Mittwoch, 26.02.2014

Inside Bundesliga: 5 Klubs - 5 Personalien

Bayerns Kampf gegen die Bayernliga

Um den Nachwuchs der Münchener ist es gar nicht gut bestellt, es droht sogar der Abstieg aus der Bundesliga. Schalkes A-Jugend schafft dagegen Historisches. Beim VfB Stuttgart deutet sich ein lang ersehntes Comeback an.

Lucas Scholl (r.), Sohn von Mehmet Scholl, spielt mit der A-Jugend des FCB gegen den Abstieg
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Lucas Scholl (r.), Sohn von Mehmet Scholl, spielt mit der A-Jugend des FCB gegen den Abstieg

FC Bayern München: Die Profis bleiben weiter unantastbar, der Meistertitel ist den Münchenern nicht mehr zu nehmen und sehr wahrscheinlich werden die Bayern in dieser Saison so früh die Meisterschaft feiern wie noch keine andere Mannschaft zuvor in über 50 Jahren Bundesliga. Im Unterbau hakt es aber weiter gehörig. Die Kleinen Bayern der U 23 sind noch nicht wieder im Spielbetrieb, deren Vorsprung als ehemals unangefochtene Nummer eins der Regionalliga Bayern ist aber nach drei Niederlagen aus den letzten vier Spielen vor der Winterpause auf einen Zähler geschmolzen. Richtiggehend schlimm sieht es aber bei der U 19 aus: Die A-Jugend, immerhin dreimal deutscher Meister, steckt in der Bundesliga Staffel Süd-Südwest tief drin im Abstiegskampf. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf den Karlsruher SC derzeit, der als Zwölfter den ersten Abstiegsplatz inne hat. Der zarte Aufwärtstrend wurde am Wochenende durch ein 2:4 im Derby gegen die Löwen jäh gestoppt. Der große FC Bayern München, ein möglicher Abstieg und der damit verbundene Gang in die Bayernliga mit Gegner wie den FC Stätzling, die SpVgg Ansbach oder SV 1923 Memmelsdorf? Kaum vorstellbar.

FC Schalke 04: Die Bayern? Raus. Leverkusen? Raus. Dortmund? Raus. Von den vier Champions-League-Vertretern konnten drei ihre U 19 in der von der UEFA erstmals ausgetragenen Youth League nicht in die K.o.-Runde bringen. Schalke ist der einzig verbliebene deutsche Vertreter - und steht seit Dienstag sogar im Viertelfinale. Bei Real San Sebastian siegten die Königsblauen nach einem 0:1-Rückstand noch mit 2:1. Als erste deutsche Mannschaft haben die Knappen damit ein K.-o.-Spiel in einem internationalen Wettbewerb gewonnen. "Das war Jugendfußball auf allerhöchstem Niveau", sagt Trainer Norbert Elgert. Dabei waren die Rahmenbedingungen ziemlich ungewohnt. 7000 Fans pilgerten ins Stadion der Profis und bildeten eine prächtige Kulisse." Das hatte mit Jugendfußball gar nichts mehr zu tun. Da muss man äußerst abgezockt und clever sein", so Elgert. Das blieben seine Spieler auch nach dem Rückstand und spielten den Gegner dann in Überzahl auseinander. Die Tore erzielten letztlich die beiden erst 17-jährigen Miles Müller und Maurice Multhaup. Schalke scheint erneut eine starke Generation an hoffnungsvollen Spielern zu entwickeln und den Trend fortzusetzen, auch in Zukunft auf Akteure aus dem eigenen Stall setzen zu können. Im Viertelfinale - das wie alle anderen Spiele der K.o.-Phase auch in nur einer Partie ausgespielt wird - wartet nur der FC Chelsea. Schalke muss dabei nach London reisen. In der Vorrunde gab es gegen die Engländer zwei Niederlagen (0:2 und 0:1). "Wir wollen unsere Chancen als Außenseiter in England sehr, sehr gerne nutzen", sagt Elgert. "Zu verlieren haben wir unter den letzten Acht gar nichts mehr."

