Fussball

FCB wird sich für Werner interessieren

Von Andreas Königl
Fredi Bobic freut sich auf das Duell mit dem FC Bayern
© getty

Der Saisonstart für den VfB Stuttgart verlief alles andere als rosig, nun wartet am Samstag der FC Bayern München. Sportdirektor Fredi Bobic freut sich im Interview mit dem "Münchner Merkur" trotzdem auf das Duell, außerdem sprach er über das Gehype von Nachwuchsspielern wie Timo Werner oder Antonio Rüdiger und eine zu hohe Erwartungshaltung im Schwabenland.

"Ich finde es gut, dass wir sie gleich haben, am Anfang der Saison", so Bobic über das Duell beim Rekordmeister, der seine Form aus dem Vorjahr noch sucht. "Vielleicht haben wir ja das Quäntchen Glück, das wir im vergangenen Jahr gegen die Bayern nicht hatten. Wir waren zweimal nah dran, zu punkten."

Die Erwartungshaltung ist nach der Rückkehr von Meistertrainer Armin Veh wieder gestiegen, doch Bobic bremste die Euphorie direkt. "Diese Erwartung sollte hier niemand mehr haben. Das ist lange her. Man muss sich mit den Realitäten auseinandersetzen", bekräftigte der ehemalige Stürmer. "Nach vier Jahren Konsolidierung muss man berücksichtigen, wie die wirtschaftlichen Voraussetzungen bei uns sind und wie sie bei den Mannschaften sind, die um die Top fünf spielen. Da klafft derzeit eine Lücke. Vor dieser darf man nicht kapitulieren. Man muss weiter an der Zukunft arbeiten."

"Müssen junge Spieler schützen"

Zwei, die beim VfB für die Zukunft stehen, sind Timo Werner und Antonio Rüdiger - der den Verein trotz Angebote in zweistelliger Millionenhöhe nicht verlassen durfte. "Bei uns kann er etwas mitentwickeln. Wir haben uns für die sportliche Schiene entschieden, nicht für die wirtschaftliche. Das wird sich auszahlen, da bin ich sicher", verteidigte der Sportdirekter die Entscheidung hinsichtlich des Innenverteidigers, der jüngst auch in der Nationalmannschaft von sich Reden gemacht hatte.

Werner befindet sich nach dem starken Auftakt in der letzten Spielzeit dagegen in der Formkrise und wartet seit Langem auf einen Treffer. Bobic stellt sich aber vor den 18-Jährigen: "Da herrscht eine Erwartungshaltung, eine Euphorie um diese Jungs, die sie überhaupt nicht stemmen können. Da sind wir als Verein gefordert, sie zu schützen."

Dabei prangert der 42-Jährige grundsätzlich die Entwicklung um die Jungstars in den Medien an: "Man muss schon sagen: Der Hype um die jungen Spieler ist inzwischen einfach zu groß. Man muss versuchen, das zu bremsen."

Einem möglichen Wechsel seines Schützlings zum Branchenprimus nach München schob er außerdem direkt einen Riegel vor. "Er ist begehrt. Und es ist doch klar, dass die Bayern immer versuchen, die besten und interessantesten Spieler für die Zukunft zu holen. Dazu haben sie ja auch die Möglichkeiten", so Bobic. "Aber es liegt ja immer noch am Spieler und am Verein, ob man sich das vorstellen kann."

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