Dienstag, 27.01.2015

Kampf um Verbleib von Stindl und Zieler

Hannover will nach Europa

Kampf um den Verbleib von Ron-Robert Zieler und Lars Stindl, Gier auf Europa: Hannover 96 steht vor einer richtungweisenden Rückrunde. Dirk Dufner hat mit dem Verein hohe Ziele, dafür sollen auch die eigenen Stars bleiben.

Lars Stindl steht im Mittelpunkt der Bemühungen von Hannover 96
© getty
Lars Stindl steht im Mittelpunkt der Bemühungen von Hannover 96

Von dem geplatzten Deal mit Wunschspieler Petar Stojanovic lässt sich Dirk Dufner nicht aus der Ruhe bringen. NK Maribor forderte plötzlich einen Millionen-Nachschlag für den erst 19 Jahre alten Rechtsverteidiger, da lehnte Dufner eben dankend ab und sucht weiter. "Wir prüfen unsere Optionen und die Machbarkeit", sagte er dem SID. Auch wenn es zeitlich "natürlich knapp" wird.

Aber zunächst zauberte Dufner einen neuen alten Stürmer aus dem Hut: Didier Ya Konan kehrt nach nur einem halben Jahr zurück aus der Fußball-Wüste Saudi Arabien (Al-Ittihad). Der Publikumsliebling von der Elfenbeinküste erhält einen Vertrag bis zum Saisonende plus Option auf eine weitere Spielzeit.

Richtig fit scheint "Didi" nach seinem Abenteuer ("Geld ist nicht alles.") aber nicht zu sein. Zunächst soll er ein individuelles Vorbereitungsprogramm absolvieren, um dann ins Mannschaftstraining einsteigen zu können. "Wir werden mit ihm intensiv an seiner Fitness für die Bundesliga arbeiten", sagte Trainer Tayfun Korkut, der hofft, dass Ya Konan "in drei, bis vier Wochen einige Minuten bekommt".

Vertragspoker um Zieler und Stindl

Aber viel mehr Kopfzerbrechen als eine mögliche Verstärkung für die Abwehr und Ya Konans Fitness bereitet Dufner der Vertragspoker mit Torwart Ron-Robert Zieler und Regisseur Lars Stindl. "Beide Spieler haben Ausstiegsklauseln - also haben sie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt die Möglichkeit, die Entscheidung über einen Wechsel zu treffen", sagte Dufner.

Doch der 46-Jährige will das Duo unbedingt in Niedersachsen halten. Weltmeister Zieler und Stindl sind Leistungsträger, Publikumslieblinge und wecken bei den Fans des Tabellenachten die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Europa League.

Und während Dufner bei Zieler "fest davon ausgeht, dass er bleibt", äußerte er sich in der Causa Stindl nur "zuversichtlich", den 26-Jährigen an der Leine halten zu können. Den Druck in den Verhandlungen mit dem Schlüsselspieler im Konzept von Korkut wird er deshalb auch nicht erhöhen. Eine Deadline für eine Entscheidung setzt Dufner seinem umworbenen Star nicht. Damit "würden wir uns keinen Gefallen tun", erklärte er.

Um Stindl trotz des Interesses von Klubs wie Schalke 04, Borussia Mönchengladbach oder Bayer Leverkusen zu halten, will 96 bis an die Schmerzgrenze gehen und ihn zu einem Topverdiener machen. Man sei "bereit, für ihn finanziell Einiges in die Waagschale zu werfen", sagte Dufner.

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Ziel: Qualifikation für die Europa League

Um Zieler und Stindl einen Verbleib in Hannover schmackhaft zu machen, brennt der Klub auf die Rückrunde - um sich nach 2011 und 2012 wieder für die Europa League zu qualifizieren. Vor dem Auftakt auf Schalke am Samstag (15.30 Uhr im LIVE-TICKER) haben die "Roten" sogar nur drei Punkte Rückstand auf Platz vier. "Ich würde lügen, wenn wir da vorne nicht hinschauen würden. Aber wir sind gut beraten, uns auch nach hinten abzusichern", sagte Dufner, schließlich sind es "auch nur sieben Punkte Vorsprung auf Rang 16".

Doch die Gier nach Europa ist da. "Wir sind sportlich und wirtschaftlich in einem Entwicklungsprozess. Während der zwei Spielzeiten in der Europa League hat 96 national und international enorm an Strahlkraft gewonnen", betonte Dufner, der zurück auf die große Bühne will: "Wenn wir daran wieder anknüpfen können, wird die Marke Hannover 96 auch wieder intensiver wahrgenommen." Und das am liebsten mit Stindl und Zieler an der Spitze.

Der Kader von Hannover 96 im Überblick


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