deutlich mehr Sicherheit verspürt und an die eigenen Abläufe glaubt. Paderborn ist eine Mannschaft, die immer anfängt Fußball zu spielen, sobald man sie lässt. Das ist ein ganz normales Fußballspiel, das für beide den Reiz hat, dass es unendlich wichtig ist."

Andre Breitenreiter (Paderborn, über Klopps anstehenden Abgang): "Er hat seine persönliche Entscheidung getroffen. Ich finde, davor kann man großen Respekt haben. Das ist eine menschliche Qualität, wenn man sich selbst reflektiert und die Entscheidung trifft, wie er sie getroffen hat. Deswegen kann ich da auch nicht mehr zu sagen, Hut ab. Ich gebe alles für den Verein und den Klassenerhalt. Was in acht Wochen, in vier Monaten ist, weiß ich aber letztendlich nicht."

Personal:

Bei Dortmund fehlen: Subotic (Bandscheibenvorfall), Kehl (gebrochene Rippe), Alomerovic (BVB II), Piszczek (Aufbautraining nach Syndesmose-Teilriss), Kirch (Sehnenzerrung), Sahin (Sehnenansatzreizung)

Bei Paderborn fehlen: Bertels (Aufbautraining), Wemmer (Rippenbruch), Meha (Bänderriss am Ellenbogen), Ducksch (Mittelfußbruch), Burchert (nicht berücksichtigt), Amedick (U23)

Darum geht's:

Welchen Effekt wird der zum Saisonende feststehende Abgang von BVB-Coach Jürgen Klopp haben? Verkrampfen die Dortmunder, oder entsteht eine "Jetzt-erst-Recht"-Mentalität? Für die Borussia könnte noch ein versöhnlicher Schlussspurt beginnen, nachdem der BVB zuletzt gegen Bayern und Gladbach den Kürzeren zog. Sechs Punkte beträgt der Rückstand auf die Europa League.

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Paderborn auf der anderen Seite hat im Abstiegskampf ebenfalls keine Punkte abzugeben. Der Aufsteiger steht infolge seines ersten Sieges nach sechs Spielen auf dem Relegationsplatz, könnte aber im Worst-Case-Szenario nach dem Spieltag auf dem letzten Platz landen.

Die OPTA-Facts zum Spiel:

  • Dortmund holte nur zwei Punkte aus den drei Saisonspielen gegen die Aufsteiger aus Paderborn und Köln. Der BVB blieb in einer Bundesliga-Saison noch nie sieglos gegen die Aufsteiger.
  • Gegen Augsburg feierte Paderborn den ersten Dreier nach zuvor sechs sieglosen Spielen (ein Remis, fünf Niederlagen). Zudem gelang dem Aufsteiger nach fast zehn Stunden Wartezeit (598 Minuten) wieder ein Tor.
  • Der BVB wartet seit zwei Spielen (184 Minuten) auf ein Heimtor in der Bundesliga. Das letzte Tor im Signal Iduna Park erzielte Marco Reus beim 3:0-Derbysieg gegen Schalke. Drei torlose Heimspiele in Serie verbuchte der BVB in der BL noch nie.
  • Paderborns Marvin Ducksch (sechs BL-Spiele), Uwe Hünemeier (5), Lukas Kruse, Mario Vrancic, Marvin Bakalorz und Mahir Saglik (alle 2. Mannschaft) spielten schon für den BVB.

Leverkusen - Hannover (Sa., 15.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Roger Schmidt (Leverkusen): "Der Abstiegskampf ist in dieser Saison extrem eng, es sind viele Teams involviert, die es noch erwischen kann. Ich erwarte, dass die 96er, wie alle Teams aus dem Tabellenkeller, extrem fokussiert in die letzten Aufgaben gehen werden."

Tayfun Korkut (Hannover): "Es ist wichtig, dass alle zusammenstehen und sagen "Wir schaffen das gemeinsam". Wir könnten mit einem Unentschieden leben, im Moment zählt für uns jeder Punkt."

Personal:

Bei Leverkusen fehlen: Spahic (Vertrag aufgelöst), Yurchenko (nicht berücksichtigt), R. Kruse (Aufbautraining)

Bei Hannover fehlen: Miller (Aufbautraining nach Knieverletzung), Hoffmann (Trainingsrückstand), S. Sane (5. Gelbe Karte), A. Sobiech (Innenbandanriss im Knie), Königsmann, Teichgräber, Dierßen, Ernst, Schulze (alle nicht berücksichtigt)

Darum geht's:

Leverkusen kann bei zehn Punkten Vorsprung auf den fünften Platz bereits mit der CL-Quali planen, der Dritte Gladbach ist allerdings nur zwei Punkte entfernt - die beiden Klubs machen den letzten direkten CL-Platz hinter Bayern und Wolfsburg wohl unter sich aus. Mit ihrem siebten Sieg in Serie könnte die Werkself zudem den eigenen Rekord einstellen. Hannovers freier Fall geht mit inzwischen zwölf Spielen ohne Sieg weiter, die Niedersachsen stehen nur noch zwei Punkte vor dem Relegationsplatz.