Eintracht Frankfurt: Sebastian Rode wird nicht mehr für die Eintracht spielen. Der Youngster wechselt im Sommer bekanntlich zu den Bayern und fällt bis dahin wegen eines Knorpelschadens im Knie aus. Die Rückrunde wird Frankfurt also ohne seinen etatmäßigen Sechser zu Ende spielen müssen. Da gegen den VfB auch Kapitän Pirmin Schwegler wegen einer Gelb-Sperre fehlen wird, muss Trainer Armin Veh im defensiven Mittelfeld umstellen. Sehr wahrscheinlich rücken Marco Russ und Johannes Flum auf die Doppel-Sechs - Flums Platz im linken offensiven Mittelfeld wäre dann vakant. Die große Chance für Takashi Inui. Der Japaner hat seinen Stammplatz längst verloren und kommt in dieser Saison lediglich auf neun Einsätze von Beginn an, in der Rückrunde hat er bisher erst 82 Minuten gespielt. Dabei war Inui in der abgelaufenen Saison noch einer der Senkrechtstarter bei der Eintracht. Rodes Pech und Schweglers Zwangspause könnten Inui nun neuen Schwung geben.

VfB Stuttgart: Den Schwaben geht es schlecht, sehr schlecht sogar. Nach der siebten Niederlage in Folge steht das Bündnis mit Trainer Thomas Schneider auf der Kippe, und mit ihm nicht weniger als die komplette Philosophie der Verantwortlichen. Eine weitere Pleite am Sonntag im Abstiegsduell bei Eintracht Frankfurt wird Schneider seinen Job kosten, dafür muss man kein Prophet sein. Immerhin, und das ist der Lichtblick in finsterer Zeit, hat die Mannschaft gegen Hertha BSC eine Reaktion gezeigt und den Willen und die Leidenschaft, es ab sofort besser zu machen. Der Trainer und sein Team sind enger zusammengerückt, auch wenn spielerisch noch vieles im Argen liegt und individuelle Fehler immer und immer wieder wichtige Punkte kosten. Am Dienstag gab es dann noch eine andere freudige Nachricht zu vermelden: Daniel Didavi hat erneut am Mannschaftstraining teilgenommen. Der Dauerpatient, der wegen eines Knorpelschadens im Knie in den letzten anderthalb Jahren lediglich drei Kurzeinsätze absolvieren konnte, kann sein Knie wieder voll und ohne Schmerzen belasten. Eine schnelle Option wird Didavi nicht sein, aber vielleicht ja in der Endphase der Saison - wenn es so richtig brenzlig wird für den VfB...

1. FC Nürnberg: Die schwere Verletzung von Daniel Ginzczek (Kreuzbandriss) und die damit verbundene Versetzung von Josip Drmic ins Sturmzentrum lässt weiter ein Loch im rechten offensiven Mittelfeld klaffen. Gertjan Verbeek hat bereits zwei Alternativen ausprobiert - beide Male mit eher mäßigem Erfolg. Robert Mak war der erste, konnte seine Chance gegen den FC Augsburg aber nicht nutzen. Timo Gebhart wechselte der Trainer in der selben Partie nach dessen Einwechslung nach 25 Minuten wieder aus. Gebhart hatte sich nicht an die taktischen Anweisungen gehalten. Im Spiel gegen Braunschweig zuletzt musste Gebhart erneut frühzeitig runter. Diesmal allerdings als "Opfer" der Roten Karte gegen Teamkollege Per Nilsson, als Verbeek die Viererkette wieder auffüllen musste und einen Offensivspieler vom Platz nehmen musste. Bleibt die Frage, wer in Dortmund beginnen darf. Ein Plan C wäre die Versetzung von Markus Feulner aus dem Zentrum nach rechts. Auf mittelfristige Sicht könnte das ein Thema werden, schließlich kehrt Makoto Hasebe nach seiner Verletzung bald wieder zurück. Für die Partie beim BVB darf sich aber Gebhart derzeit die besten Chancen ausrechnen und seinem Trainer zeigen, dass er auch eine Partie komplett durchspielen kann.

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