Ungewöhnlich gut

Von Stefan Rommel
Freitag, 02.03.2012 | 13:11 Uhr
Martin Harnik hat in der Rückrunde bereits sieben Tore für den VfB Stuttgart erzielt
© Getty
Advertisement
Copa del Rey
Do25.01.
Derby mit Druck: Dreht Barca den Rückstand?
Coupe de France
Live
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
St. Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Serie A
SPAL -
Inter Mailand
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Ligue 1
Lille -
Straßburg
Serie A
FC Turin -
Benevento
Serie A
Neapel -
Bologna
Serie A
Crotone -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Hellas Verona
Serie A
CFC Genua -
Udinese
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
Ligue 1
Bordeaux – Lyon
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Serie A
AC Mailand -
Lazio
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Sampdoria
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Primeira Liga
Belenenses -
Benfica
Coppa Italia
Atalanta -
Juventus
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Coupe de la Ligue
Rennes -
PSG
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)
Coppa Italia
AC Mailand -
Lazio
Premier League
Tottenham -
Man United
Coupe de la Ligue
Monaco -
Montpellier
Primeira Liga
Sporting -
Guimaraes
Premier League
Man City -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Everton -
Leicester (Delayed)
Premier League
Stoke -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
Brighton (Delayed)
Premier League
Chelsea -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Newcastle -
Burnley (Delayed)
Indian Super League
Mumbai City – Jamshedpur
Primera División
Real Sociedad -
La Coruna
Primera División
Eibar -
FC Sevilla
Premier League
Burnley -
Man City
Premiership
Kilmarnock -
Celtic
Championship
Leeds -
Cardiff
Primera División
Real Betis -
Villarreal
Serie A
Sampdoria -
FC Turin
Premier League
Arsenal -
Everton
Primera División
Alaves -
Celta Vigo
Premier League
Man United – Huddersfield (Delayed)
Primera División
Levante -
Real Madrid
Serie A
Inter Mailand -
Crotone
Premier League
West Bromwich -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth – Stoke (DELAYED)
Premier League
Brighton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Leicester – Swansea (Delayed)
Primera División
Getafe -
Leganes
Serie A
Hellas Verona -
AS Rom
Serie A
Atalanta -
Chievo Verona
Serie A
Bologna -
Florenz
Serie A
Udinese -
AC Mailand
Serie A
Juventus -
Sassuolo
Serie A
Cagliari -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
FC Barcelona
Premier League
Liverpool -
Tottenham
Primera División
Girona -
Bilbao
Primera División
Atletico Madrid -
Valencia
Serie A
Benevento -
Neapel
Ligue 1
Monaco -
Lyon
Serie A
Lazio -
CFC Genua

Martin Harnik legt bislang eine fantastische Rückrunde hin und wird beim VfB Stuttgart immer mehr zu einer bestimmenden Figur. Dabei war seine Karriere auch von Widersprüchen und ungewöhnlichen Entscheidungen begleitet.

Martin Harnik hätte für seinen ersten ganz großen Auftritt kaum einen besseren Zeitpunkt wählen können. Harnik, Mutter Deutsche, Vater Österreicher, hatte sich früh für die Auswahl des ÖFB festgelegt.

Im Sommer 2008 war er Teil jener Mannschaft, die die rot-weiß-roten Hoffnungen transportieren sollte bei der Europameisterschaft im eigenen Land. Für das entscheidende Vorrundespiel gegen den Nachbarn Deutschland legte sich Harnik eine nassforsche Ansicht zurecht.

"Die Deutschen scheißen sich doch schon in die Hosen", lautete sein Beitrag zur ohnehin schon brodelnden Endspielstimmung. Ein etwas ungeordneter Vorstoß von einem, der wenige Tage zuvor 21 Jahre jung geworden war.

Stillstand in Bremen

Heute würde sich Martin Harnik eher nicht mehr so unbedacht äußern, auch wenn er seiner Linie treu geblieben ist, zwischen sachlich fundierten Analysen auch immer mal wieder einen flapsigen Spruch zu setzen. Aber Martin Harnik ist reifer geworden. Und vor allen Dingen: Er könnte sich einen Spruch wie diesen heute eher erlauben. Weil Martin Harnik derzeit besonders herausragend Fußball spielt.

Dass das nicht immer so war, zeigt sein Werdegang. In Bremen schlug er sofort ein, das erste Tor im ersten Spiel in Nürnberg sollte nicht sein letztes Glanzstück bei einer Premiere bleiben. Es machte ihn aber schnell zu selbstsicher, wie sein Trainer Thomas Schaaf befand.

Dem Premierentreffer zum Beginn der Saison folgte kein weiterer mehr und überhaupt nur ein einziges Spiel über die kompletten 90 Minuten. Harnik pendelte zwischen Bundesliga und Regionalliga.

Schaaf sah Harniks Qualitäten, aber er nutzte sie kaum oder nicht Gewinn bringend. Als im Jahr darauf mal wieder Notstand auf einer der defensiven Außenbahnen herrschte, wollte der Trainer den gelernten Stürmer zum Rechtsverteidiger umfunktionieren. Das Experiment ging erwartungsgemäß nicht auf, die vereinzelten Versetzungen in die U 23 wurden zur Regel, Einsätze bei den Profis zur Ausnahme.