Die OPTA-Facts zum Spiel:

  • Bayer gewann die letzten sieben Heimspiele gegen Hannover und kassierte dabei nur ein Gegentor - gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten hat die Werkself eine derart starke Heimserie!
  • Vor dem Hinrundenduell, das Leverkusen 3:1 in Hannover gewann, lagen die damals viertplatzierten 96er noch zwei Punkte vor Bayer (Rang sechs). Nun hat die Werkself sage und schreibe 22 Punkte Vorsprung auf die Niedersachsen.
  • Kein anderer Bundesligist wartet aktuell so lange auf einen Sieg wie 96: Die Niedersachsen gewannen keines ihrer letzten zwölf BL-Spiele (sechs Remis, sechs Pleiten), das ist die längste Negativserie seit der Saison 2009/10 (damals 13 sieglose Spiele).
  • Bernd Leno stellte einen neuen Vereinsrekord in der Bundesliga auf: 527 Minuten blieb er ohne Gegentor und übertrumpfte dabei Rüdiger Vollborn, der im Herbst 1986 "nur" 485 Spielminuten ohne Gegentreffer geblieben war.

Hoffenheim - FC Bayern (Sa., 15.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Markus Gisdol (Hoffenheim, laut dem kicker): "Spieler von der individuellen Klasse von Robben oder Ribery kann selbst der FC Bayern nicht adäquat ersetzen. Ihre Motivationsgrundlage ist vielleicht nicht ganz so hoch. Aber wenn man sich die Namen anschaut, die sie immer noch auf dem Platz bringen, dann ist das ja immer noch Weltklasse und die beste Mannschaft der Liga."

Pep Guardiola (Bayern): "Wir haben nur 13, 14 Spieler und die sind meine Helden, weil sie alle drei Tage spielen. Wir sind stark mit diesen Spielern. Ich bin im Kopf nicht beim Rückspiel gegen Porto. Ich denke momentan nur an Hoffenheim. Ich will kämpfen mit den Spielern, die hier sind."

Personal:

Bei Hoffenheim fehlen: Akpoguma (U 23), Süle (Kreuzbandriss), Stolz (nicht berücksichtigt)

Bei Bayern fehlen: Lahm (Magen-Darm-Infekt), Robben (Bauchmuskelriss), Starke (Außenbandriss im Sprunggelenk), Alaba (Innenbandriss), Benatia (Muskelfaserriss), Javi Martinez (Aufbautraining), Ribery (Sprunggelenkprobleme), Schweinsteiger (Infekt), Kurt (nicht berücksichtigt)

Darum geht's:

Dem FC Bayern gehen nach der bitteren Pleite in Porto die Spieler aus, auch Lahm muss kurzfristig passen. Dennoch dürfte Trainer Pep Guardiola, dessen Team zehn Punkte Vorsprung auf Verfolger Wolfsburg hat, mehreren Profis eine Pause geben - immerhin steht schon am Dienstag das Rückspiel gegen Porto an. Ganz anders ist die Lage in Hoffenheim: Die TSG kann sich voll auf die Liga konzentrieren und steht trotz zuletzt drei sieglosen Spielen in Folge nur zwei Punkte hinter einem EL-Rang.

Die OPTA-Facts zum Spiel:

  • Bayern verlor noch nie ein Pflichtspiel gegen Hoffenheim - neun der 13 Duelle (alle in der Bundesliga) gewann der Rekordmeister (vier Remis). Die Kraichgauer kassierten im März 2012 in München mit 1:7 auch ihre höchste Niederlage im Oberhaus.
  • Hoffenheim verlor die letzten drei Pflichtspiele, der FC Bayern gewann acht der letzten neun BL-Partien (eine Niederlage).
  • Die 25. Meisterschaft können die Bayern frühestens am 30. Spieltag, im Heimspiel gegen Hertha BSC, einfahren. In der Vorsaison gelang das bereits am 27. Spieltag - Bundesliga-Rekord.
  • Rekordjagd: Bayern kassierte in 19 der 28 Saisonspiele kein Gegentor, das schaffte in der BL-Geschichte kein anderes Team. Der BL-Saisonrekord aus der Spielzeit 2012/13 (21 Zu-Null-Spiele) könnte in dieser Saison geknackt werden.

Seite 1: Samstagsspiele: BVB-Paderborn, Leverkusen-Hannover, Hoffenheim-Bayern

Seite 2: Samstagsspiele: Hertha-Köln, Freiburg-Mainz, Augsburg-Stuttgart

Seite 3: Sonntagsspiele: Werder-HSV, Wolfsburg-Schalke

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