Roel Brouwers im Interview

"Das will leider nur meine Frau"

Dienstag, 31.03.2015 | 09:31 Uhr
Roel Brouwers wechselte 2007 vom SC Paderborn zu Borussia Mönchengladbach
© getty
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Roel Brouwers steht seit mehr als acht Jahren in Diensten von Borussia Mönchengladbach, ist Kultfigur, Publikums-Liebling und verlässliche Größe in der Innenverteidigung. Im SPOX-Interview spricht der 33-Jährige über seinen auslaufenden Vertrag, den Frust eines Backups und flüchtende Zimmergenossen.

SPOX: Herr Brouwers, sicher haben Sie das überraschende Urteil nach der Klage von Heinz Müller mitbekommen. Viele sprachen anschließend von einem möglichen neuen Bosman-Urteil. Wie nehmen Sie die Situation wahr?

Roel Brouwers: Ich habe in einem niederländischen Magazin von dem Urteil gelesen. Es wäre total verrückt, wenn sich das im Profisport durchsetzen würde, weil es eine ganz andere Art von Beruf ist. Man kann nicht bis in ein Alter von 67 Jahren professionell Fußballspielen.

SPOX: Tatsächlich ist das Thema für Sie aktuell relevant, da auch Ihr Vertrag in Gladbach mit der laufenden Saison endet. Max Eberl signalisierte erst vor kurzem Bereitschaft, ein weiteres Jahr verlängern zu wollen. Wie ist der Stand?

Brouwers: Es gibt im Moment noch kein definitives Ja. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich auch in der kommenden Saison für die Borussia spiele, ist sehr groß.

SPOX: Aber einklagen werden Sie sich nicht, oder?

Brouwers: Nein, das würde für mich nie in Frage kommen. Dafür habe ich in meinen acht Jahren hier zu viele Freunde gewonnen und zu viel Positives erlebt.

SPOX: Stattdessen war zu lesen, dass Sie sich durchaus vorstellen könnten, nochmal in den USA zu spielen. Ihre bisherigen Stationen liegen alle in einem Umkreis von etwa 100 km. Woher das plötzliche Fernweh?

Brouwers: Eine niederländische Interseite hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, nochmal nach Amerika oder Australien zu gehen, weil es viele Niederländer gibt, die das zum Abschluss ihrer Karriere machen. Ich habe lediglich gesagt, dass so ein Abenteuer auch eine Option sein könnte. Mein Wunsch ist aber, weiter in Gladbach zu bleiben, deswegen ist das Thema USA hoffentlich bald vom Tisch.

SPOX: Im vergangenen Sommer standen Sie vor einer ganz ähnlichen Situation und erhielten einen neuen Vertrag. Wie froh sind Sie, dass Sie nun mit der Borussia die erfolgreichste Saison der Neuzeit spielen und mit schon zwölf Einsätzen keinen unwesentlichen Anteil am Erfolg haben?

Brouwers: Ich bin natürlich sehr froh, dass man mir im letzten Jahr das Vertrauen und die Möglichkeit geschenkt hat, weiter bei diesem super Verein spielen und dieses Jahr miterleben zu können. Es ist toll, ein Teil dieser Mannschaft zu sein. Aber: Bisher haben wir noch nichts erreicht! Wir müssen dieser Saison jetzt auch ein gutes Ende bereiten und in jedem Spiel an unsere Grenzen gehen.

SPOX: Wann kann man von einem guten Ende sprechen?

Brouwers: Wir wollen in beiden Wettbewerben so weit wie möglich kommen. In der Bundesliga heißt das Platz drei, damit wir die Champions-League-Vorrunde umgehen können. Im Pokal sollten wir am besten noch drei Spiele gewinnen.

SPOX: Trainer, Mitspieler und Fans schätzen Sie als verlässlichen Backup. Wie schaffen Sie es, immer sofort Ihre Leistung abzurufen, egal ob Sie von Anfang an spielen oder von der Bank kommen?

Brouwers: Ich gebe in jedem Training alles und scheue keinen Meter oder Zweikampf, damit ich fit und konzentriert bin, wenn sich die Chance ergibt. Das hat für mich in den letzten Jahren immer gut geklappt und so werde ich auch weitermachen.

SPOX: Auch deshalb werden Sie als Vollblut-Profi bezeichnet, der immer seine Leistung bringt, gleichermaßen aber auch nicht zum Querulant wird, wenn er nicht spielt. Auch wenn Sie sich nach außen immer professionell verhalten haben: Mussten Sie nicht hin und wieder die Faust in der Tasche ballen?