Exot unter Österreichern

Die Lösung war ein ungewöhnlicher Wechsel, ungewöhnliche Dinge gehören aber irgendwie zu Martin Harnik. Als geborener Hamburger spielte er für Werder Bremen. Der HSV habe "keinen Plan für mich" gehabt, außerdem ließ ihm Werder Zeit für seine angestrebte Ausbildung zum Versicherungskaufmann. Harnik liebt Hamburg und spricht perfekten Norddeutsch-Schnack, hat sich aber früh für das Heimatland seines Vaters entscheiden.

"Die Entscheidung für die österreichische Nationalmannschaft war eine sportliche, aber auch eine emotionale. Ich bereue sie nicht", sagt er, auch "wenn ich immer der Exot sein werde, wenn ich bei der Nationalmannschaft bin. Aber damit kann ich leben." Zumal es auch da auf Anhieb klappte, im Sommer 2007 gegen Tschechien: Erstes Spiel, zweiter Ballkontakt, erstes Tor, das 1:1.

Nur eine Sache wurmt ihn ein wenig: Dummerweise hat sein Vater versäumt, ihm etwas von dessen Steiermark-Sprech mit auf den Weg zu geben. "Ich bin heute noch böse auf meinen Vater, dass er mir seinen Dialekt vorenthalten hat", sagt Harnik.

"Er hat sich immer große Mühe gegeben, akzentfreies Hochdeutsch zu sprechen. Aber meine Nationalmannschaftskollegen finden es immer lustig, wenn ich astreines Norddeutsch spreche." Schlimm ist das aber nicht, sondern eher im Scherz dahergesagt. Einer wie er geht schließlich fast als Kosmopolit im Kleinen durch. "Ich fühle mich als Österreicher, als Deutscher, als Hamburger und als Stuttgarter."

Umweg zweite Liga

Bevor er sich aber als Stuttgarter fühlen konnte, wurde er zum Rheinländer. Den Weg in die zweite Liga zum Aufsteiger Fortuna Düsseldorf haben ihm die meisten als Rückschritt ausgelegt. Aber genau das Gegenteil war der Fall. In Düsseldorf fand er zurück in die Spur, lebte wieder auf. Er spielte und er traf, 13 Mal in 30 Spielen.

Beim VfB Stuttgart wurde Horst Heldt hellhörig und sicherte sich schon früh die Dienste Harniks ab Sommer 2010. Für vergleichsweise lächerliche 300.000 Euro stieß Harnik zum VfB und schlug sofort ein. Auch hier machte er im ersten Pflichtspiel sein erstes Tor, den Siegtreffer zum 3:2 in der EL-Qualifikationsrunde bei Molde FK.

Beeindruckende Bilanz beim VfB

Trotz der beinahe katastrophalen Saison kam Harnik beim VfB auf 17 Pflichtspieltore und 28 Scorerpunkte. Bis heute haben sich die Zahlen auf 30 Tore und insgesamt 49 Scorerpunkte erhöht. In Horst Heldts der kärglicher Transferbilanz beim VfB ist Harnik der herausragende Einkauf.

In der Rückrunde der laufenden Saison hat er mehr Tore erzielt als alle anderen Bundesligaspieler, seitdem wird heftig spekuliert, ob seine Leistungsexplosion etwas mit der Verlängerung seines Vertrags bis 2016, der einhergehenden Gehaltserhöhung und der neuen Wertschätzung innerhalb des Klubs zu tun habe.

Sportdirektor Fredi Bobic sieht Harnik neben Torhüter Sven Ulreich, Kapitän Serdar Tasci und Stratege William Kvist mittelfristig als eines der Gesichter des neuen VfB.

Womöglich sind es aber doch eher sportliche Gründe, etwa die Verpflichtung Vedad Ibisevic'. Um den Bosnier herum kommen Harniks Stärken seit dessen Verpflichtung noch mehr zum Tragen, hier spielt er seine Schnelligkeit aus, geht vermehrt in die Tiefe. Das Zusammenspiel der beiden funktioniert trotz kurzer Eingewöhnungszeit schon recht gut.

Labbadia ein entscheidender Faktor

Dazu habe er in den letzten zwölf Monaten auch wegen Trainer Bruno Labbadia einen gehörigen Sprung nach vorne gemacht.

"Unter ihm habe ich gelernt, zielgerichtet an meinen Schwächen zu arbeiten. Er gibt viele Hinweise, ist in seiner Fehleranalyse direkt und konkret. Er spricht die Dinge knallhart an, ist kein Schönredner."

Derzeit läuft es für den 24-Jährigen nahezu perfekt. Unter der Woche beendete er das Länderspiel Österreichs gegen Finnland mit der Kapitänsbinde am Arm, davor hatte er einen Treffer und einen Assist zum 3:1 beigesteuert.

Dass irgendwann auch wieder dunklere Tage kommen werden, ist ihm bewusst. Es kommt der nachdenkliche Martin Harnik zum Vorschein, wenn er sagt: "Es gibt Tage, an denen es besser läuft und eben auch einmal etwas schlechter. Unabhängig von Champions League oder Kreisliga A: Fußballer sind wie alle Menschen, und keine Maschinen."

Der Kader des VfB Stuttgart

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung