Nach Aufschrei der Politik

DFB-Vize verteidigt FCB-Reise

Von Adrian Franke
Donnerstag, 22.01.2015 | 10:44 Uhr
Rainer Koch hat die Reise des FC Bayern nach Saudi-Arabien verteidigt
© getty
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Das Gastspiel des FC Bayern München in Saudi-Arabien sorgte für große Wellen, auf Einladung von Volkswagen absolvierten die Münchner in Riad ein Testspiel. Während sich FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zumindest teilweise einsichtig zeigte, verteidigte DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch den Trip des Rekordmeisters.

"Wir vertreten ganz generell als DFB eine klare Position: Wir bekennen uns zur Einhaltung der Menschrechte, zur Gleichberechtigung der Frauen, dem Recht auf freie Meinungsäußerung und verurteilen jede Form von Gewalt oder Diskriminierungen", stellte Koch laut dem "Kicker" klar.

Allerdings sei er gleichzeitig der Meinung, "dass Gesellschaften sich am ehesten dann verändern, wenn man versucht, sie zu öffnen, Luft und Gedanken von außen reinzubringen. Jede sportliche Veranstaltung bringt auch brisante Themen wie Arbeitsbedingungen und Menschenrechte auf die Agenda."

Tatsächlich hatten sich die Münchner für Fotos mit vielen Jugendlichen und Frauen zur Verfügung gestellt, bei dem Spiel feierten 25.000 Zuschauer friedlich im Stadion.

Rummenigge einsichtig

Dennoch sorgte die Reise für einen Aufschrei in Deutschland, immerhin werden Frauen in Saudi-Arabien nach wie vor unterdrückt und gegen System-Gegner wird in dem Königreich mit brutaler Härte vorgegangen - im Jahr 2013 gab es 79 vollzogene Todesstrafen.

Entsprechend lenkte auch Rummenigge ein: "Der FC Bayern München als Verein verurteilt jede Form von grausamer Bestrafung, die nicht im Einklang mit den Menschenrechten steht, wie im aktuellen Fall mit dem islamkritischen Blogger Raif Badawi. Es wäre besser gewesen, das im Rahmen unseres Spieles in Saudi-Arabien deutlich anzusprechen."

Badawi wurde wegen angeblicher Beleidigungen des Islam zu 1.000 Peitschenhieben und zehn Jahren Haft verurteilt, 50 Schläge erhielt er trotz internationaler Proteste bereits. Der Fall sorgte für internationale Proteste. Zwar sei der Klub, so Rummenigge weiter, "ein Fußballverein und keine politischen Entscheidungsträger, aber natürlich tragen am Ende alle, also auch wir, dafür Verantwortung, dass Menschenrechte eingehalten werden".

Der FC Bayern München im Überblick

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