Alles zu Roel Brouwers

Brouwers: Solche Momente gab es zweifellos, vor allem zu Beginn der Saison, als ich einige Male auf der Tribüne gesessen habe. Natürlich ärgert man sich da und kommt dann auch nicht so gerne zum Training wie sonst. Aber bei wem das anders ist, der ist im Profisport falsch aufgehoben. Ich will so oft es geht spielen, das ist doch klar. Wichtig ist aber, trotzdem immer positiv zu bleiben. Dass es seit der Rückrunde wesentlich besser läuft, zeigt, dass es sich lohnt, nicht aufzugeben und sich immer wieder ranzukämpfen.

SPOX: Wissen Sie eigentlich, dass Sie laut Opta der Verteidiger mit der drittbesten Passquote der Bundesliga (91,13 Prozent) sind? Nur Holger Badstuber und Dante finden öfter den Nebenmann als Sie.

Die Opta-Saisonstatistiken von Roel Brouwers

Brouwers: Ehrlich? Nein, das wusste ich nicht. Ich weiß auch gar nicht, wo ich sowas nachsehen kann. Aber es freut einen natürlich, sowas zu hören. Auch wenn ich nicht so viele Spiele gemacht habe, ist das ja keine schlechte Quote (lacht).

SPOX: Sie sind seit 2007 bei der Borussia, werden von den Fans geliebt und gefeiert. Ist es ein gutes Gefühl, als Kultfigur zu gelten?

Brouwers: Ja, das ist etwas ganz Besonderes. Ich freue mich jedes Mal, wenn mich die Fans unterstützen und bin richtig stolz darauf, mir so ein gutes Standing erarbeitet zu haben. Die Fans bekommen mit, wenn man alles für den Verein gibt, auch wenn es persönlich nicht immer optimal läuft. Das spürt man ganz deutlich. Wenn das ganze Stadion nach einer guten Aktion von mir "Roooeeeeeel" ruft, kriege ich immer noch Gänsehaut.

SPOX: Was hätten Sie jemandem entgegnet, der Ihnen nach Ihrem Wechsel nach Gladbach in die 2. Liga gesagt hätte, dass Sie in acht Jahren immer noch am Niederrhein sind, absoluter Publikumsliebling sind und um den Einzug in die Champions League spielen?

Brouwers: Den hätte ich wahrscheinlich für verrückt erklärt (lacht). Aber im Ernst, der Verein hat in diesen acht Jahren eine unglaubliche Entwicklung genommen und sich Schritt für Schritt verbessert.

SPOX: Welche Faktoren haben in Ihren Augen zu dieser Entwicklung beigetragen?

Brouwers: Ein wesentlicher Punkt ist, dass endlich Stabilität und Ruhe eingekehrt ist. Nach dem Aufstieg gab es unheimlich viele Wechsel, in der Mannschaft und auch im Management. Mittlerweile sind Max Eberl und Lucien Favre schon viele Jahre im Amt. Es kommt keine Hektik mehr auf, was uns allen sehr gut tut. Dazu kommt, dass die Mannschaft von Saison zu Saison verbessert wurde.

SPOX: Wenn es keinen großen Einbruch mehr gibt, führt diese Entwicklung im nächsten Jahr in die Champions League. Ist das für Sie ein zusätzlicher Anreiz, nochmal alles zu geben, um Gladbach zu beweisen, dass man auch in der kommenden Saison auf Sie zählen kann?

Brouwers: Ich bin jetzt seit so vielen Jahren hier, ich muss hier keinem mehr etwas beweisen. Die Verantwortlichen wissen, was ich kann und was ich nicht kann. Ich werde aber trotzdem alles dafür geben, die Saison so gut wie möglich zu beenden.

SPOX: Ist es auch für Sie persönlich ein Traum, nochmal in der Champions League zu spielen?

Brouwers: Absolut. Welcher Fußballer würde da nicht von träumen? Auf dem Rasen zu stehen, wenn die CL-Hymne läuft, wäre schon ein Highlight.

SPOX: Was waren bisher Ihre Highlights in acht Jahren Borussia Mönchengladbach?

Brouwers: Da gibt es so viele, das kann man mit einem Satz gar nicht beantworten. Natürlich der Aufstieg in meinem ersten Jahr, der enorm wichtig für den Verein war. Aber auch die Saison 2011/12, als wir es als Fast-Absteiger auf Platz vier geschafft haben und auch die Spiele in der Europa League waren Highlights.

Seite 1: Andauernde Gänsehaut, herausragende Passquoten und das Müller-Urteil

Seite 2: Flüchtende Zimmergenossen, Vorbild Paauwe und Daems Situation

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